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Illegal, legal, egal
David Ripley
Nicole Gideon
11.05.2020 Norfolk, Virginia - Terminal Warehouse Inc.
Der Mann ohne Gesicht, der Schatten, die Hülle und das schwarze Loch - David ist ein Wanderer, er wurde noch während des Ausbruches von einem Begleiter gerettet. Ohne ein Stück Erinnerungen an das, was er vorher war, musste sich David der neuen Welt rasch anpassen und zur gleichen Zeit mit seiner fehlenden Identität kämpfen. Die Hundemarke, die ihm zumindest einen kleinen Anhaltspunkt hätte geben können, keine Hilfe. David irrte mit seinem Retter, welcher inzwischen zu einem wichtigen Freund geworden war, mehrere Monate ohne einen Namen. Erst viel später benannte sein Freund ihn, fast schon so wirkte, als würde er einem Hund einen Namen geben. Aus dem Wanderer wurde David, David "Soap" Ripley. Trevor und David laufen inzwischen ein ganzes Jahr durch die untoten Steppen der Vereinigten Staaten, sie haben Gruppen kommen und sterben sehen, mussten sich durch Feinde kämpfen und sind einige Male dem Tod ausgewichen. Ein Jahr ist ihm nicht genug, David ist ein enorm ruheloser Geist. Es quält ihn, macht ihn auf weite Strecken ungenießbar, doch eins muss man dem Mann lassen... er weiß sich erschreckend gut zu wehren, er hat noch einige Automatismen tief sitzen und reagiert hin und wieder aus purem Instinkt. Mit seinem Begleiter verbindet David eine enge Freundschaft, sie sind Waffenbrüder und kommen seitdem nur im Doppelpack. Trevor hat, selbst wenn David es nicht zugibt, dem Geist etwas Leben eingehaucht. Genug, um nicht das Handtuch zu werfen. Der Wanderer ist ein fragwürdiger Zeitgenosse, er ist genauso hart wie er aussieht und schlägt vermutlich noch härter zu. Das Duo kommt aus Baltimore, haben Virginia gerade erst vor einer Woche erreicht und wissen nicht wohin mit sich. Erfahrungsgemäß wurden potenzielle Heime überrannt oder überfallen, also bleiben sie in Bewegung und wollen sich den Luxus, dass sie ein festes Zuhause haben könnten, nicht mehr antun. Man sieht ihm an, dass er kein Schwächling ist. Der Mann kämpft einen Krieg und dieser hört selbst mit seinem Tod nicht auf. Virginia ist nur eine weitere Station, ein Fleck in seinem Kapitel, nichts weiter. Sobald sie hier fertig sind, werden sie wohl wieder in eine komplett zufällige Windrichtung reiten und weitermachen.
Offline
#1
G'schichten aus'm Paulaner Garten Vol. 1
Illegal, legal, egal




Wie sagte man noch gleich, Frühstück war die wichtigste Mahlzeit des Tages? Asiatische Tütensuppen waren gerade hoch im Kurs, sie füllten den Magen und spendeten Energie für den Tag. David aß gefühlt nichts anderes mehr, hin und wieder kleinere Snack für Zwischendurch, während Trevor seine Tütensuppen mit Trockenfleisch auszugleichen probierte. Das kochende Wasser weichte die Instant-Nudeln auf, in der Brühe waren die beigelegten Gewürze zu erkennen und der gewohnte Duft kurbelte den Hunger an. Noch sprach niemand im Bunde, David und Trevor schwiegen seit einer Weile. Jeder brauchte eine gewisse Zeit um Hochzufahren, keiner wollte sich anpissen. Neben dem kochenden Wasser lagen zwei kleinere Fertigtüten bereit. Kaffeepulver. 3 in 1 Variation. Milch, Zucker und Kaffee. Normalerweise wollte David seinen Kaffee bisschen dunkler, aber er wollte sich nicht beschweren. Unter dem Strich war Kaffee immer noch Kaffee, ob nun bisschen gezuckerter oder mit Milch 'verfeinert'. Wie immer kaute Trevor als kleine 'Vorspeise' an seinem Trockenfleisch und brach später die Stille zwischen ihnen. "Das eine Warenlager von gestern da, weißt du noch? Da möchte ich rein. Bin neugierig.", erklärte Trevor kauend, versuchte aber nicht zu schmatzen und wie ein Assi zu wirken. Ihm gingen einige Vorstellungen durch den Kopf, möglicherweise wäre so ein Warenhaus noch voll mit kleineren Überraschungen. Trevor rechnete mit Tauschgut, eine wichtige Währung in dieser Zeit. David aß inzwischen seine Portion, endlich, man sah eine dezente Entspannung in seiner sonst so harten Visage. "Was erwartest du?", David klang nicht besonders begeistert von der Idee, könnte pure Zeitverschwendung sein, aber er wollte seinem Kollegen den Wunsch nicht abschmettern. Hin und wieder schlürfte David an der leckeren Brühe, die Gewürze machten es wirklich schmackhaft. Jetzt fragte sich David heimlich und still, ob er das in seinem vorherigen Leben genauso mochte. "Puh, ich weiß nicht. Ich hatte mal früher einen Kollegen gehabt, der bei einer Spedition mitmachte. Wenn man ihm bisschen was unter die Hand gab, hat er weggeschaut oder fragwürdige Waren angenommen, die dann in derselben Nacht von noch fragwürdigeren Gestalten abgeholt wurden. Möglicherweise hätten wir hier etwas ähnliches, darum würde ich das gerne herausfinden.", plauderte Trevor aus dem Nähkästchen, dachte ein wenig an die alte Zeit zurück, bevor er den Kaffee ansetzte und sich mit seiner Portion beschäftigte. Multitasking. "Da kann also alles dabei sein, darum ist es ein Versuch wert. Wir müssten vermutlich viele Kisten aufbrechen, weil man auf keiner Liste einen Vermerk mit 'Achtung, das Kokain ist sehr empfindlich!' finden würde.", scherzte Trevor knochentrocken, konnte sich aber ein verschmitztes Schmunzeln nicht verkneifen, so dass David ein wenig verdutzt wie ein verschlafener Junge am Morgen kurz vor Schulbeginn glotzen musste. "Du willst Kokain finden? Verarsch mich halt.", noch brauchte das Hirn ein wenig bis es warm wurde, dafür waren die Nudelsuppen und der Kaffee letztendlich da. Warmes Glucksen, Trevor zuckte mit den Achseln amüsiert. "Besser als jeder Energyriegel. Einmal das Näschen kurz pudern und gut ist.", tatsächlich schnaubte David belustigt über Trevors Humor am Morgen. Noch war die Sonne nicht am Himmel, man konnte aber so langsam und sicher das Licht am Horizont entdecken.

Sie nutzten im Moment eine schäbige Wohnung, ein verlassenes Apartment, jedoch nicht unweit vom Terminal Warehouse Inc entfernt. Im Grunde genommen könnten sie einen lockeren Spaziergang dorthin wagen, doch dann würden sie wohl schleppen müssen, falls sie etwas finden sollten. Aus dem Grund wäre Trevors robuster Jeep geeigneter, so könnten sie potenzielle Frachten kurz einladen und adios. David nippte schon am Kaffee, Trevor ließ sich mit seiner Mahlzeit etwas mehr Zeit. Auch gut, sie hatten es nicht eilig. Es kam ihm sogar gelegen, weil er brauchte heute ungewöhnlich länger als üblich. Davis Kollege wedelte einmal mit dem Trockenfleisch in der Hand, schüttelte den Kopf begeistert von der Erfindung. "Weißt... vorher hätte ich das Ding nicht angerührt, glaube ich. Die haben den Mist auch an Tankstellen verkauft. Beef Jerky. Einmal probiert und ich dachte, dass mir die Löffel abfallen. Jetzt sehe ich das als Lebensretter.", Smalltalk. Trevor machte das bewusst so, er wollte David aufheitern und ihn an der Stange halten. Trevor wusste nämlich ganz genau, dass David seine Probleme mit der sozialen Ader hatte. Wenn der Mann in Schwarz noch weiter in sich fiel, würde er nie aus dem Loch finden, so Trevors Ansicht. "Der feine Herr hatte also weitaus anspruchsvollere Speisekarten ausprobiert, hm? Du weißt schon... Ramsay Gordon und son Quatsch." - "Hast du mich mal angeschaut, die hätten mich nie in so einen Laden gelassen. Vermutlich hätten sie auf so ein 'Der beste Freund bleibt draußen'-Schild gezeigt.", Selbstironie also, auch nicht schlecht. David begann selber tief zu glucksen, trank dann noch einen großen Schluck von seinem Metallbecher, als Trevor seine Portion in wenigen Zügen schnell beendete. Kleinlautes Rülpsen, Trevor hielt sich an die Magengegend. "... wenn ich jeden Tag so esse, dann kacke ich irgendwann einen Teletubbie aus.", sehr professionell. Wenig später klopfte Trevor trommelnd ab und bereitete sich für die Mission vor. Beschaffungen waren wichtig, so tauschten sie im Falle des Falles mit anderen Gruppen.

David trug bereits seine geschwärzte Feldjacke, ein kurzer Waffencheck und dann die Pistole abgesichert vorne in den Gürtel hinein. Die gekürzte Form der Mossberg 590 Shockwave hang mit einem Holster in der Innenjacke fest, so dass David (im Falle einer Überraschung) das Ding sofort griffbereit hatte. Es ging recht routiniert und schnell, sehr geübt, darum ließen sie sich bei ihren Mahlzeiten Zeit. Keiner brauchte länger als zehn Minuten, es gab hin und wieder einen kleinen Wettbewerb unter ihnen. Extramunition in der anderen Tasche verstaut, es hatte alles seine Ordnung. David wollte im Gefecht nicht nach der passenden Munition suchen, viele unterschätzten Ordnung und Organisation gehörig. Er wollte nicht sterben, weil er eine Patrone seiner Pistole in das Gewehr drückte oder andersrum. Brecheisen und Dietrich bereit. Laut oder leise, sie hatten die Wahl minus Qual. Ready to go.
Das Duo schloss mit schnellen Schritten zum Jeep auf und fuhren auf das besagte Gelände des Warenlagers. Alle Rollläden zu, keiner hatte das Ding von außen betrachtet angerührt. Trevor parkte seinen Jeep am Eck, Hauptsache nicht auffällig auf dem Parkplatz, dann klatschte er eine selbst gekritzelte Notiz an die Windschutzscheibe. maine Mami komt glaich mia abholän... bitte nihct dsa Audo mitnähmen! - man konnte nie sicher genug sein, die Notiz könnte für eine Überraschung sorgen. Leute guckten gerne bei so einer Notiz, wurden vielleicht wehleidig, weil es eindeutig von einem Kind stammen könnte, gerade weil ein kleines Strichmännchen darauf abgebildet ist. Im Hintergrund der Zeichnung aber sehr viele Untote und neben dem Männchen ein Hund mit ihm wartend. Trevor konnte Leute vielleicht damit zum Denken anregen.

Dietrich, Mitarbeitereingang und David als wachsame Augen. Trevor knackte den Eingang recht fix, stieß die Tür sanft auf und kommentierte dies mit einem abgedroschenen "Sesam öffne dich". Kein Licht, natürlich, aber dafür sorgte das Duo selber und sie spazierten den langen Flur entlang. Hinter ihnen fiel die Tür zu, dank dem Luftzug bisschen schwerer, so dass David über die Schulter sah und Trevor einen kurzen Schrecken bekam. "... mir wäre fast etwas aus dem Popo gerutscht!", durchatmen, weitermachen. Keine Anzeichen von Untoten, das war alles vielversprechend. Die Türen von innen nicht abgesperrt, zum Glück, sonst hätte er wieder den Dietrich benutzen müssen, doch im Großen und Ganzen sah das Warenlager gefüllt aus. An manchen Regalen fehlte etwas, natürlich, das Ding konnte nicht komplett voll sein. Spärliches Licht drang durch die Fenster hinein, das verlassene Warenlager war von ihnen größer als von außen. "Schon mal einen Gabelstalpler bedient, Soap?" - "Soll ich etwa?", erwiderte David unglaubwürdig, Trevor klopfte ihm kurz auf die Schulter und zeigte nach oben zu den Regalen. Weit oben. "Du musst nicht, aber da oben könnten Sachen sein. So hätte ich es getan. Aus den Augen, aus dem Sinn. Kein Cop der Welt würde sagen 'Ja, hör mal, Kolleg, du hiev'sch jetzt da mal was runter!' oder so. Zu faul, zu hungrig auf einen Donut.", okay, gut, aber dann fehlten die Schlüssel für den Gabelstapler. David seufzte und erkannte eine Treppe auf der anderen Seite. Sie führte in das Büro, dort könnten Informationen sein. Das Büro wirkte aus der Entfernung wie ein Wachturm. "Alles klar, gucken wir uns das an.", aufsteigende Vorfreude, Trevor klatschte wiederholt in die Handflächen und rüttelte an David genauso energisch! Das Grinsen um ein Haar wölfisch, jetzt waren sie im Geschäft.

Vorsichtige Schritte, David und Trevor versuchten durch das Fenster zu lugen. Oh, da lag jemand! Angelehnt, offene Schädeldecke und der Revolver neben der Leiche. Selbstmord? Trevor wich mit dem Kopf zurück, schnalzte daraufhin mit der Zunge gespielt traurig. "Sein Schädel feiert Open-air.", im Büro stank es ein wenig, aber das war zu erwarten gewesen. Trevor schnappte sich den Schlüssel für den Gabelstapler im Kasten und warf ihn zu David welcher wiederum die klirrenden Schlüssel abfing. "Apropos... weil du mich ja gefragt hattest. Ich hätte wirklich Lust auf einen Banjo. Ich würde Cotton Eye-Joe echt ewig spielen.", doch genau in diesem Moment, gerade als sie sich zum Gabelstapler begeben wollten, gingen die Herrschaften in Deckung und drückten vorher im schlechten Licht die Bürotür zu. Vorsichtig, leise und unauffällig. Andere Menschen! Trevor hielt sein modifiziertes Sturmgewehr bereit. Das wirklich Fiese an seinem Sturmgewehr? Thermalvisier. Er konnte im Dunkeln wie eine Katze sehen. Komplette Stille, konzentrierte Blicke. Sie waren wie Statuen.

Keri
The Storage-Queen
"Always do sober what you said you’d do drunk. That will teach you to keep your mouth shut."
Auch das vermeintliche Ende der Welt konnte nichts daran ändern, dass Nicole die Fehler ihrer Vergangenheit bis zum heutigen Tag bereut - und wenn sie die Wahl hätte, nochmal die Zeit zurück zu drehen? Würde sie dies definitiv tun! Vor Greg... und vor allem vor diese verhängnisvolle Nacht, die ihr bisheriges Leben ruinieren sollte.
Warum sie das Virus nun nicht einfach als Geschenk für einen kompletten Neuanfang ansieht? Tja... vielleicht könnte sie das - wenn es nicht womöglich irgendwo da draußen noch Menschen gäbe, die ihr am Herzen liegen und von denen sie nicht einmal mehr weiß, ob sie noch leben. Für Nicky ist es jedenfalls kein Neuanfang - viel mehr eine fortwährende Strafe, die sie jeden Morgen aufs neue daran erinnert, was sie verloren hat...
Abwesend
#2
Gideon_SunglassEs sollte nochmal einer behaupten, sie würde sich nur in ihrem Lager oder der Mensaküche verkriechen und einen Bogen um die Außenwelt machen!! Denn nur, weil Nicole weiß Gott alle Hände voll damit zu tun hatte, die hungrigen Mäuler in der Universität zu stopfen – sicherzustellen, dass es ihnen an nichts Wichtigem fehlte und die Vorratskammern immer gut gefüllt waren, bedeutete das ganz bestimmt nicht, dass sie nicht klar kam mit diese neuen Welt da draußen! Sicher… es war weitaus angenehmer sich mit der Rationierung von Klopapier auseinanderzusetzten, als mit hungrigen Untoten, die einen anknabbern wollte! (Wobei… um ehrlich zu sein konnten die Bewohner der Universität manchmal auch ganz schön anstrengende Diven sein… Iss ein Snickers, Karen!! Und dann heul leiser, weil es keine Feuchttücher mehr gibt…) – aber es gab auch bei Gideon Dinge, die sie nur ungern aus der Hand gab und lieber selbst ein Auge drauf werfen wollte… und dazu zählten unter anderem solche vielversprechenden Funde wie das Terminal Warehouse in Norfolk, über das vor kurzem eines ihrer Plünderertrupps gestolpert war.

Sicher, für die üblichen Besorgungsrunden machte die Dunkelhaarige sich nicht die Mühe extra mitzukommen – dafür hatte sie ihre Listen, auf denen für die Plünderer all die Lebensmittel, Waren und sonstigen Gebrauchsgegenstände standen, welche gerade knapp wurden – und die gerne mal scherzhaft als ‚Gideons Einkaufszettel‘ bezeichnet wurden. Doch auch wenn sie jedem Idioten zutraute Zahnpasta zu finden… oder Raviolidosen – so war das Verteilerzentrum, dass heute auf der Liste stand, ein ganz anderes Kaliber. Eine einzige Wundertüte - von der keiner so recht wusste, was sie enthielt. Aber Nicky? Wusste ganz genau, wie sie aus dem Sammelsurium an Kisten und Paketen die wirklich nützlichen Dinge herausfiltern konnte… damit die Ladefläche des Reo M35 A2 bei der Rückkehr zur Universität nicht mit lauter Spielereien vollgestellt war, wie einem Flipperautomaten… oder einem aufblasbaren Jacuzzi oder dergleichen (denn sie kannte ihre Pappenheimer mittlerweile einfach zu gut… die würden vermutlich auch noch sinnlosere Gegenstände auftreiben und zur Uni karren, wenn man sie ließe…).

Also hatte die Lager-Verwalterin nach dem Frühstück alle Männer zusammengetrommelt, die ihr für diese Plündertour zugeteilt worden waren (Fünf an der Zahl – zwei der ehemaligen Söldner, die ihnen im Fall der Fälle Rückendeckung geben konnten und drei Zivilisten, die sich bisher als vernünftige Plünderer bewiesen hatten und auch sonst ordentlich anzupacken wusste. Nicole selbst hatte vorne auf den Beifahrersitz Platz genommen und blätterte noch einmal durch ihren Notizblock, auf dem sie immer vermerkte, wonach mit welcher Dringlichkeit Ausschau gehalten werden sollte, während sie sich ihrem Ziel langsam näherten. Es war ruhig an diesem Vormittag – was per se ja erstmal keine schlechte Ausgangssituation war – und trotzdem verspürte die Dunkelhaarige schließlich ein aufgeregtes Kribbeln unter der Haut, als sie auf das Gelände des Warehouses abbogen und direkt auf das große Gebäude zusteuerten. “Fahr zu einer der Laderampen…und dann rückwärts ran.“, wies sie Mike hinter dem Steuer an. Je nachdem, was sie im Inneren vielleicht noch erwarten würde, wäre es immer klug das Fahrzeug direkt so zu positionieren, dass sie schnellstmöglich abhauen konnten. Mal ganz davon abgesehen, dass sie sich eine Menge Plackerei sparten, wenn sie womöglich einen Hubwagen fanden und ihre Funde so direkt auf die Ladefläche des Militärtrucks verfrachten konnten.

Das Fahrzeug hielt schließlich – und kaum das Nicole aus dem Führerhaus gesprungen war, kamen auch schon die anderen Männer auf sie zu, welche hinten auf der Ladefläche mitgefahren waren. Schnell war ein Schlachtplan gemacht, wie sie am besten ins Gebäude kommen würden (wobei Gideon sich dezent im Hintergrund hielt – denn ihre Stärken lagen definitiv woanders, als sich mit einer taktischen Türramme Zutritt zu verschaffen. Dafür waren sie jedoch ein eingespieltes Team – und kaum war eine der Seitentüren mit einem kraftvollen, lauten Hieb aufgebrochen, schlich auch schon ‚die Vorhut‘ ins Innere, um diese zu sichern. Wie es aussah erwartete sie da drin keine Zombie-Überraschung und auch sonst ließ alles darauf schließen, dass sie allein in der Lagerhalle waren – so dass nun auch der Rest der Männer rein ging, gefolgt von Gideon. Einer der Männer steuerte direkt auf das Rolltor zu, vor welchem ihr Truck wartete – und zog es an einer Kette auf – womit sich oberhalb der Plane auch direkt das helle Sonnenlicht ins Halleninnere ergoss. Es reichte zwar nicht aus, um das schummrige Halbdunkel wirklich zu erhellen – aber zumindest musste man sich so keine Sorgen mehr darüber machen, versehentlich über eine Kiste zu stolpern. Die Sonnenbrille, welche Gideon auf dem Weg hier her jedoch auf der Nase getragen hatte, erschien nun trotzdem überflüssig – und so wanderte sie an einem der Bügel aufgehängt an den Ausschnitt ihres T-Shirts.

Ein paar Augenblicke lang schienen sich alle recht überrascht umzublicken – denn es war schon wieder eine ganze Weile her gewesen, dass sie zuletzt einen solchen Fund gemacht hatten. Noch dazu, weil das Warehouse bis jetzt vollkommen unberührt erschien. Eine echte Seltenheit, nach gut 10 Monaten Zombie-Apokalypse. Doch dann ging das aufgeregte Geschnatter und das neugierige Stöbern der Männer auch schon los, als hätte Gideon es hier nicht mit einer Handvoll erwachsener Kerle, sondern einem Haufen pubertierender Teenager zu tun. Leicht genervt verdrehte sie die Augen und versuchte sich nicht direkt an den Kopf zu fassen… ‘Waaaaahnsinn… was sich wohl alles in den Kisten befindet? – Ich wette eine Menge nützlicher Sachen… aber bis wir das alles durchforstet haben, uff!! – Meine Frau hat früher immer gern online Klamotten bestellt… HEY GIDEON, vielleicht finden wir ja ein paar hübsche Sachen für dich?!‘ - schmutziges Lachen und ein paar Gröhler erklangen, bevor das Großmaul mit dem Kleider-Fetisch ein lautes ‘Autsch, verdammt…‘ von sich gab, als Gideon ihn erreicht und mit Schwung ihre flache Hand über seinen Hinterkopf gezogen hatte. ‘War ja nur ein Witz…‘, schob er weitaus kleinlauter hinterher, während sich nun auch der Rest der Jungs überraschend schnell wieder beruhigte und tatsächlich die erste sinnvolle Frage kam: ‘Und wie gehen wir jetzt vor?‘ - schon blickten fünf fragende Gesichter in Gideons Gesicht… die nun eindeutig wieder in ihrem Element war!

“Hier muss es irgendwo Lager- und Frachtlisten geben. Wenn wir die haben, wissen wir auch was in den Kisten und Paketen ist… und können gezielt auf die Suche gehen.“, gab sie knapp zusammengefasst ihre Gedanken wieder, während ihr Blick bereits durch die Halle glitt… und schließlich an einem Büro auf einer erhöhten Ebene hängen blieb. “Müsste ich wetten, würde ich sagen, dass wir dort fündig werden…“ - eine knappe Geste mit ihrem Daumen, der in die entsprechende Richtung zeigte folgte, bevor sie sich auch schon umwandte, um zu der eisernen Treppe zu gehen, die sie nach oben führen würde. Sie erwartete nicht, dass einer von dem Flohzirkus ihr folgte – konnte sie sich doch schon denken, dass die lieber Bescherung spielen und schon mal die ersten Kisten öffnen wollten, während sie sich durch den schnöden Papierkram wühlen würde. Außerdem konnte ja auch keiner ahnen, dass sie eben doch nicht alleine hier drin waren – und es vielleicht gar nicht so unklug gewesen wäre, wenn Gideon von wenigstens einem Gewehrlauf (wenn schon nicht fünf) begleitet wurde…

Der Mann ohne Gesicht, der Schatten, die Hülle und das schwarze Loch - David ist ein Wanderer, er wurde noch während des Ausbruches von einem Begleiter gerettet. Ohne ein Stück Erinnerungen an das, was er vorher war, musste sich David der neuen Welt rasch anpassen und zur gleichen Zeit mit seiner fehlenden Identität kämpfen. Die Hundemarke, die ihm zumindest einen kleinen Anhaltspunkt hätte geben können, keine Hilfe. David irrte mit seinem Retter, welcher inzwischen zu einem wichtigen Freund geworden war, mehrere Monate ohne einen Namen. Erst viel später benannte sein Freund ihn, fast schon so wirkte, als würde er einem Hund einen Namen geben. Aus dem Wanderer wurde David, David "Soap" Ripley. Trevor und David laufen inzwischen ein ganzes Jahr durch die untoten Steppen der Vereinigten Staaten, sie haben Gruppen kommen und sterben sehen, mussten sich durch Feinde kämpfen und sind einige Male dem Tod ausgewichen. Ein Jahr ist ihm nicht genug, David ist ein enorm ruheloser Geist. Es quält ihn, macht ihn auf weite Strecken ungenießbar, doch eins muss man dem Mann lassen... er weiß sich erschreckend gut zu wehren, er hat noch einige Automatismen tief sitzen und reagiert hin und wieder aus purem Instinkt. Mit seinem Begleiter verbindet David eine enge Freundschaft, sie sind Waffenbrüder und kommen seitdem nur im Doppelpack. Trevor hat, selbst wenn David es nicht zugibt, dem Geist etwas Leben eingehaucht. Genug, um nicht das Handtuch zu werfen. Der Wanderer ist ein fragwürdiger Zeitgenosse, er ist genauso hart wie er aussieht und schlägt vermutlich noch härter zu. Das Duo kommt aus Baltimore, haben Virginia gerade erst vor einer Woche erreicht und wissen nicht wohin mit sich. Erfahrungsgemäß wurden potenzielle Heime überrannt oder überfallen, also bleiben sie in Bewegung und wollen sich den Luxus, dass sie ein festes Zuhause haben könnten, nicht mehr antun. Man sieht ihm an, dass er kein Schwächling ist. Der Mann kämpft einen Krieg und dieser hört selbst mit seinem Tod nicht auf. Virginia ist nur eine weitere Station, ein Fleck in seinem Kapitel, nichts weiter. Sobald sie hier fertig sind, werden sie wohl wieder in eine komplett zufällige Windrichtung reiten und weitermachen.
Offline
#3
G'schichten aus'm Paulaner Garten Vol. 1
Illegal, legal, egal




Schweres Fahrzeug? Der Motor schien das stark anzudeuten, dann passierte es! Eine Rollade ging auf, das Licht von draußen brannte in diese kalte Lagerhalle und schon spazierten munter insgesamt sechs Leute in die Lagerhalle hinein. Trevor presste beide Lippen ein wenig überrascht aufeinander, David konnte es nicht per se sehen, weil er die Tür im Auge behielt, als Trevor auch sehr leise flüsterte. Er nutzte die Stimmen von unten als Netz für seines, so dass man ihn nicht hörte. "Sechs Leute, Soap.", David nickte einmal dezent, bestätigte die Aussage mit einem grimmigen 'Mhm'. Sie waren in der Unterzahl und höchstens einem sauberen 'Swift' im Vorteil, doch alles nach dem Swift, also einem Überraschungsangriff aus dem Hinterhalt, stand in den Sternen. David biss alle Zähne aufeinander, pochte unter seiner Haut hitzig und dachte urplötzlich an einen Kampf. Dreckig, unsauber, unfair - blutig. Das Geschwätz der Leute dort unten fand Trevor hingegen sympathisch, seine Augenbrauen fanden in die Höhe und er grinselte unter dubiosen Umständen über die Situation. David fand das alles andere als witzig, zum Glück sah er die grinsende Fratze von Trevor nicht, als auch die nächste Information kam. "Die Dame vom Grill kommt.", eine Anführerin also? David bewegte sich in der Hocke erstaunlich still, nutzte eine verdunkelte Ecke und passte sich mit seinem komplett schwarzen Dresscode wie ein Chamäleon an. Trevor blickte zu der längst verstorbenen Leiche und nahm zur Sicherheit den Revolver mit fünf Schuss (eine Kugel durch den Selbstmord verschwendet) mit, er steckte ihn einfach weg, damit es nicht zu 'Unfällen' kam.

Schritte, die Dame kam mit jedem einzelnen Schritt näher. Trevor zeigte mit einem Handzeichen zu David, dieser blieb im Schatten und wurde eins mit ihm. Noch bevor die Dame die Tür öffnete, hinderte Trevor sie verbal nett daran. "Aaaah... Ma'am?", höfliche Anrede, höflicher Ton, Trevor hatte Position an einer Wand bezogen und bot somit von außen keine freie Schussbahn. "Wenn Sie nett wären und mir einen Kaffee spendieren würden, noch bevor Sie hier rein kommen? Ich würde sogar zahlen. Drei Würfelzucker und etwas Milch?", anhand der Worte konnte man deutlich raushören, dass sogar er bei dem Satz lächelte. Trevor würde Davids Position nicht verraten, schließlich war David sozusagen die brachiale Trumpfkarte. Käme sie jetzt durch die Tür gestürmt, dann bekäme sie von David hinterrücks einen Kopfschuss aus nächster Nähe. Ende gut, alles gut. Selbstverständlich hoffte Trevor, dass das genau NICHT passierte. "Ich und mein Bruder wollten ein paar Kisten öffnen. De-facto sind wir seit knapp fünf Minuten hier, vielleicht weniger.", offene Karten ausspielen, nicht pokern, Trevor musste nicht lügen. David rührte immer noch keinen Muskel, die Atmung so flach, dass man ihn mit einer Wachspuppe hätte verwechseln können. "Entschuldigen Sie, dass ich so viel rede. Es ist lange her gewesen, dass wir Menschen getroffen haben. Jedenfalls... wir würden gerne raus kommen, am besten ohne einen Schusswechsel?", während Trevor die Frau zu überzeugen probierte, dass sie keine Assis waren, enthielt sich David komplett. Er dachte sich nur seinen Teil ganz still.

"Gucken Sie mal ins Eckchen.", riet Trevor, sie musste sich nur ein wenig zur Seite lehnen und durch das Fenster glotzen. Die Spiegelung verriet ihn, doch dafür musste man doppelt gucken. Trevor hob die Handfläche tatsächlich grüßend, versuchte relativ charmant zu grinsen und wirkte dabei hölzern. War lange her gewesen, dass man mit anderen Menschen zusammenkam. "Hi.", komödisches Timing seinerseits, brutal stumpf. Trevor wechselte mit David keinen einzigen Blick aus, er sah konsequent zu der Frau und versuchte non-offensiv zu wirken. Manche Leute schossen eben andere Leute nur über den Haufen, wenn ihnen die Nase nicht gefiel. "Gebäck zum Kaffee?", fragte der Mann als Metapher, dass man sich ohne Stress unterhalten könnte. Bei der Aussage grinste Trevor mit seiner Mütze auf dem Kopf spitzbübisch. Er machte die ersten Schritte, wortwörtlich, indem Trevor aus der Deckung kam und das Gewehr vorsichtig auf dem Rücken verstaute und die Handflächen zeigte. Er 'opferte' sich so gesehen für David. Hauptsache Soap bekam keine Kugel ab. Das gefiel ihm nicht, ganz und gar nicht, da konnte Trevor noch so charmant und warm klingen. David rechnete mit einem Missverständnis, einem Angriff und seinem Tod, so dass es ihn in den Fingern juckte. Bereits die Gesichtszüge auf seinem Gesicht schrien, dass Trevor solche Faxen sein lassen wollte, lieber jetzt, weil sie ganz genau wussten was für Leute dort draußen spazierten.

Keri
The Storage-Queen
"Always do sober what you said you’d do drunk. That will teach you to keep your mouth shut."
Auch das vermeintliche Ende der Welt konnte nichts daran ändern, dass Nicole die Fehler ihrer Vergangenheit bis zum heutigen Tag bereut - und wenn sie die Wahl hätte, nochmal die Zeit zurück zu drehen? Würde sie dies definitiv tun! Vor Greg... und vor allem vor diese verhängnisvolle Nacht, die ihr bisheriges Leben ruinieren sollte.
Warum sie das Virus nun nicht einfach als Geschenk für einen kompletten Neuanfang ansieht? Tja... vielleicht könnte sie das - wenn es nicht womöglich irgendwo da draußen noch Menschen gäbe, die ihr am Herzen liegen und von denen sie nicht einmal mehr weiß, ob sie noch leben. Für Nicky ist es jedenfalls kein Neuanfang - viel mehr eine fortwährende Strafe, die sie jeden Morgen aufs neue daran erinnert, was sie verloren hat...
Abwesend
#4
Im einen Moment schien die Welt noch in Ordnung – das aufgeregte Geplapper der Männer fügte sich hinter Nicoles Rücken zu einer angenehmen Hintergrundbeschallung zusammen, während ihre Schritte die Stahltreppe unter ihren Füßen in leise Schwingungen versetzte. Niemand rechnete in diesem Augenblick mit Problemen - was im Nachhinein betrachtet wohl als purer Leichtsinn einzuordnen gewesen wäre. In einer Welt wie dieser, musste man quasi hinter jeder Ecke mit Ärger rechnen – und gerade wenn alles ruhig und friedlich schien, sollte ein intelligenter Mensch ohne Todessehnsucht sich eher fragen, ob das nicht auch auf eine Falle oder einen Hinterhalt hindeuten konnte. Sicher… Gideon war wohl die letzte Person, der man Paranoia nachsagen konnte – aber Unvorsichtigkeit? Man lernte wohl nie aus… - Selbst wenn nichts darauf hindeutete, dass sie Gesellschaft hier drin haben könnten, ab nun würde die Dunkelhaarige wohl jede Ecke zweimal checken lassen, bevor sie einfach so losmarschierte…

… was ihr in der Sekunde, da ihre Hand den Griff der Bürotür berührte, um sie leise aufzuschieben, auch auf recht unschöne Weise klar wurde. Denn so freundlich die unbekannte Stimme auch klang, welche sie nun überraschte… sie bescherte Nicole dennoch eine ungute Vorahnung samt Gänsehaut. Kurz hielt sie den Atem an. Versuchte die Situation zu analysieren und sich darüber klar zu werden, woher genau die Männerstimme kam. Ihre Hand blieb genau dort liegen, wo sie gewesen war – denn das Letzte was sie nun wollte, war dem Typen einen Grund zu geben einfach zu schießen. Er sollte gar nicht erst auf die Idee kommen, dass sie vor hatte eine Waffe zu ziehen – denn das wollte Gideon definitiv vermeiden.

Der Mann sprach weiter… kryptische Worte, bei denen sie sich nicht ganz sicher war, ob es einfach nur humorvoll klingen sollte, oder der Kerl nicht doch vielleicht einfach einen Sockenschuss hatte. Kaffee, eh?! - “Ein Kaffee klingt vernünftig…“, antwortete sie ihm mit bewusst ruhiger Stimme, um auch non verbal klar zu machen, dass sie nun nicht vor hatte irgendwelche unklugen Aktionen durchzuführen. Sie würde einfach ruhig hier stehen bleiben, bis sie einen Weg gefunden hatten gemeinsam und friedlich aus diesem Dilemma zu kommen – ließ dabei nur unwesentlich ihren Blick über die nähere Umgebung gleiten, um sich ein deutlicheres Bild davon zu machen, warum der Typ hier oben war… bis… ihr Blick an der Leiche hängen blieb, dessen durchdringend süßlich-fauler Geruch ihr bereits in die Nase gestiegen war und die Worte ihres Gegenübers doch wieder eine Alarmglocke in Nickys Kopf schrillen ließ. Ich und mein Bruder?!?

Sie ging mal nicht davon aus, dass er damit den Toten meinte… und falls doch, wäre es wohl eine Erklärung dafür, weshalb sein Freund evtl. zur Kategorie ‚Hat-nicht-mehr-alle-Tassen-im-Schrank‘ gehörte. Sie hoffte aber irgendwie trotzdem für ihn, dass er nicht mit einem Toten in einer verlassenen Lagerhalle hauste, sondern wirklich irgendwo einen Freund im Versteck hocken hatte – keinen imaginären Freund - auch wenn beide Varianten nun nicht unbedingt für Gideons aktuelle Situation sprachen. Apropos…

Auch ihr fiel nun auf, dass die Stimmen unten verstummt waren und ein leises Klicken durch das Warehouse hallte, als jemand seine Waffe entsicherte. Gleich darauf folgte ein vorsichtig fragendes “Gid? Alles in Ordnung bei dir?!“ weil ihren Begleitern offensichtlich nicht entgangen war, dass sie wie erstarrt vor der Bürotüre stehen geblieben war. “Alles gut!“ - bestätigte die Frau mit klarer, unmissverständlicher Stimme, während sie ihre freie Hand auf Bauchhöhe anhob und von sich wegstreckte – die flache Hand ihren Männern zugestreckt, als eindeutiges Zeichen, dass sie dort unten bleiben und keine Dummheiten anstellen sollten. Doch ihr Blick? Ruhte dabei ohne Unterbrechung weiter auf dem kleinen Büro vor ihr, bevor sie ihre Stimme wieder an den Mann… bzw. die Männer?! – darin richtete. “Scheint so, als hätten wir heute die selbe Idee gehabt“ - bevor sich ein sanftes Lächeln auf ihren Lippen abzuzeichnen begann, mit dem sie die angespannte Stimmung ein wenig aufzulockern versuchte. So etwas spiegelte sich auch in der Stimme wieder, dass wusste sie nur zu gut… “Doof gelaufen, mh?!“, man nahm ihr das Bedauern wirklich ab, und tatsächlich hätte sie ja auch auf ein solches Aufeinandertreffen verzichten können “…aber ich bin mir sicher, wir finden eine Lösung, bei der wir alle zufrieden raus gehen, oder? Sind schließlich mehr als genug Kisten für alle hier… mh?“ - man musste ja kein Problem draus machen, wenn man nicht wollte? Und Gideon… wollte definitiv nicht. Dazu hing sie viel zu sehr an ihrem Leben…

Das ihre neue Bekanntschaft gesprächig war, hatte Gideon dabei auch schon ohne seine Selbsterkenntnis bemerkt, welche wenige Augenblicke später folgte. Aber mit gesprächigen Gästen? Konnte die ehemalige Barkeeperin wunderbar umgehen. Vielleicht sogar noch besser, als mit den Wortkargen – jedenfalls musste sie tatsächlich kurz aufrichtig grinsen, bevor sie beschwichtigend meinte, “Schon ok… ich bin eine gute Zuhörerin – hat man mir zumindest mal gesagt…“ und mit ihrem Blick dann seiner Aufforderung folgte. Nun schlich sich auch ein kurzes, amüsiertes Lachen aus ihrer Kehle, als sie den Bärtigen entdeckte – die Begrüßung hatte wirklich etwas von seltener Situationskomik – und trotzdem tat sie es ihm gleich, hob ihre Hand noch wieder von dem Türgriff in die Luft und ließ ihre Finger kurz zum Gruß wackeln. Es war definitiv besser hier mit seltsamen Freunden rauszugehen, als mit gruseligen Feinden - oder gar nicht mehr, weil man eine Kugel im Kopf hatte. Also blieb Gideon bei ihrem Plan es weiter auf die ruhige, freundliche Schiene zu versuchen, um die Situation zu entspannen.

Und es schien tatsächlich zu funktionieren – sehr zur Freude der Dunkelhaarigen, die innerlich ein wenig Aufatmete. "Gebäck zum Kaffee?" - auch wenn der komische Kauz einen ungewöhnlichen Humor hatte… irgendwie mochte sie ihn trotzdem - “Ich hab nichts gegen ein ruhiges Kaffeekränzchen einzuwenden…“ und so zwinkerte sie dem Bärtigen knapp zu, als dieser schließlich aufstand – während sie gleichzeitig zwei Schritte von der Tür weg machte und ihren Oberkörper dann wieder den wartenden Männern unten zuwandte. “Nehmt die Waffen runter“ - keine Bitte. Ein Befehl! Und auch wenn sie leises Murren zu vernehmen meinte und die Anspannung förmlich spüren konnte, welche dort unten herrschte (schließlich wussten die fünf ja nicht einmal, womit Gideon es gerade zu tun hatte), war die Dunkelhaarige fest entschlossen ihren Deeskalationskurs weiter zu fahren. Hier sollte es heute keine unnötigen Toten geben. Davon gab es ohnehin schon viel zu viele…

“Kleiner Vorschlag zur Güte…“, wandte sie sich dann aber letztlich doch wieder dem Fremden zu und sah ihn direkt an, bevor sie weitersprach, während ihre Hände nun wieder entspannt neben ihrem Körper ruhten. “Ich war eigentlich hoch gekommen, um einen Blick in die Lagerlisten zu werfen… wie wär’s also, wenn ich kurz reinkomme und schaue, ob ich vielleicht noch ein paar Chocolate-Cookies finde und wir dann gemeinsam runter gehen um die Kisten zu öffnen?“ - so könnte man sich auch direkt einigen, wer welchen Fund bekam – wie man die Waren ggf. aufteilte… etwas, wo sie die Einmischung der Jungs unten definitiv nicht brauchte. Außerdem? Sollte es auch in gewisser Weise ein Vertrauensbeweis sein. Auch sie würde einen Schritt auf ihn zu machen… und um das zu unterstreichen, schob sie nun auch noch eine längst überfällige Vorstellung hinterher, “Ich bin übrigens Gideon…“ - gefolgt von einem erneuten, sanften lächeln – ehe sie die Antwort des anderen abwarten würde. Sie hatte wirklich keinerlei böse Absichten und hoffte, dass er das auch erkannte. Allerdings vergaß Gideon bei all dem netten Geplänkel etwas, dass vielleicht doch noch zu Spannungen führen könnte, wenn der Bärtige tatsächlich einverstanden wäre und sie ins Büro kommen ließ – nämlich dass sie ihre Sig Sauer noch immer hinten in ihrem Hosenbund trug – Griffbereit für Notfällte, selbst wenn sie auf diese gut und gerne verzichten konnte und wollte. Es war mehr ein Muss - denn wer sich in diesen Zeiten ohne Waffen draußen herum bewegte, war vermutlich lebensmüde… und Gideon? Vergaß oft genug, dass die Waffe dort steckte, weil sie diese eben wirklich nur im Ausnahmezustand nutzen würde… so wie sie eben auch jetzt absolut nicht mehr daran dachte… oder an die Tatsache, dass man es womöglich als arglistige Täuschung ansehen könnte…

Der Mann ohne Gesicht, der Schatten, die Hülle und das schwarze Loch - David ist ein Wanderer, er wurde noch während des Ausbruches von einem Begleiter gerettet. Ohne ein Stück Erinnerungen an das, was er vorher war, musste sich David der neuen Welt rasch anpassen und zur gleichen Zeit mit seiner fehlenden Identität kämpfen. Die Hundemarke, die ihm zumindest einen kleinen Anhaltspunkt hätte geben können, keine Hilfe. David irrte mit seinem Retter, welcher inzwischen zu einem wichtigen Freund geworden war, mehrere Monate ohne einen Namen. Erst viel später benannte sein Freund ihn, fast schon so wirkte, als würde er einem Hund einen Namen geben. Aus dem Wanderer wurde David, David "Soap" Ripley. Trevor und David laufen inzwischen ein ganzes Jahr durch die untoten Steppen der Vereinigten Staaten, sie haben Gruppen kommen und sterben sehen, mussten sich durch Feinde kämpfen und sind einige Male dem Tod ausgewichen. Ein Jahr ist ihm nicht genug, David ist ein enorm ruheloser Geist. Es quält ihn, macht ihn auf weite Strecken ungenießbar, doch eins muss man dem Mann lassen... er weiß sich erschreckend gut zu wehren, er hat noch einige Automatismen tief sitzen und reagiert hin und wieder aus purem Instinkt. Mit seinem Begleiter verbindet David eine enge Freundschaft, sie sind Waffenbrüder und kommen seitdem nur im Doppelpack. Trevor hat, selbst wenn David es nicht zugibt, dem Geist etwas Leben eingehaucht. Genug, um nicht das Handtuch zu werfen. Der Wanderer ist ein fragwürdiger Zeitgenosse, er ist genauso hart wie er aussieht und schlägt vermutlich noch härter zu. Das Duo kommt aus Baltimore, haben Virginia gerade erst vor einer Woche erreicht und wissen nicht wohin mit sich. Erfahrungsgemäß wurden potenzielle Heime überrannt oder überfallen, also bleiben sie in Bewegung und wollen sich den Luxus, dass sie ein festes Zuhause haben könnten, nicht mehr antun. Man sieht ihm an, dass er kein Schwächling ist. Der Mann kämpft einen Krieg und dieser hört selbst mit seinem Tod nicht auf. Virginia ist nur eine weitere Station, ein Fleck in seinem Kapitel, nichts weiter. Sobald sie hier fertig sind, werden sie wohl wieder in eine komplett zufällige Windrichtung reiten und weitermachen.
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#5
G'schichten aus'm Paulaner Garten Vol. 1
Illegal, legal, egal




Überraschender Weise zeigte sich die Frau auf der anderen Seite der Tür als gesprächig. Umso angenehmer wurde der Plausch für alle Beteiligten, als sie sich mit einem ähnlichen Witz für eine Zusammenarbeit erklärte. Trevor strahlte um ein Haar in dem Raum wie ein Kind zu Weihnachten, immerhin waren hier so viele Kisten und keiner würde leer ausgehen. David konnte sich für all den Plausch weniger begeistern lassen, er bekam bei der Stimme und der Art noch kein warmes Gefühl in das er sich einwickeln lassen konnte. Grundsätzlich galt für David, dass er die Augen offen halten musste, genauso wie seine Ohren, denn die Welt lud regelrecht zu jedem Scheißdreck ein. Trevor hier sprach aber mit der Frau über Chocolate-Cookies und anderem Schwachsinn, den man locker für eine Ablenkung nutzen könnte, so David. Noch bevor Trevor aber das Angebot annahm, trat David aus dem Schatten hervor und öffnete die Tür ungefragt. Nicht mit einem gehörigen Schwung, nein, David ließ sich Zeit um möglichst keinen Schrecken auszulösen. Trevor reagierte auch prompt! "Das.... ist mein Bruder.", da stand er nun, der Bruder, in schwarz gekleidet mit kurz geschorenen Haaren und einem teils ramponierten Gesicht. Verarztete Wunden im Gesicht, manche wirkten noch frisch, aber sie wollten nicht den medizinischen Vorrat für Davids Gesicht ausgeben. In der Hand der Schlüssel für den Gabelstapler. "Ich bin Trevor, das ist Soap.", während David wortlos an der Frau vorbei spazierte. Noch beim Vorbeigehen glotzte er der Frau nichtssagend ins Gesicht, es glich einem sturen Augenkontakt, bevor er die Treppen nach unten nahm und die anderen fünf Leute erblicken durfte. David hatte wenig Gefallen an die Situation gefunden, Trevor hingegen versuchte die Frau weiterhin am Ball zu halten. "Lustig, wir hatten dieselbe Idee gehabt. Du kannst aber die Frachtliste haben! Wir wollten ohnehin fast so gut wie alle öffnen, aber jetzt mit einem Date on top? Wunderbar. Sorry, dass ich nicht entsprechend dafür gekleidet bin!", witzelte Trevor und kam genauso locker aus dem Büro spaziert. Die Liste dürfte noch irgendwo da drinnen sein, da wollte er der Frau kein Bein stellen.

David spielte gelegentlich mit dem Schlüssel in der Hand, rümpfte mehrmals mit der Nase und saß halbwegs im Gabelstapler. Keine Schwäche zeigen, keine Angst, David wirkte wie eine leblose Puppe. Noch war er sich nicht ganz so sicher, wer vor ihnen stand. Trevor blieb teils an der Treppe stehen, nutzte das Geländer als Stütze. "Vergiss nicht zu lächeln, Soap. Du verschreckst noch die ganzen Kinder! Man hätte dir den Namen Grinch geben sollen", erneutes Witzeln, David steckte währenddessen den Schlüssel in das Fahrzeug und startete das Ding. Seufzen, Trevor hielt die Handfläche nach oben und hinderte David an einer 'Spritztour' durch die Lagerhalle. "Lass mich. Du machst mit Gideon die Kisten auf...", gesagt, getan. Sie tauschten die Plätze, David ließ Trevor ein paar Kisten von den obersten Regalen nach unten transportieren. Ob sie bereits schon die Liste hatte? David erkundigte sich nur stumm mit einem Blick über die Schulter zu der Dunkelhaarigen. Kurze Haare, sportliche Statur, er hatte das Gefühl, dass sie nicht zu den schwächeren Frauen gehörte. Vermutlich führte sie sogar diese Traube von Menschen an, die ihnen zahlentechnisch überlegen waren. "Ich nehme auch Sonderwünsche an, Gideon. Falls du eine bestimmte Kiste im Blick hast, dann ...", Zungenschnalzen, Zwinkern und ein Daumen zeigte auf seine eigene Brust. "... bin ich dein Kerl.", viel mehr brüderlich als flirtend, vorerst hievte Trevor jedoch eine eigene Kiste runter. Wie war das noch gleich, wer zu erst kam, malte zu erst? Tatsächlich erwies sich Trevor als geschickt, er manövrierte den Gabelstapler recht effektiv und balancierte mit der schweren Kiste nahezu perfekt. "Aufpassen, ich will niemanden erschlagen!", feixte Trevor unter einen kleinen Vorfreude, jetzt setzte er die Kiste perfekt zu Boden. David zückte sein Brecheisen, wandte es in der Hand genauso elegant und schob die Zähne von dem Brecheisen mit Gewalt in die Kante hinein und brach die Kiste anschließend mit genauso viel Gewalt auf. Hölzernes Knacken, fliegende Holzsplitter, David zögerte nicht lange und blickte danach in den Inhalt hinein. "Haushaltsgeräte.", war sein erstes Wort, David klang nicht begeistert und schnalzte genauso mit der Zunge. Konnte keine Sau gebrauchen.

Trevor zuckte mit den Schultern. "Halb so schlimm, wir finden schon was,", so der Mann im Gabelstapler, David wandte dafür den Blick zur dunkelhaarigen Frau mit den kurzen Haaren. "Etwas Interessantes?", fragte der Mann möglichst freundlich, schulterte zugleich die Brechstange und fixierte seinen Blick auf sie. Trevor fuhr ein Regal weiter und wollte sich so gleich die nächste Kiste holen. "Wenn wir schon dabei sind, Chocolate-Cookies sind ein Muss! Vielleicht finden wir noch was Gutes", vorfreudig schwang seine Zunge über die Oberlippe und die nächste Kiste kam zu Boden, die David in wenigen Handgriffen genauso schnell öffnete. "Energy-Drinks.", sehr lange haltbar, gute Marke und damit auch qualitativ gut. "Sind vier, fünf Stapel.", so weiter David, er stach ein Loch in die Verpackung und riss sie etwas auf, damit gleich eine Dose raus nahm. Ohne weiteres trank David vor allen Leuten eine Dose. "Und, schmeckt's?" - "Kalt wäre es besser.", amüsiertes Lachen von Trevor, er stieg aus dem Gabelstapler und überließ die Ehre einem anderen Mitglied von Gideons Squad. "Habt ihr eine Gruppe?", fragte David überraschend die Frau, normalerweise hätte Trevor das getan. Manchmal musste David hochfahren um wirklich zu sprechen, also probierte es jetzt. Er musste sich auf Trevor verlassen, was die Menschen anging. Und wenn sie sich als Arschlöcher entpuppten, die ihnen eine Kugel pro Kopf spendierten, auch gut. Was hatten sie schon zu verlieren? David sah jeden Tag in den Spiegel und erkannte einen (Un)Toten.
"Wir kommen aus Baltimore... haben viele Gruppen gesehen, genauso viele sind gestorben. Das war zu Beginn.", Trevor war der Gesprächige, dafür musste man kein Studium absolviert haben. "Viele Städte sind leer. Ist ein bisschen erschreckend.", jetzt klang der vermeintliche Bruder von David deutlich ausgeglichener, nicht mehr so lustig oder gar fast aufgedreht, während David zwischen den Beiden hin und her glotzte. Immer wieder mal einen Schluck nehmend. "Soap und ich meiden eigentlich Menschen." - "Aber du sagst nie nein zu einer hübschen Frau.", unbewusst sendete David ein Kompliment an der Frau, er schien es ebenso wenig an eine große Glocke zu hängen, dabei war es nie sein Ziel gewesen bei der Frau zu landen. Warmes Lachen, Trevor zuckte mit den Achseln und lockerte die Stimmung deswegen auf. "Mensch sein mit Bedürfnissen ist wichtig. Auch heute noch, also nimm dir ein Beispiel daran!", Spielball zurück an David gesendet, dieser schnaubte und trank die Dose leer und zerdrückte sie wenig später. "Spinner.", Trevor stemmte beide Hände an die Hüften und grinste Gideon ins Gesicht.

Keri
The Storage-Queen
"Always do sober what you said you’d do drunk. That will teach you to keep your mouth shut."
Auch das vermeintliche Ende der Welt konnte nichts daran ändern, dass Nicole die Fehler ihrer Vergangenheit bis zum heutigen Tag bereut - und wenn sie die Wahl hätte, nochmal die Zeit zurück zu drehen? Würde sie dies definitiv tun! Vor Greg... und vor allem vor diese verhängnisvolle Nacht, die ihr bisheriges Leben ruinieren sollte.
Warum sie das Virus nun nicht einfach als Geschenk für einen kompletten Neuanfang ansieht? Tja... vielleicht könnte sie das - wenn es nicht womöglich irgendwo da draußen noch Menschen gäbe, die ihr am Herzen liegen und von denen sie nicht einmal mehr weiß, ob sie noch leben. Für Nicky ist es jedenfalls kein Neuanfang - viel mehr eine fortwährende Strafe, die sie jeden Morgen aufs neue daran erinnert, was sie verloren hat...
Abwesend
#6
Gideon hatte Zeit. Scheiße wenn man von etwas gefühlt mehr als genug hatte in dieser Welt, dann war das Zeit - zumindest, wenn man nicht gerade von einer Horde Untoter verfolgt wurde! Also nahm Gideon sich auch nun diese Zeit und wartete ganz in Ruhe, wie der Bärtige ihren Vorschlag aufnehmen würde (wobei sie da zugegeben ganz guter Dinge war – er schien halbwegs vernünftig, wenn auch etwas… unkonventionell - aber bis jetzt eigentlich sehr umgänglich. Das konnte natürlich auch täuschen – aber Gideon glaubte nicht, dass das hier ein Hinterhalt werden sollte. Und auf ihre Menschenkenntnis hatte sie sich bis jetzt eigentlich immer verlassen können…). Wen sie allerdings noch nicht so ganz einschätzen konnte? Das war der dunkel gekleidete Kerl, welcher dann aus den Schatten heraus trat und ihr die Tür zum Büro öffnete. Die kurz verwundert hochgezogenen Augenbrauen der Dunkelhaarigen ließen sich nicht verheimlichen – denn im Gegensatz zu seinem zum Scherzen aufgelegten Bruder, wirkte kahl geschorene nicht nur weitaus ernster… er sah auch aus, als hätte er in der näheren Vergangenheit ein paar Probleme gelöst, wenn sie sich sein ramponiertes Gesicht so ansah.

Keine Frage - früher wäre ‚Soap‘, wie sein Freund ihn gleich darauf vorstellte, einer der Kerle gewesen, die Gideon vom ersten Schritt in ihre Bar im Auge gehabt hätte. Weil Soap nach ‚Ärger‘ aussah… ohne, dass er direkt Streitlust ausstrahlte – aber müsste sie ihn einschätzen: Er war definitiv niemand, der sich vor einer körperlichen Konfrontation scheute, wenn sie notwendig wurde. Wie lang oder kurz seine Zündschnur dafür jedoch wäre… stand auf einem anderen Blatt. Heutzutage? Musste sie ihm zumindest zugute halten, dass es einem den Arsch retten konnte… Die Sanftmütigen wurden nun mal schneller zu Opfern – wer Schwäche zeigte? Wurde schnell nieder gemacht… aber wenn jemand wie Soap daher kam? Überlegte man sich eben dich zweimal, ob man wirklich einen Streit mit ihm anfangen wollte… Nur das Nicole das ja ohnehin nicht vorgehabt hatte. Stattdessen lächelte sie den beiden Männern dezent zu und nickte knapp, bevor sie ein durchaus ehrliches “Freut mich!“ erwiderte. Trevor und Soap… ein interessantes Duo, wie die Dunkelhaarige für sich dachte – und sich fragte, woher Soap seinen Spitznamen (sie ging einfach davon aus, dass es einer war) wohl bekommen hatte. Ob er sich gut aus unangenehmen Situationen herauszuwinden wusste, wie ein glitschiges Stück Seife?!

Ihr Blick wanderte ihm nur kurz hinterher, als er an ihr vorbeigegangen war und die Treppe nach unten nahm – auf welcher er bereits von fünf wenig begeistert dreiblickenden Kerlen ‚erwartet‘ wurde. Doch es blieb ruhig – selbst wenn eine gewisse Anspannung und ein Misstrauen in der Luft zu hängen schien. Fremde waren immer eine potentielle Gefahr. Eine Gefahr, die ihre Begleiter niemals unterschätzten… selbst dann nicht, wenn sie Gideons Wunsch nachkamen und die Füße erstmal still hielten. Es war letztlich Trevors Stimme, welche Nicole wieder mit einem herzlichen Lachen zurückblicken ließ, ehe sie dann auch endlich das Büro betrat und den Weg des Anderen kurz kreuzte. “Ein Plünder-Date… wie romantisch!“, ich kurzes Zwinkern war eindeutig ironisch aber trotzallem gut gelaunt, bevor sie sich dann auch schon auf die Suche nach den Frachtlisten machte und schließlich kurz darauf selbst wieder die Treppe nach unten nahm. In einer Hand einen Stapel Zettel – in der anderen einen geöffneten Textmarker sowie einen Edding, welche sie auf dem Schreibtisch gefunden hatte. Gideon war bereits fleißig dabei die Listen durchzugehen und alle Kisten anzustreichen, deren Inhalt ihr plündernswert erschien – sowie Markierungen zu setzen für Inhalte, die sie nicht 100% einzuordnen wusste und daher sehen wollte.

Dass die ehemalige Barbesitzerin mit einer gewissen Routine und einem Plan vorging, war jedenfalls schnell zu sehen – und während Trevor bereits den Gabelstapler bediente und die ersten Kisten von den Hochregalen runter hob, sah nun auch Gideon endlich wieder von ihren Frachtlisten auf – und in die sie neugierig musternden Augen von Soap. Sie lächelte – ganz ohne Hintergedanken, einfach weil es ihre erste Reaktion war – bevor Trevors Stimme sie erneut ablenkte und sie nun zu dem Bärtigen blickte. “Gib mir einen Moment…“, bat sie ihn und trat dann an die nächst beste Kiste heran, um die Frachtnummern mit ihren Listen abzugleichen und sich einen kurzen Überblick zu verschaffen, wie die Kisten und Pakete hier eingelagert waren. Das System war schnell durchschaut … und so winkte sie in der nächsten Sekunde auch schon einen ihrer Männer zu sich, um ihm die Listen hinzuhalten “ Siehst du die Nummern?“ - deutete sie zuerst auf die Frachtlisten – dann auf den Aufkleber mit der identischen Nummer auf einer Kiste. “Alle angestrichenen Kisten markierst du mit einem X … die mit der Markierung bekommen ein O …“ - und händigte ihm dann sowohl die Liste als auch den Edding aus, bevor sie sich an die restlichen vier wandte. “Die Kisten mit dem X könnt ihr direkt zur Laderampe stellen … in die mit den O’s will ich erst reinschauen, ob wir sie wirklich gebrauchen können…“ - hineinschauen? Würde sie so oder so in alle… immerhin waren hier verdammt viele Kisten – da würden sie vermutlich Prioritäten setzen müssen, bevor es ans aufladen ging.

Doch nun ging sie erstmal zurück zu Soap, der gerade dabei war die erste Kiste aufzubrechen, während ihre Jungs bereits begann die ersten Kisten durchzusortieren. Gideon blickte neugierig in die nun geöffnete Holzkiste, die bei Trevors Freund nicht unbedingt Freudenschreie auslöste… während sie hingegen neugierig die Augenbrauen hob. Das war zwar nicht ganz, was sie auf ihrer ‚Wunschliste für den Weihnachtsmann‘ hatte – aber da ihnen vor kurzem die große Küchenmaschine in der Uni-Mensa abgeraucht war, weckte der Inhalt doch ein wenig ihre Aufmerksamkeit. Ein paar Haushalts-Küchengeräte wären zwar kein gleichwertiger Ersatz - aber immer noch besser als gar nichts! Deshalb stieß sie zwischen ihren Zähnen hindurch auch einen hohen Pfiff aus, woraufhin sich die Köpfe ihrer Begleiter zu ihr umwandten – und Gideon dem mit dem Edding den Auftrag gab, „Mach ein O auf die Kiste…“, bevor sie mit Soap zusammen zur nächsten Kiste lief.

Sie sah ihn mit einem freundlichen Lächeln an, ehe sie schließlich auf seine Frage antwortete, “Mal schauen… manche der Frachtbezeichnungen sind ziemlich kryptisch – aber wenn ich mich nicht täusche, sollten da auch einige nützliche Dinge dabei sein… Werkzeuge… Hygieneartikel… und da war eine Lieferung für eine Farm – vielleicht Saatgut?!“ - sicher… noch fand man überall haltbare Lebensmittel… Konserven waren ein echter Segen! Aber Gideon? Sah nun mal gerne voraus… und irgendwann würden sie nicht mehr den Luxus haben im nächsten Supermarkt alles zu finden, was sie brauchten. Erst würden die Plündertouren immer weiter weg gehen… und irgendwann würde auch das nicht mehr reichen. Mit einem Schmunzeln sah sie den beiden Männern dabei zu, wie sie ihren nächsten Fund in Augenschein nahmen – einige Paletten mit Energy-Drinks… was Gideon auf eine seltsame Weise leicht melancholisch stimmte. “Da fehlt der Vodka dazu…“, kommentierte sie trocken… bevor doch wieder ein leichtes Zucken an ihren Mundwinkeln zu erkennen war. Sie nickte kurz, als der Schwarzgekleidete sie nach ihrer Gruppe fragte, “Mhm… viele hungrige Mäuler…“, und verdrehte dann gespielt die Augen, bevor sie doch wieder schief grinste. “Und ihr? Einzelkämpfer?“ - zumindest machten sie auf Gideon den Eindruck… und der sollte sich auch bestätigen.

“Baltimore? Dann habt ihr ja schon eine ganz schöne Strecke hinter euch…“, ein kurzer, anerkennender Blick. Die zwei schienen sich definitiv nicht so leicht unterkriegen zu lassen. Nebenbei wanderten Gideons Augen ohne konkretes Ziel über die Regalreihen… blieben hier und da kurz an einer der Nummern hängen, während ihre Männer weiter Kisten sortierten – und sie schließlich wieder mit einem herzlichen Lachen zu den beiden ‚Fremden‘ blickte. Sie mochte ihre Art… dieses ungezwungene Geplänkel – doch während Nicole es mit Humor nahm, Soap für sein indirektes Kompliment sogar ein kurzes, amüsiertes Zwinkern zuwarf, bevor sich sein Grinsen auf ihrem Gesicht zu spiegeln begann, schien einer ihrer Begleiter es offensichtlich nicht ganz so amüsant zu finden, in welche Richtung das Gespräch gerade ging. Gideon hörte hinter sich ein mürrisches Grummeln, bevor sie etwas wie ‘Behalt deine Bedürfnisse mal lieber für dich …‘ zu vernehmen meinte und darauf nur die Augen verdrehen konnte. Sie wandte sich um – sah den Querulanten mit in die Hüften gestemmten Händen an, während dieser eisige Blicke in Richtung von Trevor und Soap sandte, als wartete er nur auf einen Anlass mehr als giftige Worte in ihre Richtung zu schicken. “Seit wann bist du denn bitte schön unter die Mönche gegangen? Oder spricht da nur die Frustration aus dir? Kleiner Tipp, die rechte Hand soll helfen beim Druckabbau…“, bevor sie sich wieder kopfschüttelnd umwandte und nach einem erneuten verdrehen der Augen zum nächsten Regal weiterlief. Manchmal konnten Männer sich wirklich kindisch verhalten. Vor allem, wenn sie das Gefühl hatten, jemand will sich in ihrem Territorium ausbreiten. Gideon hasste dieses Platzhirsch verhalten…

Sie atmete einmal tief durch – denn ein Streit wäre nun wirklich das aller letzte, was sie gebrauchen konnten. Egal zwischen welchen Parteien - und stoppte dann überraschend, als ihr Blick auf eine Frachtnummer fiel, die der Dunkelhaarigen im Gedächtnis geblieben war… weil es eine Lieferung für einen Liquor-Store sein müsste … das hieß im besten Fall? Zigaretten und Alkohol… beides Dinge, die man gut gebrauchen konnte… und wenn es auch nur zum handeln war! “Hey! Hol mal eben die Kiste dort oben runter!“ - deutete sie dem Mann am Gabelstapler deshalb und trat dann zurück, um ihm Platz zu machen… bevor sie sich schließlich wieder Soap zuwandte, der mit seinem Brecheisen noch immer in der Nähe stand. “Wärst du so nett, die einmal aufzubrechen?“.

Der Mann ohne Gesicht, der Schatten, die Hülle und das schwarze Loch - David ist ein Wanderer, er wurde noch während des Ausbruches von einem Begleiter gerettet. Ohne ein Stück Erinnerungen an das, was er vorher war, musste sich David der neuen Welt rasch anpassen und zur gleichen Zeit mit seiner fehlenden Identität kämpfen. Die Hundemarke, die ihm zumindest einen kleinen Anhaltspunkt hätte geben können, keine Hilfe. David irrte mit seinem Retter, welcher inzwischen zu einem wichtigen Freund geworden war, mehrere Monate ohne einen Namen. Erst viel später benannte sein Freund ihn, fast schon so wirkte, als würde er einem Hund einen Namen geben. Aus dem Wanderer wurde David, David "Soap" Ripley. Trevor und David laufen inzwischen ein ganzes Jahr durch die untoten Steppen der Vereinigten Staaten, sie haben Gruppen kommen und sterben sehen, mussten sich durch Feinde kämpfen und sind einige Male dem Tod ausgewichen. Ein Jahr ist ihm nicht genug, David ist ein enorm ruheloser Geist. Es quält ihn, macht ihn auf weite Strecken ungenießbar, doch eins muss man dem Mann lassen... er weiß sich erschreckend gut zu wehren, er hat noch einige Automatismen tief sitzen und reagiert hin und wieder aus purem Instinkt. Mit seinem Begleiter verbindet David eine enge Freundschaft, sie sind Waffenbrüder und kommen seitdem nur im Doppelpack. Trevor hat, selbst wenn David es nicht zugibt, dem Geist etwas Leben eingehaucht. Genug, um nicht das Handtuch zu werfen. Der Wanderer ist ein fragwürdiger Zeitgenosse, er ist genauso hart wie er aussieht und schlägt vermutlich noch härter zu. Das Duo kommt aus Baltimore, haben Virginia gerade erst vor einer Woche erreicht und wissen nicht wohin mit sich. Erfahrungsgemäß wurden potenzielle Heime überrannt oder überfallen, also bleiben sie in Bewegung und wollen sich den Luxus, dass sie ein festes Zuhause haben könnten, nicht mehr antun. Man sieht ihm an, dass er kein Schwächling ist. Der Mann kämpft einen Krieg und dieser hört selbst mit seinem Tod nicht auf. Virginia ist nur eine weitere Station, ein Fleck in seinem Kapitel, nichts weiter. Sobald sie hier fertig sind, werden sie wohl wieder in eine komplett zufällige Windrichtung reiten und weitermachen.
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#7
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Eins musste man der Kurzaarigen lassen, sie wusste wirklich was sie tat. Organisatorisches Vorgehen, nicht schlecht, Trevor schmunzelte über ihre Art wie ein zahnloses Baby nach einer sättigenden Mahlzeit von Mamas Brust. Sie waren also auch nicht alleine. Viele hungrige Mäuler. Dann war der Trupp hier nur ein Bruchteil von dem, was sie in ihrer Basis hatten? Gut zu wissen. Nicht, dass David und Trevor je etwas vorhatten. Es sprach gegen jeglichen Funken Menschenverstand. Kein Duo der Welt könnte eine größere Gruppe im Alleingang auseinander nehmen, außer sie standen allesamt wie angewurzelt auf einem Fleck und ein Sprengsatz mit genügend Kraft schickte sie zu den Himmelspforten. "Baltimore ist ohnehin ein Höllenloch. Viele denken gerne, dass die nicht so namenhafteren Städte ein bisschen ruhiger sind. Manchmal steppt der tote Bär in solchen Gegenden eher wütender als in, weiß nicht, New York oder son Quatsch.", schließlich waren die Untoten in weitaus größeren Städten oftmals in einem Heer unterwegs. Sie bewegten sich ALLE bei einem winzigen Lärm in dieselbe Richtung. Kettenreaktion, Rudelverhalten, Trevor versuchte zu lernen und vorbereitet zu bleiben. Untote waren dumm und aber auch auf ihre Weise clever. Man musste nur wissen, wie man sie ausspielte, alles danach wäre eigentlich ein Kinderspiel. "Schon seit Beginn an.", fügte David verspätet hinzu, sie waren Einzelkämpfer und wollten die Einstellung nicht ändern. Um ein Missverständnis zu vermeiden schob David nach. "... wir treten mit Menschen nur dann in Kontakt, wenn es wirklich nötig ist.", darum beobachtete man Menschen aus der Entfernung, versuchte sich ein Bild zu machen. In dem Falle waren sie schneller an Menschen geraten, als ihnen lieb war, schließlich kam Gideon schnurstracks zu der Location des Duos.


Trevor hob die Hände einmal beschwichtigend, ein Mitglied hielt es wohl für wichtig, dass er der Frau den Rücken frei hielt. Trotz der Aussage von Gideon, die dem Mitglied so ziemlich hart unter die Gürtellinie zu gehen probierte, erklärte sich Trevor im gleichen Atemzug. "Ha, keine Ursache - ich will gewiss keiner Person an die Wäsche.", Tatsache, Trevor hatte nur wenig bis gar kein Verlangen nach Geschlechtsverkehr. Für ihn gab es wichtigere Angelegenheiten. David glotzte das eine Mitglied an, noch immer ein nichtssagender Ausdruck von ihm. Eigentlich konnte David es dem Mitglied von Gideons Trupp nicht übel nehmen, weil nicht jeder den Humor von Trevor sofort registrierte, deswegen spannte sich David mit jeder Faser im Körper an, die Person nicht zurechtzuweisen. Zum Glück wollte Gideon sofort die nächste Kiste haben, die Trevor kooperativ bestätigte. "Ay, ay Captain!", in wenigen Handgriffen holte Trevor die gewünschte Kiste vom Regal herunter, machte das sehr professionell. Er hatte früher selber so ein Ding steuern müssen. David schwang das Brecheisen in der Hand genauso seriös und rammte die Zähne des Teils in die Kiste um sie aufzubrechen. Gut gelagertes Ethanol. Hochprozentig. Qualitative Marke. Schon lustig, was alles während eines Ausbruches verloren ging und wie andere fündig wurden. "Alkohol.", so David rhetorisch erklärend, er trat zurück und gab der Frau den nötigen Freiraum. Trevor freute sich über den Fund. "Super, dann haben wir etwas zum feiern, Soap." - "Weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist.", erwiderte David stoisch, Trevor ließ dies unkommentiert und machte Gideon einen Vorschlag. Er sprang aus dem Gabelstapler hervor. "Hier ist unser Vorschlag.", genau, es war ein 'unser Vorschlag' - er zählte David automatisch dazu. "Ihr scheint bislang ganz glatt zu sein, was nach unserem Geschmack entspricht. Wie wäre es, wenn wir eine Art Handelsbeziehung miteinander eingehen? Unterstützen uns gegenseitig. Das, was ihr braucht, könnten wir gegen das, was wir brauchen, eintauschen. Gibt es etwas nicht, dann suchen wir bei Gelegenheit danach.".

David hielt sich weiterhin raus, man merkte dem Duo aber auch wirklich deutlich an, dass der in Schwarz gekleidete Mann nicht unbedingt bei so vielen Menschen aus sich raus kam. Manchmal.... war es besser, wenn man einfach nur zuhörte und sah wie viel die Menschen von sich preis gaben. "Du könntest dich mit Soap treffen. Man macht einen Treffpunkt aus, damit wir nicht bei eurem Stützpunkt aufschlagen müssen, einfach zur Sicherheit, und so wickeln wir Dinge ab?", erklärte der Mann weiter, wechselte zwischen Parteien hin und her, worauf David dem zustimmte. Ein dunkler Ton aus seiner Kehle, dann aber auch wortwörtlich. "Von mir aus.", mit den wenigen Worten sah David zu der Frau mit den kurzen Haaren. Augenkontakt. Respekt zeigen, nicht wegsehen und sie wie einen Geist behandeln. Beide gingen davon aus, dass Gideon die Anführerin schlechthin sei. Was sprach dagegen? Gar nichts! Sie nahmen ihre Autorität automatisch wahr, schließlich hörten die anderen Leute auf sie und machten keine Faxen. "Ihr müsst nicht, wenn ihr nicht wollt. Wir werden nicht zu lange hier bleiben wollen.", also eine Handelsbeziehung auf Zeit, beschränktes Zeitfenster. Trevor sagte nichts, stille Zustimmung oder Ablehnung? Beide waren stets auf der Durchreise, David ging davon aus, dass das hier nicht anders war. Aber wenigstens sprach David ein bisschen mehr als zuvor. "Als Vertrauensvorschuss könnt ihr die gesamte Kiste mit Alkohol haben.", ... unterschwelliges Grinsen von Trevor, er wirkte fast wie ein stolzer Vater. Was, der kleine Bruder kam langsam aus sich heraus? Wunderbar. "Zwei zusätzliche Kisten nach deiner Wahl. Über alles andere können wir sprechen.", mit einer Hand fuhr sich David über den kurz geschorenen Kopf, rieb ihn teils, bevor er ein minimales Lächeln zustande brachte. Nicht besonders stark, viel eher angedeutet und kurzlebig.

Keri
The Storage-Queen
"Always do sober what you said you’d do drunk. That will teach you to keep your mouth shut."
Auch das vermeintliche Ende der Welt konnte nichts daran ändern, dass Nicole die Fehler ihrer Vergangenheit bis zum heutigen Tag bereut - und wenn sie die Wahl hätte, nochmal die Zeit zurück zu drehen? Würde sie dies definitiv tun! Vor Greg... und vor allem vor diese verhängnisvolle Nacht, die ihr bisheriges Leben ruinieren sollte.
Warum sie das Virus nun nicht einfach als Geschenk für einen kompletten Neuanfang ansieht? Tja... vielleicht könnte sie das - wenn es nicht womöglich irgendwo da draußen noch Menschen gäbe, die ihr am Herzen liegen und von denen sie nicht einmal mehr weiß, ob sie noch leben. Für Nicky ist es jedenfalls kein Neuanfang - viel mehr eine fortwährende Strafe, die sie jeden Morgen aufs neue daran erinnert, was sie verloren hat...
Abwesend
#8
Trevor deutete seine Erfahrungen mit den Zombies in Baltimore… und vermutlich auch so manch anderer Stadt an, durch welche er und David schon gekommen waren – seit… seit eben alles den Bach heruntergegangen war. Und auch wenn Gideon ihm ohne zu zögern glauben wollte, musste sie sich eben trotzdem eingestehen wohl nicht einmal ansatzweise Vergleichsmöglichkeiten zu haben, sah man einmal von den Erzählungen ab, die zum Beispiel @Lincoln Fox von seinen Plündertouren in den größeren Städten mitgebracht hatte. Sie selbst? Hatte wohl das ‚Glück‘ gehabt, jeglicher größerer ehemaligen Menschenansammlung aus dem Weg gehen zu können. Nachdem man sie damals aus dem Gefängnis herausgelassen hatte, war Richmond noch das höchste der Gefühle gewesen, bezüglich Städte, in die sie sich alleine hineingewagt hatte… und dann? War sie auch schon @Jack Daniels und seinen Jungs über den Weg gelaufen – im Nachhinein betrachtet wirklich ein Lottogewinn für die ehemalige Barbesitzerin – denn auch wenn sie bestimmt nicht dumm war und sich durchzubeißen wusste… ob Gideon ohne sie so lange überlebt hätte? Wagte sie irgendwie zu bezweifeln…

Aber jeder hatte eben seine Bestimmung. Seine Aufgabe - das war auch in ihrer Gruppe nicht anders – und Nicole? Wusste nicht nur wo ihr Platz war, wofür sie dankbar zu sein hatte… sondern auch was sie zu tun hatte, um sich ebenso für ihre Gemeinschaft einzubringen… Außerdem war sie (ohne nun eingebildet zu klingen) auch verdammt gut darin, ihre Aufgabe zu erfüllen. Den Überblick zu behalten. Wo nötig, zu delegieren – und sich vor allem auf das wesentliche zu fokussieren, wenn es darum ging die Vorräte der Gruppe nicht nur zu verwalten, sondern auch mit Köpfchen und dem nötigen Einfallsreichtum für Nachschub zu sorgen. Dabei standen derlei Plündertouren, wie die heutige, zwar eher selten auf ihrem Terminplan… aber dann und wann ließ auch Gideon es sich eben doch nicht nehmen, mit dabei zu sein, wenn ein großes Fund in der Nähe vermutet wurde. Sie war vielleicht nicht die Anführerin… aber sie scheute sich auch nicht davor das Ruder zu übernehmen und die Marschroute anzugeben, wenn es notwendig war – wobei sie sich aber auch durchaus zurückzunehmen wusste, wenn etwas außerhalb ihres Wissens- oder Talentbereiches lag. Mit Waffen umgehen? Einen Angriff zurückschlagen… Himmel - so verrückt wäre sie NIEMALS gewesen, sich etwa da einzumischen!

Dafür hörte sie nun aber ganz genau zu, als Trevor und sein Freund erzählten, wie sie offensichtlich die vergangenen Monate verbracht hatten – in der Hoffnung, die beiden Fremden dadurch vielleicht noch ein wenig besser einschätzen zu können. Es war manchmal ein schmaler Grat zwischen mit Vorsicht zu genießenden Eigenbrötlern und einfach nur vorsichtigen, an ihrem Leben hängenden Einzelgängern, die wussten, dass Vertrauen in dieser Welt etwas sehr wertvolles aber auch ungemein gefährliches sein konnte. Deshalb nickte die Dunkelhaarige auch nur verstehend, bevor einer ihrer Jungs diese aufschlussreiche Unterhaltung leider so jäh unterbrach. Ein unschöner Zwischenfall, auf den Gideon auch gerne hätte verzichten können. Sie wusste es durchaus zu schätzen, wenn man sie in Schutz nehmen wollte… als Frau… Aber Nicole wusste sich auch durchaus selbst zu behaupten – und wenn sie eines nicht ausstehen konnte, dann wenn jemand meinte auf solch kindische Weise den Beschützer mimen zu müssen, obwohl es dazu aus ihrer Sicht keinerlei Anlass gegeben hatte. Denn die Dunkelhaarige? Hatte Trevors humorvoll gemeinten Spruch durchaus als solchen aufgegriffen. Wenn sie tatsächlich das Gefühl hatte, jemand kam ihr blöd? Dann konnte sie sich auch wunderbar selbst zu Wort melden…

Doch das würde sie hier und jetzt nicht ausdiskutieren. Vielleicht später… in einem ruhigen Moment, wenn sie zurück an der Uni waren… Nun galt es sich aber erstmal auf die Kisten zu konzentrieren, von welchen schon einige ihren Weg an die Laderampe gefunden hatten und geöffnet worden waren. Gideons Augenmerk lag nun aber trotzdem erstmal auf dem Inhalt der Kiste, die David ihr so hilfsbereit geöffnet hatte… und die… einen Jackpot enthielt! “Sehr schön…“, das Lächeln auf den Lippen der Dunkelhaarigen schien zufrieden und wieder weitaus entspannter, als noch Augenblicke zuvor – während sie nach ein paar der Flaschen griff und sich genauer ansah, was sie da alles gefunden hatten. Das hier war in der heutigen Zeit verdammt viel Wert… und das war auch allen Anwesenden wohl mehr als klar. Trotzdem löste es nun keine Gier aus, verleitete niemanden zu etwas Unüberlegten sondern – im Gegenteil! – verlockte Trevor nur erneut dazu einen humorvollen Spruch zu reißen, welcher in Kombination mit Soaps erschreckend nüchterner Feststellung dieses Mal auch Gideon herzlich auflachen ließ, bevor sie ihn angrinste und fast ein wenig beeindruckt davon war, wie er so ernst bleiben konnte. “Er ist deine Stimme der Vernunft, was Trevor?“, stellte sie feixend fest, ohne ihren Blick dabei jedoch von dem Kahlgeschorenen zu nehmen… fast so, als wartete sie nur darauf, dass er doch einen Riss in dieser ernsten Fassade preisgab. Ein faszinierendes Duo… so gegensätzlich – und doch… schienen sie sich wunderbar zu ergänzen. Vermutlich war das auch der Grund, weshalb sie so lange überlebt hatten.

Seriöse Gespräche – und vor allem Verhandlungen führen – schien jedoch auch dem Bärtigen nicht fremd zu sein, selbst wenn er seine flapsigen Sprüche wohl meistens bevorzugte. Er schaffte es mit seinem Angebot allerdings recht schnell, dass auch Gideon nun wieder ernster wurde, ohne dabei direkt angespannt zu wirken – dafür aber ihre Aufmerksamkeit zunächst dem Mann am Gabelstapler schenkte. Was nun allerdings kam, war auch nicht unbedingt womit sie gerechnet hatte. Es ging ihnen also nicht nur um die Aufteilung der heutigen Funde… den beiden… schwebte eine längere Geschäftsbeziehung vor? Naja, zumindest eben solange die zwei noch hier in der Gegend bleiben würden… Gideon hörte sich an, welchen Vorschlag Trevor vorbrachte – sie war niemand, der einen Fremden einfach so vor den Kopf stieß… erst recht nicht, wenn er einen durchaus sinnvollen - wenn vielleicht auch riskanten – Vorschlag unterbreitete.

Was er sagte hatte aber – zumindest aus ihrer Sicht – erstmal Hand und Fuß. Fremde zu ihrer Gruppe zu führen? Damit hätte sich wohl selbst Gideon mächtig Ärger eingehandelt… aber da es nicht unbedingt leicht war immer alles aufzutreiben, was ihre Gruppe benötigte, konnten solche Handelsbeziehungen eben durchaus wertvoll sein. Wie wertvoll das, was Trevor und Soap ihnen eventuell anzubieten hatten, am Ende tatsächlich war? Würde sich erst noch zeigen müssen… aber… Gideon war nicht abgeneigt dem ganzen eine Chance zu geben, um es mal so auszudrücken. Deshalb nickte sie schließlich auch langsam – mehr verstehend, als direkt zusagend – denn wie war das nochmal? Richtig… In ihrem Bereich traf Gideon gerne Entscheidungen… und wenn es nur um den Warentausch ging, war sie eindeutig die Richtige Ansprechpartnerin. In Punkto Sicherheit würde sie sich jedoch nicht soweit aus dem Fenster lehnen nun eine verbindliche Aussage zu treffen, bevor sie nicht eine wichtige Zweitmeinung eingeholt hatte. “Ich denke darüber nach, während wir hier die Sachen durchgehen…“ versprach sie – und machte damit deutlich, dass sie das Angebot durchaus in Betracht zog. Vielleicht brachte der plötzlich nicht mehr ganz so schweigsame Soap auch deshalb noch den Vertrauensvorschuss ins Spiel – als Zeichen des guten Willens? Es schien zumindest sein Ziel nicht vollkommen zu verfehlen, denn Gideon wusste dieses ‚Geschenk‘ durchaus zu schätzen – was sich in einem erneuten Lächeln auf ihren Zügen bemerkbar machte und ihren Blick schließlich noch einen Moment länger auf seinem Gesicht verweilen ließ. Nicht prüfend… nicht musternd… eher… neugierig – bevor sie sich dann letztlich doch wieder abwandte, um zu ihren Begleitern und anderen geöffneten Kisten zu gehen.

Gideon hatte es vorher gesagt, wie sie es auch gemeint hatte: Sie war bereit dazu, diesen Fund fair aufzuteilen – egal, wie sie sich letztlich in Sachen Handelsbeziehung entscheiden würden… doch das änderte nichts daran, dass sie nun erst Mal selbst den persönlichen Wert der bisher zusammengeräumten Waren beurteilen wollte. Hygieneartikel… allen voran Seifen, Shampoo und Duschgel… das konnte wohl jeder gut gebrauchen – genauso wie Lebensmittel quasi eine Universalwährung waren. Warum sie es allerdings auch auf eine Kiste voller Gesellschaftsspiele abgesehen hatte, verstand wohl nur jemand, der lange genug hinter hohen Mauern gesessen hatte… Einen Lagerkoller konnte nämlich niemand wirklich gebrauchen! Hier und da sortierte sie ein paar Flops aus… aber noch blieb der Rest fein säuberlich neben dem Rolltor aufgereiht. Dafür nahm die Dunkelhaarige sich dann aber erst Mal die Zeit, mit einem ihrer Begleiter – der alleine schon auf Grund seines Auftretens, aber auch seiner militärisch aussehenden Ausstattung förmlich ‘Soldat‘ auszustrahlen schien – ein ruhiges, ungestörtes Gespräch zu führen… weil sie seine Einschätzung zu dem Vorschlag von Trevor und Soap hören wollte. Gideon machte kein Geheimnis daraus, auch wenn sie bewusst mit dem Söldner für ein paar Minuten aus der Lagerhalle ging, dafür aber schließlich (sprichwörtlich) nicht mit leeren Händen zurück kam.

Was sie dabei hatte? War ein grob auf skizzierter Plan… quasi eine Karte, welche einen Treffpunkt markierte, den ihr Begleiter vorgeschlagen hatte. Gut einsehbar, aber eben doch geschützt genug, dass man sich dort in Ruhe würde treffen können. Eine Zusage - aber zu ihren Bedingungen… und das bedeutete natürlich, dass Gideon sich nicht vollkommen alleine und schutzlos mit einem Fremden treffen würde. Vorsicht war eben besser als Nachsicht! Trotzdem ging sie mit einem aufrichtigen und ehrlichen Lächeln zurück zu Soap, um diesem dann mit einer wortlosen Geste den Zettel zu reichen – bevor sie sich ein Stück zur Seite lehnte und zunächst seinem Freund zurief, “Hey Trevor… schau mal was wir dort hinten in der Kiste gefunden haben…“ - und dann in die entsprechende Richtung deutete. Mit einem verschmitzten Grinsen, weil sie dieser Fund fast mehr gefreut hatte, als die diversen Flaschen Alkohol… alleine schon wegen der symbolischen Bedeutung. Was sich dort in der Kiste befand? Nun ja… jede Menge Junk Food - Tüten mit Chips, Süßigkeiten… vermutlich eine Lieferung für irgendeine Tankstelle oder einen kleinen Supermarkt – ABER… eben auch einigen Packungen mit Keksen, weshalb Gideon sich nun tatsächlich wie ein Kind an Weihnachten freute, dass darauf wartete, wie die Reaktion auf sein mit viel Liebe gebasteltes Geschenk ausfallen würde. Gut, das hier war nicht selbstgebastelt… aber Trevor würde den Wink bezüglich des Kaffee-Dates sicher auch amüsant finden, da hatte sie keinen Zweifel dran! Und im Anschluss? Würde sie dann auch die Details zwecks des Treffens mit seinem Kumpel klären können…




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