This forum uses cookies
This forum makes use of cookies to store your login information if you are registered, and your last visit if you are not. Cookies are small text documents stored on your computer; the cookies set by this forum can only be used on this website and pose no security risk. Cookies on this forum also track the specific topics you have read and when you last read them. Please confirm whether you accept or reject these cookies being set.

A cookie will be stored in your browser regardless of choice to prevent you being asked this question again. You will be able to change your cookie settings at any time using the link in the footer.
Story    Rules    Information   Map     Survivors    Groups    Team    Reserved    Taken Faces    Taken Names    Lost    Masked    
Sweet as sugar, cold as ice. Hurt me once – I’ll break you twice.
Charlene Hayes
Marcus Reed
14.04.2020 Chesapeak Bay Bridge
Keri
Talk to my Hand...
"Life isn't about waiting for the storm to pass, it's about learning how to dance in the rain."
Ist schon scheiße, wenn um einen herum die Welt langsam den Bach runter geht und man nichts anderes tun kann, als zuzuschauen und seinen eigenen Arsch zu retten… nicht? Dabei war Charly bis vor wenigen Monaten noch guter Dinge, dass sie endlich ihr Glück gefunden hatte. Einen spannenden Job als Detective bei der Homicide Unit des PPD, kurz davor ihre große Liebe Wesley zu heiraten … ja… und dann kam dieser Virus – und plötzlich übernahmen die Zombies ihr geliebtes Philly! The Walking Dead war ein Witz gegen das, was Charlene plötzlich erwartete – und zu allem Überfluss verschwand dann nicht nur Wesley, als hätte ihn plötzlich der Erdboden verschluckt – nein, sie verlor auch den Kontakt zu ihrem Bruder Dexter, kurz nachdem sie beschlossen hatten sich zu treffen, um dann gemeinsam einen Plan zu schmieden wie es weiter gehen würde… nun ist sie also auf der Suche… nach Wes… nach Dex - nach einer gottverdammten Idee, wie sie noch etwas positives an dieser verfluchten Apokalypse finden soll!
Abwesend
#1
Was zum Teufel hatte sie nur dabei geritten ausgerechnet diese Route zu wählen. Warum in Gottes Namen war sie auf die Idee gekommen, es wäre eine gute Idee den Chesapeake Bay Bridge Tunnel zu nehmen, um rüber nach Virginia Beach zu kommen. Verdammt noch mal … hätte sie sich mal lieber ein Boot gesucht und wäre rüber gepaddelt… selbst SCHWIMMEN erschien ihr nun im Nachhinein betrachtet noch als eine angenehmere Variante, als sich durch diesen verf…luchten Tunnel zu ‚schleichen‘ – aber als Charlene bewusst geworden war, auf welchen ‚Spaß‘ sie sich da eingelassen hatte, lag bereits gefühlt die Hälfte des oberirdischen Brücken-Teils hinter ihr und die Motivation, das alles nun wieder zurück zu laufen, um sich eine Alternativroute zu suchen… war irgendwie auch gegen Null gegangen.

Denn an den verlassenen, sich aufreihenden Autos vorbeizuwandern, dabei die angenehm frische Seebrise um die Nase geweht zu bekommen, hatte ja noch etwas wirklich entspannendes gehabt. Beinahe friedlich, einige Meter über der Chesapeak Bay Flussmündung… selbst wenn Charly vielleicht schon da hätte ahnen können, dass sich das noch ändern würde – denn hier und da hatten bereits vereinzelte Zombies ihren Weg gekreuzt und waren träge zwischen den Autowracks hindurch geschlurft. Den meisten war sie einfach ausgewichen, in dem sie sich an ihnen vorbeigeschlichen hatte – und für den Rest hatte ihr Jagdmesser mal wieder gute Dienste erwiesen. Doch als sie dann letztlich den ersten Tunnelteil erreicht hatte und es hinab ging, unterhalb der Wasseroberfläche… war Charly in einer seltsamen Vorahnung bereits mulmig geworden.

Diese Mistviecher schienen sich hier unten im schummrigen Halbdunkel der (zum Glück noch funktionierenden) Notbeleuchtung nämlich pudelwohl zu fühlen – und damit wusste Charly dann auch, wohin sich die ehemaligen Insassen der Fahrzeuge wohl verkrümelt hatten, wenn sie es nicht mehr schnell genug weg geschafft hatten. In Gedanken war der Dunkelhaarige ein nicht jugendfreier Fluch nach dem anderen über die Lippen gekommen – doch in der Realität hatte sie sich davor gehütet auch nur irgendeinen Mucks von sich zu geben, während sie so lautlos wie möglich durch die Tunnelanlage geschlichen war. Selbstredend, dass sie das in ihrem Zeitplan massiv zurückgeworfen und Charlene deshalb auch ernsthaft mit dem Gedanken gespielt hatte vielleicht doch in einem der verlassenen Autos auf der Brücke zu nächtigen, ehe sie sich daran machte auch den zweiten Tunnelabschnitt zu bezwingen.

Sie war zwar vielleicht körperlich noch nicht müde, aber diese andauernde Anspannung – das Bewusstsein, dass ein falscher Schritt – ein zu lautes Geräusch ihrerseits – unter blöden Umständen auch schnell ihren Tod bedeuten konnte, weil es mehrere Dutzend Zombies auf sie aufmerksam machen konnte… hatte eben extrem an ihren Nerven gezerrt. Sie wollte hier einfach nur noch weg – wieder runter vom Wasser und sich dann irgendwo ein ruhiges Fleckchen suchen… also war Charly letztlich doch weitergegangen, ihr Jagdmesser mit der bereit rötlich schimmernden Klinge mit einer Hand fest umschlossen. Und dann - kaum 50 Meter von dem erlösenden Tunnelausgang entfernt, von welchem ihr bereits das dämmrig werdende Licht entgegen schien – passierte es. Ein kurzer, unaufmerksamer Moment, in welchem ihr Blick auf eine kleine Gruppe Zombies gerichtet war – und sie deshalb nicht den halb zerfetzten Körper sah, der sich mit seinen Armen hinter einem PKW hervor robbte, um diese im nächsten Augenblick auch schon nach Charlys Beinen auszustrecken. Eine kalte Hand schloss sich um ihren Fußknöchel und ließ die ehemalige Polizistin reflexartig Aufschreien und einen Satz zurück machen – ehe sie erkannte, was das gewesen war. Sie stach ohne zu zögern zu und beendete damit das klägliche, untote Leben dieses Zombies, bevor sie der lauter werdende Tumult in ihrer Nähe auf eine intuitive Weise alarmierte. Ein Urinstinkt, der ihr sagte, das es nun Zeit wurde für die Flucht - und den sie ganz sicher nicht ignorierend würde!! Leise zischend fluchte die Brünette und nahm dann sprichwörtlich ihre Beine in die Hand, um dem kaum mehr zu erwartenden Tunnelausgang entgegen zu rennen.

Sie hatte keine Ahnung, ob es ein halbes… ein ganzes oder auch zwei Dutzend Zombies waren, die ihr dabei folgten und aufgebrachte, gutturale Laute von sich gaben. Charlene fühlte sich jedenfalls so, als wäre es eine ganze Zombiearmee, während das Adrenalin durch ihre Adern rauschte und sie sich dazu zwang nur gerade aus zu blicken – hier und da einem vereinzelten Zombie auszuweichen, der hinter einem Auto hervor gestolpert kam und im passenden Moment auch direkt Charlenes Jagdmesser in die Schläfe gestoßen bekam bis… sie endlich die Rampe erreicht hatte, die sie zurück auf die Brücke bringen würde! Ab hier waren es vielleicht noch zwei Meilen, bis sie das ersehnte Festland endlich erreicht hatte. Eine Strecke, die sie durchaus auch im Dauerlauf schaffen konnte – selbst wenn ihr Atem auf Grund der Aufregung bereits schneller ging. Das Adrenalin tat dennoch einen guten Dienst und ließ Charly einfach weiter laufen… Hauptsache weg von diesem Tunnel und vor allem weg von den Zombies darin…

Johnny
STRICTLY 4 MY N.I.G.G.A.Z.
I WON'T REST TILL MY ROAD DOGS FREE; AND I'MMA BOMB FIRST!
Von der Wiege bis ins Grab, Marcus hatte politisch aktive Eltern und repräsentiert ihre Haltung bis aufs Äußerste. Hellhäutige Menschen sind privilegierte Nichtsgönner, die in der Regel alle anderen, die nicht ihre Hautfarbe teilen, unten sehen und halten wollen. Dank seiner Denkweise, die man ihm schon recht früh in den Kopf pflanzte, hat Marcus nicht besonders viel in seinem Leben erreicht und ist in der Denkweise gefangen. Von einem Job zum nächsten, nie wirklich zufrieden oder glücklich gewesen, dafür jedoch die Unterstützung seiner Eltern und Freunde gehabt. Leider hat er sein Potenzial nie erkannt, die Talente für einen wirklich ernsthaften und langfristigen Job nie gefunden, Marcus überlebte den Zusammenbruch mit Ach und Krach. Die ersten Untoten jagten ihm eine Heidenangst ein, er hatte eine gefühlte Ewigkeit für seine ersten Kills gebraucht und musste, so wie viele andere auch, in das neue Leben rein wachsen. Erst mit dem Beitritt zu den Highwaymen, einer Gruppe trainierter und anheuerbarer Schläger mit paramilitärischen Strukturen, schien Marcus seinen wirklichen Platz in der Welt gefunden zu haben. Dort lernte er Zusammenhalt und kehrt von seiner Denkweise, dass alle anderen eine Rasse nicht respektieren würden, langsam ab. Mit dreißig Jahren ist Marcus noch lange nicht weise, hat aber bereits jetzt schon die Schnauze voll und atmet vermutlich nur noch aus Prinzip. Keineswegs lebensverneinend, auch nicht fatalistisch, doch in gewisser Weise übersättigt. Marcus ist überwiegend gereizt, er hat keinen Nerv für die kleinen Dinge und möchte nur den nächsten Tag erleben. Gesund und munter. In der Gruppe versucht man ihm noch so etwas wie eine funktionierende soziale Ader beizubringen. Die Versuche bislang liebreizend, noch funktioniert es nicht gänzlich. Aber Marcus schätzt den Einsatz und versucht der Gruppe etwas zurückzugeben, denn, zugegeben, ohne diese Leute wäre Marcus vermutlich bereits tot und ein Gefühl für Ehre besitzt der Afro-Amerikaner immer noch. Jetzt oder nie, sterben oder atmen, so lautet seine Devise.
Offline
#2
Dunst einer Zigarette, Sonnenbrille und ein Magazin aus vergangenen Tagen. Nacktbilder, Frauen, kleinere Texte, aber der gute Ross interessierte sich absolut nicht für das Kleingedruckte. Zwischenzeitliches Summen, manchmal versuchte er klare Worte zu treffen. "I take you to the candy shop, I let you lick the lollipop", aufsteigender Rauch, Ross drehte das Magazin korrekt und erhaschte sich weitere Blicke von der dargestellten Frau. Damals noch in ihrem Alter gewesen, heute wohl tot oder schlimmer. Marcus fand Ross' Haltung kontraproduktiv, er gab sich schon aus der Ferne zu erkennen und ein Kopfschuss wäre nur die logische Folge gewesen. Möglicherweise würde ein potenzieller ihnen einen Gefallen tun, wenn Ross hier und jetzt mit einem klaffenden Loch wie ein Campingstuhl zusammenklappte. Marcus hielt seine Position etwas bedeckter, sie waren in leinem Zoo und schon gar nicht zu Besuch auf einer Filmpremiere in Hollywood, so wie es damals noch getan wurde, um einfach nur gesehen zu werden. "From your titties to your tooongue, girl I'm about to make you cum, garan-damn-tea when you fucking with me", anderes Lied, Ross suchte wirklich nach den richtigen Knöpfen und stresste wie eine nervige Ex-Freundin von Schlampe die an den Eiern hing. Mit einem Mal schlug Marcus ihm das Magazin aus den Händen, so dass Ross erschrocken zu dem Afro-Amerikaner glotzt. Yo Bro, was zum Teufel?" - "Halt endlich mal das Maul.", prompte Reaktion seinerseits, Ross brauchte unbedingt eine verdammte Pause. Sie waren im gleichen Alter und dennoch fehlte dem Weißbrot einiges an Gehirnzellen. Marcus hatte das Gefühl, dass der Leader ihn absichtlich mit diesem Freak zusammenstellte. Viel lieber hätte Marcus wen anderes bei sich, eine Person, die zur Abwechslung mal das Hirn hochfuhr und überlegte. "Außerdem bin ich nicht dein Bro. Komm endlich von deinem scheiß Trip runter, gehst mir gerade richtig hart auf die Eier.", erneuter Frontalangriff, Marcus stierte den Weißen angefressen in die Augen und versuchte ihm klar zu machen, dass sie hier nicht zum Spaß standen. "Augen auf, Ohren gespitzt, Mund zu.", so Marcus weiter, obwohl er dem Weißbrot nicht allzu viel aufdrücken konnte. Ross gehörte (leider Gottes) etwas länger zu den Highwaymen und stand dem Afro-Amerikaner vermutlich über ihm. Das Gute an der ganzen Geschichte war, dass Ross davon nie oft Gebrauch machte. Marcus wüsste nur zu gerne, warum man diesen Schwachkopf überhaupt hielt. Höchstens als Kanonenfutter zu gebrauchen.

Ross griff ganz frech nach dem Magazin, versuchte das leicht zerknitterte Bild mit der Hand glatt zu fahren. "Hier passiert eh nichts. Die Brücke, die wir bewachen, ist unfertig. Jemand kann nur von dem einen Teil kommen.", dabei klang Ross ziemlich überzeugt, dass man hier keine Person finden könnte. Marcus hatte stets das schlechte Gefühl gehabt, dass man ihnen auflauern könnte. Die ganzen Autowracks gaben eine gute Deckung, möglicherweise versteckten sich Untote zwischen den ganzen Fahrzeugen und warteten nur auf einen Snack für zwischendurch. Das wollte der Afro-Amerikaner aber beim besten Willen nicht herausfinden. Sollte er jemals diese Brücke überqueren, dann stieg er auf die Autos und benutzte sie als Plattformen. Wer wusste schon so genau, wie viele Untote sich unter den Autos verkrochen haben und nur darauf warteten. "Okay, du Experte", erhitztes Schauben. "Wieso gehst du nicht sicher und kontrollierst die gesamte Brücke? Auf dem Weg dahin kannst du deinen Schulabschluss nachholen.", schlug Marcus ihm ironischer Weise vor, schließlich wusste Ross in letzter Zeit so ziemlich alles besser. Der Blonde lachte, tickte sich an die Schläfe. "Bin doch nicht dumm. - "Aber sicher.", wer daran glaubte, glaubte auch bis heute noch an den Weihnachtsmann. Nur wenige Momente später hallte ein Chor in deren Richtung, Ross legte das Magazin weg und nahm sogleich die Sonnenbrille runter. Vermutlich die klügste Entscheidung in seinem Leben. "Denkst du, dass die Untoten etwas gefunden haben? Das sind nicht wenige.", fragte Ross aufgestachelt nach, man konnte auch nur den Blonden sehen. Marcus musste sich nicht verstecken, im Gegenteil, er hatte nur eine gute Position bekleidet und glotzte den Blonden an. "Wie gesagt... sei mein Gast, geh nachgucken und gib mir Bescheid.", erwiderte Marcus gespielt teilnahmslos, er hatte das Ganze sehr wohl mitbekommen. Ross sollte nur langsam und sicher merken, wie es war, wenn er alleine eine Gefahr kommen sah und alle anderen scheinbar nicht. "Ich meine das ernst, man. Da könnte jemand sein!", mit den Worten stieg Ross auf eine Motorhaube, sprang teilweise auf und ab, um sich einen Blick erhaschen zu können. "Okay, ich sag's dir, da ist jemand. Marcus! Komm, guck dir das an.", wie ein besorgtes Kind, er roch schon nach kalter Angst. Das Beben in seiner Stimme verriet ihn.

Nachdem Ross mehrmals auf und ab sprang begann er ebenso mit den Armen zu wedeln. In der Hoffnung, dass die Person ihn sehen konnte? Das Wedeln mit den Armen wirkte tatsächlich wie eine Art 'Hier entlang!'. Marcus wusste nicht, was er von der Aktion halten sollte. Fremde waren potenzielle Feinde, doch in dem Falle waren auch sie Feinde und das gesamte Spiel konnte genauso gedreht werden. Sie waren alle Fremde bis sie sich gemeinsam zu entschieden es nicht mehr zu sein. Der Afro-Amerikaner trat aus seiner belegten Position hervor und versuchte dem Blick von Ross zu folgen. "Ohne Witz, die ... warte, es ist ein Weib. Sie hatte wohl eine ganze Armee am Arsch gehabt!", ... natürlich, wie hätte es anders sein können, also zuckte Marcus mit den Achseln. "Deine Chance. Du hast jetzt den Ritter in Rüstung spielen, aber ich werde nicht das Pferd sein.", Ross wedelte erneut mit den Armen, er wirkte euphorisch und rief in Richtung der Person. Ob die Person ihn hören konnte? "HIER! HIER ENTLANG!", was zum... Marcus glotzte angepisst zu Ross nach oben, zusammengebissene Zähne. Jetzt spielte es ohnehin keine Rolle mehr, Marcus traf eine eigene Entscheidung und nahm (wortlos) die Route zu der flüchtigen Person. Sie mussten ohnehin die Brücke in etwa absichern, gehörte zu ihnen, daher musste Marcus seinen Beitrag leisten. Ross sprang von der Motorhaube runter, rauchte die Kippe so schnell es ging fertig und folgte Marcus mit seinen zwei Maschinenpistolen in den Händen. Marcus versuchte sich wie ein gelehrter Soldat zu bewegen, Ross hingegen wirkte wie einer dieser Möchtegern-Gangster. "Durchhalten!", jedes Mal, wenn er den Mund aufmachte, wollte Marcus ihm eine Kugel spendieren. Eine unbekannte Person reichte nicht, nein, er musste unbedingt vor lauter Tatendrang die Untoten genauso geil auf alles machen, was menschlich klang. "Geil, geil, geil!", flüsterte Ross vorfreudig, Marcus erhöhte das Tempo und wollte einen gewissen Abstand zu dem Wichser aufbauen.

Tatsächlich, eine weibliche Person. Marcus hielt seine Schusswaffe nicht in das Gesicht der Frau, im Gegenteil, er zeigte mit dem Lauf ein wenig gen Boden und nickte mit dem Kinn zu ihr. Stille Begrüßung. Ross schnaufte bisschen, winkte die junge Frau sofort mit. "Zu gefährlich! Darum meiden wir diese Stelle.", da war er wieder, der Experte. Marcus widersprach ihm. "Ignoriere ihn. Wir sollten uns absetzen.", genau, wir sollten, kein Müssen. Er wollte die Frau zu nichts zwingen, jeder hatte seinen eigenen Schädel und wenn sie sterben wollte, würde er sie nicht daran hindern. Auf dem ersten Blick wirkte sie recht mittellos, nicht unbedingt eine Person mit viel Wert auf dem Buckel. Das interessierte ihn momentan jedoch herzlich wenig, schließlich könnten die Untoten alle als erstes dran kriegen und dann hätte niemand etwas von. "Ich versuche nur zu helfen, mann." - "Toller Versuch.", Marcus spazierte bereits rückwärts, war bereit zu joggen, bevor er die Unbekannte wieder in den Fokus rückte. "Kannst du noch?", in aller erster Linie waren sie keine Arschlöcher, Henry hatte immer darauf bestanden, dass sie Fremde nicht grundlos ausnahmen. Sie waren keine Samariter und aber auch keine Banditen. Ross allerdings versuchte aus allem einen Vorteil zu ziehen, ob nun schlecht oder gut. Vorerst sollten sie die Kulisse hinter sich lassen, damit sich die Lage beruhigte.

Keri
Talk to my Hand...
"Life isn't about waiting for the storm to pass, it's about learning how to dance in the rain."
Ist schon scheiße, wenn um einen herum die Welt langsam den Bach runter geht und man nichts anderes tun kann, als zuzuschauen und seinen eigenen Arsch zu retten… nicht? Dabei war Charly bis vor wenigen Monaten noch guter Dinge, dass sie endlich ihr Glück gefunden hatte. Einen spannenden Job als Detective bei der Homicide Unit des PPD, kurz davor ihre große Liebe Wesley zu heiraten … ja… und dann kam dieser Virus – und plötzlich übernahmen die Zombies ihr geliebtes Philly! The Walking Dead war ein Witz gegen das, was Charlene plötzlich erwartete – und zu allem Überfluss verschwand dann nicht nur Wesley, als hätte ihn plötzlich der Erdboden verschluckt – nein, sie verlor auch den Kontakt zu ihrem Bruder Dexter, kurz nachdem sie beschlossen hatten sich zu treffen, um dann gemeinsam einen Plan zu schmieden wie es weiter gehen würde… nun ist sie also auf der Suche… nach Wes… nach Dex - nach einer gottverdammten Idee, wie sie noch etwas positives an dieser verfluchten Apokalypse finden soll!
Abwesend
#3
In Gedanken ging Charly bereits ihre Möglichkeiten durch, wie sie die verfluchten Zombies wieder abschütteln konnte, sobald sie diese vermaledeite Brücke endlich hinter sich gelassen hatte. Selbstmotivation, um nun auf den letzten Metern nicht doch noch schlapp zu machen… denn verdammt: ja, ihre Muskeln brannten und mit einer entspannten Jogging-Runde durch den Park hatte das hier definitiv schon lange nichts mehr gemein, während sie hier und da ein quer stehendes Auto umrunden musste (sie würde nun sicher mit keinen Kamikaze-Moves anfangen und über die Motorhauben rutschen) und die Brünette mit einem makaberen Lachen in der Kehle daran denken musste, dass das hier vermutlich eine neue Runden-Bestzeit bei ihrem jährlichen Fitnesstest hätte werden können… wenn es diesen denn noch geben würde…

Heutzutage machte sich zwar keiner mehr Gedanken darüber, ob die Cops fit genug waren für ihren Job (den es ja nicht mehr gab) oder vielleicht doch den ein oder anderen Donut zu viel in sich reinstopften (die es ja auch nicht mehr gab… damn!). Im Übrigen ein Klischee! Denn zumindest Charlene hatte man mit dem zuckrigen Snack nie wirklich locken können! – doch auch sie hatte über die Jahre feststellen müssen, dass man sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen sollte. Ja, sie war keine Anfang Zwanzig mehr… und das bedeutete verdammt nochmal viel harter Arbeit, um weiterhin fit und wendig zu bleiben. Zwar musste sie als Detective weiß Gott nicht mehr jedem kleinkriminellen Ladendieb hinterher sprinten – aber sie wollte auch nicht dumm aus der Wäsche gucken, wenn sie dann eben doch mal in die blöde Lage gekommen war einen flüchtigen Verdächtigen einholen und stellen zu müssen! Also hatte ein tägliches Workout und regelmäßige Joggingrunden zwangsläufig zu ihrem Alltag gehört – für den sie nach Ausbruch dieses scheiß Virus wirklich verdammt dankbar war! Denn heute waren es vielleicht keine Kriminellen mehr, denen sie nachlief - dafür aber eine Horde Untoter, vor denen sie stattdessen weglief.

Womit Charlene allerdings wirklich nicht gerechnet hätte war das unverhoffte Begrüßungskommando von vorne, als das Brückenende endlich in sichtbare Reichweite kam. Was zum Teufel war das bitte für ein Spinner, der da auf dem Auto hoch und runter sprang und mit den Armen wedelte, als wäre er ein aufgeregtes Groupie, dass auf die Ankunft seines Stars wartete?!! Wollte er sich vielleicht auch noch eine Zielscheibe auf die Stirn malen, für den Fall, dass irgendwer im Umkreis ihn noch nicht bemerkt hatte? Entnervt stöhnte die Brünette auf, bevor ein kurzer, zynischer Gedanke sie doch trocken auflachen ließ: Vielleicht wollte er ihr ja auch nur den Zombie-Fanclub abnehmen, den sie mitgebracht hatte? Womöglich waren die Leute hier in Virginia in der Hinsicht… herzlicher?!

Wie auch immer… - sie würde wohl kaum einfach an dem Kerl… Moment! - DEN KerlEN, denn nun erkannte Charly noch eine zweite Person – vorbeilaufen können… zumal ein wenig Hilfe beim erledigen oder loswerden ihrer Anhängsel ja vielleicht auch gar nicht so falsch wäre. Das bedeutete zwar nicht, dass Charlene länger als nötig die Gesellschaft der Typen in Anspruch nehmen wollte – aber blieb ihr gerade irgendeine Wahl? Nein, nicht wirklich… Also steuerte sie auf die zwei zu, die ihr letztlich entgegen liefen. Immerhin schienen sie ihr tatsächlich helfen zu wollen und nicht nur als Zombie-Snack zurückzulassen, damit sie sich später dann ihre wenigen Habseligkeiten und den Nagel reißen konnten – aber ob das nun Charlys Glück, oder nicht doch eher Pech war? Der Blonde schien jedenfalls nicht gerade die hellste Birne am Christbaum zu sein, mit seiner grandiosen Information - NO WAY, TED!! Das hier ist gefährlich? Wär ich ja NIE drauf gekommen!! - und ja… damit hatte sie dem Hirni in Gedanken auch schon den Spitznamen Trailer-Trash-Ted verpasst, weil das irgendwie zu seinem… Auftreten… passte – und er wahrscheinlich auch noch stolz grinsen würde, wenn sie ihn Tripple-T nannte, als wäre er ein großer Gangster! Wenigstens zauberte es auch ihr ein verhaltenes Schmunzeln auf die Lippen.

Sein Buddy wirkte dafür zumindest auf den ersten Blick ein wenig vernünftiger – und das er sie ausgerechnet mit einem aus tiefster Seele zu kommenden ‘Ignoriere ihn.‘ begrüßte, machte den Afroamerikaner für Charly direkt mal um fünf Prozentpunkte sympathischer. Fast hätte es bei der Brünetten für ein kurzes Auflachen gereicht, stattdessen rollte sie nur amüsiert mit den Augen. Überhaupt war der kurze Wortwechsel zwischen diesem ungleichen Paar irgendwie drollig – auch wenn sie nicht ahnen konnte, dass ihr die zwei wohl bald schon wie ein unfreiwilliges Comedy-Duo vorkommen würden… über die Qualität der ‚Witze‘ ließ sich dabei sicher auch streiten – doch das war auch erstmal zweitrangig. “Klar, ich bin gerade erst warm gelaufen!“ - die Ironie ihrer Antwort war wohl kaum zu überhören (…ok, bei Blondie war sie sich dann doch nicht so sicher, ob er auch ‚Ironisch‘ sprach…) – wenngleich Charlenes merklich schwerer gehender Atem wohl auch ohne das kurze Augenzwinkern ein deutliches Indiz dafür gewesen wäre, dass sie nun gerne einen sichereren Ort aufgesucht hätte, als noch eine weitere Meile im Dauerlauf zu absolvieren. “Wohin?!“, fragte sie deshalb auch eher kurz angebunden in Richtung der beiden Männer, die sich hier wohl hoffentlich besser auskannten und schon einen Plan in Petto hatten…?

Johnny
STRICTLY 4 MY N.I.G.G.A.Z.
I WON'T REST TILL MY ROAD DOGS FREE; AND I'MMA BOMB FIRST!
Von der Wiege bis ins Grab, Marcus hatte politisch aktive Eltern und repräsentiert ihre Haltung bis aufs Äußerste. Hellhäutige Menschen sind privilegierte Nichtsgönner, die in der Regel alle anderen, die nicht ihre Hautfarbe teilen, unten sehen und halten wollen. Dank seiner Denkweise, die man ihm schon recht früh in den Kopf pflanzte, hat Marcus nicht besonders viel in seinem Leben erreicht und ist in der Denkweise gefangen. Von einem Job zum nächsten, nie wirklich zufrieden oder glücklich gewesen, dafür jedoch die Unterstützung seiner Eltern und Freunde gehabt. Leider hat er sein Potenzial nie erkannt, die Talente für einen wirklich ernsthaften und langfristigen Job nie gefunden, Marcus überlebte den Zusammenbruch mit Ach und Krach. Die ersten Untoten jagten ihm eine Heidenangst ein, er hatte eine gefühlte Ewigkeit für seine ersten Kills gebraucht und musste, so wie viele andere auch, in das neue Leben rein wachsen. Erst mit dem Beitritt zu den Highwaymen, einer Gruppe trainierter und anheuerbarer Schläger mit paramilitärischen Strukturen, schien Marcus seinen wirklichen Platz in der Welt gefunden zu haben. Dort lernte er Zusammenhalt und kehrt von seiner Denkweise, dass alle anderen eine Rasse nicht respektieren würden, langsam ab. Mit dreißig Jahren ist Marcus noch lange nicht weise, hat aber bereits jetzt schon die Schnauze voll und atmet vermutlich nur noch aus Prinzip. Keineswegs lebensverneinend, auch nicht fatalistisch, doch in gewisser Weise übersättigt. Marcus ist überwiegend gereizt, er hat keinen Nerv für die kleinen Dinge und möchte nur den nächsten Tag erleben. Gesund und munter. In der Gruppe versucht man ihm noch so etwas wie eine funktionierende soziale Ader beizubringen. Die Versuche bislang liebreizend, noch funktioniert es nicht gänzlich. Aber Marcus schätzt den Einsatz und versucht der Gruppe etwas zurückzugeben, denn, zugegeben, ohne diese Leute wäre Marcus vermutlich bereits tot und ein Gefühl für Ehre besitzt der Afro-Amerikaner immer noch. Jetzt oder nie, sterben oder atmen, so lautet seine Devise.
Offline
#4
Scheiße. Die Brünette musste wohl schon eine ganze Weile unterwegs sein, wenn nicht bis vor Kurzem einen anstrengenden Sprint hingelegt haben müssen, weil sie das alles offensichtlich runterzuspielen versuchte. Ross öffnete seine Hackfresse und wollte dem Mädchen wohl ein Angebot unterbreiten, doch Marcus schnitt dazwischen. "Wir haben in der Nähe ein funktionierendes Fahrzeug, da kannst du durchschnaufen.", erklärte Marcus in einem lockeren Tempo, so konnte die Frau zumindest mithalten und müsste nicht beim nächsten Boxenstopp nach neuen Lungen fragen. Sein (ungewollter) Begleiter musste schon ziemlich mithalten, so eine Raucherlunge kam ihm nicht gerade gelegen. Zwei Maschinenpistolen in den Händen wie so ein Wochenend- und Aushilfsgangster, seine Hände waren teils in Bandanas gewickelt, selbst diese verdammte Hose hing ihm fast zu den Knien. "Du kannst dann fahren, Marcus!", sagte Ross auf halbem Wege, er war bisschen zurückgefallen und stierte regelrecht auf den Po der Unbekannten. Wenn man Ross kannte, wusste man sofort worauf der Bursche es abzielte. Der Afro-Amerikaner schüttelte den Kopf beim Joggen ablehnend, schnalzte mit der Zunge als Unterstreichung. "Nah, mein Nigga, du wirst am Lenkrad sitzen.", ... und das Traurige an der Geschichte war, dass Ross das N-Wort wohl noch als Kompliment aufnahm, weswegen er wohl die Klappe hielt und sich nicht wehrte. Wenn Ross nicht am Lenker saß, und man musste ihm wirklich lassen, dass er ein echt verdammt guter Fahrer war, würde er wohl die Brünette stets anglotzen und Ärger provozieren.
Hinter ihnen hallte der untoten Chor, sie bewegten sich tatsächlich wie ein Heer voller Tiere - verteilten sich nur an manchen Stellen und erst jetzt erkannte man, sobald ein Blick zurückgeworfen wurde, dass es sich nicht unbedingt um eine Kindergartentruppe handelte. Im Gegenteil, die Dame hatte mindestens sechs, sieben Großfamilien zum Event eingeladen. "Wo soll ich dann eigentlich hin, wenn wir im Auto sitzen?!", unnötiges Gelaber von hinten, Marcus antwortete ihm nicht. Seine Worte galten der Frau, er wollte die Geduld zumindest milder gestalten. "Sind gleich da, dort vorne.", möglichst ausgeglichen, Ross seufzte hinter dem Duo angestrengt über das ungefragte Workout. Er wollte ja unbedingt die Frau retten gehen, nun musste er die Suppe mit einer Gabel auslöffeln. Scheiß Weißbrot!

Die Meute konnten sie beim besten Willen nicht mit dem momentanen Vorrat an Munition schwächen, viel eher die Untoten anpissen und den Unmut auf sich ziehen. Ross spielte ja bereits schon mit dem Gedanken, ob er sich nicht einfach mal umdrehte und im Stile eines Straßengangsters die Knarren seitlich hielt und die Magazine leerte. "Ich schwör, ich werde nie wieder rauchen, nie wieder!", lamentierte Ross erneut möglichst hörbar, gerade jetzt als sie beim Fahrzeug ankamen. Ross nutze das Gefährt als Stütze, musste nach Luft schnappen, während Marcus ihn dazu drängte. "Steig ins Auto!", deutliche Schärfe lag in der Stimme, der Dunkelhäutige schubste den (anscheinend) geschwächten Ross zur Fahrerseite. "Scheiße, mann. Ich bin hier am Krepieren!", mur mur mur, Heulsuse! Die Hintertür riss Marcus auf, nur um ihn am Nacken zu packen und direkt auf den Rücksitz zu befördern. Glück gehabt, dieses Mal konnte sich Ross rausreden, nur damit Marcus dann zur Frau nickte. "Steig ein, ich fahre dich ein Stück.", so Marcus weiter, sie hatte überhaupt nichts an sich und er wollte gewiss nicht eine mittellose Frau abziehen. Ross hätte bestimmt großen Gefallen daran gefunden, wenn sie sich ausgezogen hätte. Der Blonde hechelte auf dem Rücksitz wie ein verdurstender Pekinese. Marcus schlug die Autotür zu, nachdem die Frau sich reinsetzte, um letztendlich das Gaspedal zu treten und die (von Untoten) belebte Kulisse zu verlassen.

Marcus' Begleitung zu müde für einen Kommentar, man sah ihm schon die Erschöpfung an. "Bisschen riskant, hm?", fragte Marcus die Neue im Bunde rhetorisch, hielt die Augen jedoch auf die Straße und eine Hand am Lenkrad. "Es kommen wirklich selten Leute von der Brücke. Das letzte Mal, als jemand das probierte, war schon bei der Hälfte Schluss.", Tatsache, Marcus hatte eine Person auf halbem Wege sterben sehen. Die Untoten waren geschickt bei Autowracks, schnappten sich unvorsichtige Leute ganz schnell mal. Viele dachten, dass man so einem Biss gut ausweichen konnte, bis die Zähne im Fleisch lagen und die Opfer fast schon wie paralysiert zu Boden gingen. Die Route zur Base nahm Marcus nicht, nein, er lenkte nach links ein und weg von der Brücke. Die Dame würde die Stadt jetzt mit Untoten bevölkern, sie ließen eben nicht locker, aber dafür könnten sie aus dem Sichtfeld der Untoten steigen und den Schreckmoment passieren lassen. Marcus hielt in der Nähe von einem Safehouse, dort bunkerten sie hin und wieder kleinere Sachen. Es galt als kleiner Zwischenstopp für die Gruppe, von außen sah das Ding unscheinbar aus und dennoch brauchte man einen Schlüssel für den Zugang.
Ross sprach genau jetzt erschöpft von der Rückbank aus. "Woher kommst du eigentlich?", da war es, das Interesse seinerseits. In der Nähe vom Safehouse stand das JR Market. Man musste praktisch nur die Straße überqueren. Vorsicht war trotzdem geboten, ein paar Untote waren neugierig und glotzten generell mal vorbei. Ganz zu schweigen davon, dass ein paar Leute mit Masken die Straßen durchfegten. Fragwürdige Gestalten. Definitiv keine Freunde der Highwaymen. Henry wollte sie verfolgen, man brauchte genügend Informationen um auch entsprechend vorgehen zu können, aber sie verschwanden spurlos genauso wie sie aufkreuzten. Geister. Marcus war inzwischen aus dem Auto gestiegen, für heute war die Arbeit erledigt. Keine Person würde die Brücke benutzen, also müsste er der Frau fast schon danken. "Am besten du sprichst nicht mit ihm. Der ist nicht ganz klar in der Birne. Ich heiße Marcus.", stellte sich der Afro-Amerikaner sicherheitshalber vor, kein Körperkontakt. Frauen reagierten manchmal toxisch, außerdem wollte er nicht ihre Grenze überschreiten. Ross hingegen... "Ross!", sofort versuchte er ein Händeschütteln zu beschwören.

Keri
Talk to my Hand...
"Life isn't about waiting for the storm to pass, it's about learning how to dance in the rain."
Ist schon scheiße, wenn um einen herum die Welt langsam den Bach runter geht und man nichts anderes tun kann, als zuzuschauen und seinen eigenen Arsch zu retten… nicht? Dabei war Charly bis vor wenigen Monaten noch guter Dinge, dass sie endlich ihr Glück gefunden hatte. Einen spannenden Job als Detective bei der Homicide Unit des PPD, kurz davor ihre große Liebe Wesley zu heiraten … ja… und dann kam dieser Virus – und plötzlich übernahmen die Zombies ihr geliebtes Philly! The Walking Dead war ein Witz gegen das, was Charlene plötzlich erwartete – und zu allem Überfluss verschwand dann nicht nur Wesley, als hätte ihn plötzlich der Erdboden verschluckt – nein, sie verlor auch den Kontakt zu ihrem Bruder Dexter, kurz nachdem sie beschlossen hatten sich zu treffen, um dann gemeinsam einen Plan zu schmieden wie es weiter gehen würde… nun ist sie also auf der Suche… nach Wes… nach Dex - nach einer gottverdammten Idee, wie sie noch etwas positives an dieser verfluchten Apokalypse finden soll!
Abwesend
#5
Auch wenn Charlene Fremden nur äußerst ungerne vertraute – aber die Worte des Afroamerikaners klangen gerade trotzdem wie Musik in den Ohren der Brünetten. Ein funktionierendes Fahrzeug? Also, sie hoffte jetzt einfach mal, dass damit nun kein Trecker gemeint war… but for fucks sake!… so lange sie sich einfach nur IRGENDWO hinsetzen konnte, wo diese Beißer nicht an sie heran kamen und das sich schneller als Schrittgeschwindigkeit vorwärts bewegte… I’m in, really!!! Also nickte sie bestätigend (ja, sie hob sich ihre Luft besser auf, als nun unnötige Worte zu verlieren) und folgte dem Dunkelhäutigen, während Blondie bereits jetzt schlimmer klang als sie nach ihrem gefühlten Halbmarathon. Charly warf nur einen knappen Blick über ihre Schulter und verkniff sich dabei ein süffisantes Grinsen, als sie das leidende Gesicht des Möchtegern-Gangsters erblickte. Doch das Grinsen wäre ihr ohnehin schnell wieder vergangen, als sie dann die Zombie-Völkerwanderung etwas hinter ihm entdeckte, für welche dann wohl sie verantwortlich war. “Fuck…“, rutschte es ihr da doch heraus und sie war noch eine Spur mehr froh über die Aussicht, bald auf einem Autositz Platz nehmen zu können… by the way - Der Blick der Brünetten glitt sofort in die Richtung des besagten Gefährts, als sie das "Sind gleich da, dort vorne." vernahm – nun erst recht angespornt noch einmal ihre letzten Kraftreserven zu mobilisieren und einen Endspurt zum Fahrzeugheck hinzulegen.

Sie holte ebenfalls für einen kurzen Augenblick tief Luft und konnte es wohl selbst kaum fassen, dass sie bis hier hin durchgehalten hatte – bevor das Geplänkel der beiden Männer wieder Charlys Aufmerksamkeit auf sich zog und sie fassungslos kurz mit dem Kopf schüttelte. Wie konnte so jemand bitteschön so lange in einer Welt wie dieser überlebt haben? (Ja, ihr Blick lag dabei natürlich auf dem Blonden). Ganz offensichtlich musste er mehr Glück als Verstand gehabt haben… oder eben einen anständigen Babysitter… und bei diesem Gedanken erschien vielleicht ein kurzes Schmunzeln auf den Lippen der Brünetten, während sie nun wieder zur anderen Hälfte ihres Retter-Duos blickte. Allein dass er noch so ruhig bleiben konnte in dieser Situation – Charlene hätte keine Wetten darauf geschlossen, ob sie genauso ‚geduldig‘ geblieben wäre bei diesem Gejammer. Dafür hatte die Show der Zwei schon fast etwas von Comedy – und wäre es nicht langsam brenzlig geworden, mit den Untoten im Nacken, hätte die Brünette vielleicht auch noch auf eine Zugabe gehofft. Letztendlich ließ sie sich dann aber auch kein zweites Mal darum bitten einzusteigen – nahm neben dem pumpenden Maikäfer auf der Rückbank Platz… und harrte dann der Dinge, die noch kommen würden.

Da Charly keine Ahnung hatte, wohin der Afroamerikaner sie fahren würde aber gerade auch alles besser schien, als bei der Brücke zu bleiben, lehnte Charly sich kurz zurück, fuhr sich mit beiden Händen durch die langen, braunen Locken und atmete noch einmal tief ein und aus. Im Gegensatz zu ihrem Nebensitzer schien sich die etwas trainiertere Lunge der jungen Frau schneller wieder zu entspannen – und so konnte sie auch schon wieder amüsiert auflachen, als sie die (leicht vorwurfsvoll klingende?!) Stimme vom Fahrersitz vernahm. “Ich steh auf den Nervenkitzel…“ - erwiderte sie mit sarkastischem Grinsen auf den Lippen und wischte sich ein paar Schweißperlen von der Stirn – denn ja… sie hatte die Situation auf der Brücke und vor allem in den Tunneln EINDEUTIG unterschätzt. Umso erleichterter und vielleicht auch ein wenig Stolz war sie, es trotzdem überlebt zu haben. Dennoch: irgendwer sollte ein paar beschissene ‚Keep Out!‘-Schilder vor der Brücke aufstellen. Nochmal würde sie so eine wahnsinnige Route jedenfalls nicht wählen… das stand fest!

“Ist das euer Hobby? Verrückten dabei zuschauen, wie sie auf der Brücke vor den Zombies wegrennen?“, fragte sie dann aber doch ein klein wenig neugierig nach, weil es natürlich eine glückliche Fügung gewesen war, die Zwei mit einem fahrbereiten Auto hier zu haben… aber eben auch genauso verdächtig, um ehrlich zu sein.

Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass sie nach kurzer Fahrt bereits wieder anhielten und Charly sich so offensichtlich keine Sorgen darüber machen musste, nun vielleicht doch entführt zu werden. Ihr Nebensitzer versuchte es mit ein wenig Small Talk, zum auflockern der angespannten Stimmung(?!) – und da Charly keinen Grund sah auf diese Frage nicht ehrlich zu antworten, sah sie ihn auch nur kurz musternd an, bevor sie ein knappes “Aus Philly…“ erwiderte. Ja, Philadelphia war einmal ihre Heimat gewesen… doch jetzt? War es auch nur noch eine von vielen überrannten Städten, in denen man sich lieber nicht aufhielt… Sie tat es dem Fahrer gleich und stieg nun ebenfalls aus – wollte sich schon für die ‚Mitfahrgelegenheit‘ bedanken – als der Dunkelhäutige sich zumindest noch vorstellte und… man mochte es kaum glauben - Charlene mit seinem bissigen Hinweis tatsächlich ein kurzes, herzliches Lachen entlockte. “Ihr seid auch ein Herz und eine Seele, was?!“, blickte sie kurz zwischen Marcus und seinem Begleiter hin und her, bevor auch dieser sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen wollte, um sich als ‚Ross‘ vorzustellen. Die entgegengestreckte Hand ließ die Brünette trotzdem kurz die Stirn runzeln (so viel Förmlichkeit hätte sie Triple T nun echt nicht zugetraut), ergriff sie dann aber letztlich doch (sie wollte ja nicht unhöflich sein, nachdem man ihr wortwörtlich den Arsch gerettet hatte), während sie ein knappes “Charly“ erwiderte.

Und vielleicht… wäre sie dann auch einfach wieder ihrer Wege gezogen – wenn ihr in der Sekunde nicht eine Bewegung an der nächsten Häuserecke aufgefallen wäre, welche bei der ehemaligen Polizistin sofort alle Alarmglocken schrillen ließ. War sie womöglich doch zu gutgläubig gewesen? Hatte sie sich von den beiden Kerlen geradewegs in eine Falle locken lassen? Ross Hand war jedenfalls schneller wieder losgelassen (und ihre eigene der seinen entzogen) als man Trailerpark hätte sagen können, bevor die nun wieder freie Hand auch schon unter das nur lose am Bauch zusammengeknotete Hemd (unter dem sie noch ein Tanktop trug) gerutscht war – um in fast schon erschreckender Routine nach ihrer dort ‚versteckten‘ Beretta zu greifen, sie aus dem Schultergurt zu ziehen und zu entriegeln, noch bevor sie an Ross vorbei auf die dunkle Seitengasse zielte. Dabei achtete Charly nur zu genau darauf den Blonden als menschliches Schutzschild zwischen sich und der unbekannten Bewegung zu behalten, während ihre Miene schlagartig wieder an Freundlichkeit verlor. “Habt ihr vergessen mir von eurem Begrüßungskommando zu erzählen, oder sollte das eine Überraschungsparty werden?“, ein klein wenig bissig, als sie nun vorsichtig Rückwärts ging und damit Abstand zu den zwei Männern aufbauen wollte. In Gedanken ging sie dabei bereits ihre Optionen durch – versuchte im Augenwinkel eine mögliche Deckung auszumachen ohne die ‚ruhmreichen Retter‘ und ihre vermeintliche Kavallerie dabei aus den Augen zu lassen.



Johnny
STRICTLY 4 MY N.I.G.G.A.Z.
I WON'T REST TILL MY ROAD DOGS FREE; AND I'MMA BOMB FIRST!
Von der Wiege bis ins Grab, Marcus hatte politisch aktive Eltern und repräsentiert ihre Haltung bis aufs Äußerste. Hellhäutige Menschen sind privilegierte Nichtsgönner, die in der Regel alle anderen, die nicht ihre Hautfarbe teilen, unten sehen und halten wollen. Dank seiner Denkweise, die man ihm schon recht früh in den Kopf pflanzte, hat Marcus nicht besonders viel in seinem Leben erreicht und ist in der Denkweise gefangen. Von einem Job zum nächsten, nie wirklich zufrieden oder glücklich gewesen, dafür jedoch die Unterstützung seiner Eltern und Freunde gehabt. Leider hat er sein Potenzial nie erkannt, die Talente für einen wirklich ernsthaften und langfristigen Job nie gefunden, Marcus überlebte den Zusammenbruch mit Ach und Krach. Die ersten Untoten jagten ihm eine Heidenangst ein, er hatte eine gefühlte Ewigkeit für seine ersten Kills gebraucht und musste, so wie viele andere auch, in das neue Leben rein wachsen. Erst mit dem Beitritt zu den Highwaymen, einer Gruppe trainierter und anheuerbarer Schläger mit paramilitärischen Strukturen, schien Marcus seinen wirklichen Platz in der Welt gefunden zu haben. Dort lernte er Zusammenhalt und kehrt von seiner Denkweise, dass alle anderen eine Rasse nicht respektieren würden, langsam ab. Mit dreißig Jahren ist Marcus noch lange nicht weise, hat aber bereits jetzt schon die Schnauze voll und atmet vermutlich nur noch aus Prinzip. Keineswegs lebensverneinend, auch nicht fatalistisch, doch in gewisser Weise übersättigt. Marcus ist überwiegend gereizt, er hat keinen Nerv für die kleinen Dinge und möchte nur den nächsten Tag erleben. Gesund und munter. In der Gruppe versucht man ihm noch so etwas wie eine funktionierende soziale Ader beizubringen. Die Versuche bislang liebreizend, noch funktioniert es nicht gänzlich. Aber Marcus schätzt den Einsatz und versucht der Gruppe etwas zurückzugeben, denn, zugegeben, ohne diese Leute wäre Marcus vermutlich bereits tot und ein Gefühl für Ehre besitzt der Afro-Amerikaner immer noch. Jetzt oder nie, sterben oder atmen, so lautet seine Devise.
Offline
#6
Nervenkitzel. Immerhin wusste sie sich verbal zu erhalten, Marcus schnaubte daraufhin mit einem Kopfschütteln und gab ihr damit eine kleine Anerkennung. Auf dem ersten Blick wirkte die Frau aus Philadelphia, die sich mit dem Namen Charly vorstellte, gar nicht schlecht. Ross hingegen lauschte dem Gespräch, noch bevor sie das Auto verlassen hatten, sehr genau. Charly, dunkle Haare, schöner Körper - sie war das, womit man gerne einschlief und morgens aufwachte. In seinem Kopf passierten tausende Dinge, nicht ein einziges Ding selbstverständlich jugendfrei. Ross träumte und träumte. Selbst das Händeschütteln später, als sie Ross die Hand reichte, würde er wohl noch eine ganze Weile in Erinnerungen behalten. Bei Gelegenheit auch mal die Hand für ein paar Nächte nutzen, schließlich hatte Ross endlich mal eine Frau berühren können. Endlich. Noch bevor Marcus die Frau eigentlich weiterziehen lassen wollte, da sie wirklich nicht mit den Regeln der Highwaymen vertraut waren, schließlich kam sie aus Philadelphia, hatte Charly urplötzlich ihre Waffe gezogen und Ross stand mitten im Geschehen. Mittendrin statt nur dabei.

Der Blonde wirkte erstarrt, hielt die Maschinenpistolen gen Boden und versuchte mit seinen Blicken zu sprechen. "Eyyyey! Locker bleiben, ja? Wir sind alleine!", während Marcus schon ein kleines Pfeifkonzert in hohen Tönen vernahm, ein paar fragwürdige Gestalten kamen aus den Ecken spaziert und trugen Kleinkaliber. Da waren sie wieder, die Freaks mit den Masken. "Highwaymen!", schrie einer aufgeregt, eine Falle!? Marcus reagierte zeitgleich auf Charlys Frage mit einer bombensicheren Ehrlichkeit. "Nope!", noch im gleichen Atemzug suchte Marcus seine Deckung hinter dem Auto, weil die Kugeln ihnen um die Ohren schlugen. Einer dieser Deppen traf den Reifen, so dass das Auto an der Seite des geplatzten Reifens einmal kippte. Ross hatte hinter Müllcontainern seine Deckung gefunden, nicht unweit, man konnte ihn sogar auf der anderen Seite erkennen. "Da sind sie wieder, diese Hurensöhne!", bellte Ross angefressen über das Auftreten der 'Geister'. Man hatte keine Namen für sie, Marcus entsicherte seine Handfeuerwaffe. Das M16 Sturmgewehr lag leider im Auto, verdammt. Ross verließ einmal die ausgewählte Deckung und spielte unbewusst die Zielscheibe. "2PAC UND MICHAEL JACKSON LEBEN, IHR MOTHERFUCKER!", seitlich gehaltene Maschinenpistolen und ein Kugelhagel aus beiden Geräten. Ross verteilte Patronen wie Süßigkeiten zu Weihnachten, die Geräte dampften. Er betitelte tatsächlich seine Waffen 2Pac und Michael Jackson.

Marcus blickte einmal zu Charly, um sicher zu gehen, dass die Dame nicht getroffen wurde, bevor der Dunkelhäutige seufzend sprach. "Die haben uns schon mal Probleme gemacht.", ein paar Querschläger folgten, bei so einem Kugelhagel verteilte sich die kleine Traube beim JR Markt. Man hörte sie nicht reden, sie unterhielten sich mit Handzeichen. Kleinkaliberwaffen waren nicht unbedingt das, was man sich von einem Squad vorstellen konnte, aber Waffen waren Waffen und eine Schussverletzung ohne die entsprechenden Hilfsmitteln galt heutzutage schon als Todesurteil. Ross drängte die Leute tatsächlich ein wenig zurück, musste jedoch nachladen. Erstaunlicherweise hatte er nur einen einzigen von den Freaks umgelegt, der Rest 'sprang' noch munter im Geschehen. "Nigga, scheiße, ich muss nachladen!" - "... Fick dich.", klaffte der Afro-Amerikaner laut erbost über Ross' Talente als verlässlicher Schütze, just in dem Moment verließ Marcus seine Deckung und schoss als verlängertes Zeitfenster für Ross und Charly - wohl eine Kontermöglichkeit für Charly. Er und eine Frau mussten wohl diese Ratten eigenhändig umnieten gehen, weil der gute Ross seine Kugeln verschwendete als hätten sie einfach mal eine Munitionsfabrik und die Herstellung das Einfachste auf der Welt.

Kopfschuss! Eine Blutwolke platzte auf, die Maske zersprang am Gesicht von einem dieser Freaks und kippte leblos zusammen. Jemand schrie erschrocken auf, bevor dieser vor Heidenangst flüchtete. Trotzdem waren noch um die vier Leute übrig. Aggressive Gesichtszüge, zusammengebissene Zähne, Marcus betätigte den Abzug wild und gab Charly hinterher ein Zeichen. "Lade nach!", während er das Magazin wechselte. Heute würden sie sterben... die Masken-Freaks hatten sich einen falschen Zeitpunkt für einen Überfall ausgesucht, denn jetzt waren sie zu dritt. Okay, sie waren zweieinhalb Menschen. Ross das halbe Hemd könnte selbst eine Plastikpflanze nicht am Leben erhalten.

Keri
Talk to my Hand...
"Life isn't about waiting for the storm to pass, it's about learning how to dance in the rain."
Ist schon scheiße, wenn um einen herum die Welt langsam den Bach runter geht und man nichts anderes tun kann, als zuzuschauen und seinen eigenen Arsch zu retten… nicht? Dabei war Charly bis vor wenigen Monaten noch guter Dinge, dass sie endlich ihr Glück gefunden hatte. Einen spannenden Job als Detective bei der Homicide Unit des PPD, kurz davor ihre große Liebe Wesley zu heiraten … ja… und dann kam dieser Virus – und plötzlich übernahmen die Zombies ihr geliebtes Philly! The Walking Dead war ein Witz gegen das, was Charlene plötzlich erwartete – und zu allem Überfluss verschwand dann nicht nur Wesley, als hätte ihn plötzlich der Erdboden verschluckt – nein, sie verlor auch den Kontakt zu ihrem Bruder Dexter, kurz nachdem sie beschlossen hatten sich zu treffen, um dann gemeinsam einen Plan zu schmieden wie es weiter gehen würde… nun ist sie also auf der Suche… nach Wes… nach Dex - nach einer gottverdammten Idee, wie sie noch etwas positives an dieser verfluchten Apokalypse finden soll!
Abwesend
#7
Ross brauchte offensichtlich einen Moment länger um zu bergreifen (wen hätte es gewundert?!?) – während sein dunkelhäutiger Freund sofort schaltete, worauf Charly gerade angespielt hatte. Ob er die Bewegung ebenfalls gesehen hatte? Möglich. Aber auf jeden Fall schien er die Lage mit der nötigen Ernsthaftigkeit anzugehen und dann auch nicht lange zu fackeln, als sich die Maskierten plötzlich zu erkennen gaben. Marcus sprang in die nächste Deckung und Charly? Folgte ihm kurzerhand – während sie Blondie vor ihrem inneren Auge schon kurz als Kanonenfutter enden sah. Eines musste sie ihm allerdings lassen: Sein Überlebenstrieb schien doch noch irgendwie zu funktionieren! Und auch wenn das kurz darauf folgende Kugelgewitter seinerseits wenig effektiv war, was das tatsächliche Beseitigen der Angreifer anging… er hielt sie damit doch irgendwie auf Trab!

Und das wiederum? Gab Marcus und Charly die Gelegenheit ein paar weitaus gezieltere Schüsse abzufeuern. Die ehemalige Polizistin fühlte sich kurzzeitig in ihre Ausbildungszeit zurückversetzt… als sie auf dem Schießstand das Zielen und Feuern aus einer Deckung hatten üben müssen. Auf Angreifer, die damals jedoch nur aus beweglichen Puppen bestanden hatten – keine Gesichter. Keine echten Leben. Einen richtigen Menschen zu erschießen? Das brauchte schon weitaus mehr Mumm – eine Hemmschwelle, die man erstmal überwinden musste und nichts, worauf einen irgendeine Übung jemals vorbereiten konnte. Doch wenn es dann tatsächlich einmal hart auf hart kam? Es hieß: Er oder Ich - dann dachte man besser nicht mehr nach sondern handelte einfach nur noch. Einstudierte Abläufe, die man bis zur Vergasung wiederholt hatte. So oft, dass man sie auch im Schlaf noch hätte ausführen können. Nur um dann im entscheidenden Moment den Kopf einfach auszuschalten und nur noch zu funktionieren.

Viele ihrer Kollegen waren selbst nach 20 Jahren Dienstzeit oder mehr niemals in diese missliche Lage gekommen. Und wenn es doch mal einen unter ihnen gegeben hatte? Gab es danach erstmal zwangsangeordnete Stunden beim Polizeipsychologen. Ein ‚Luxus‘, von dem man heutzutage nur noch träumen konnte. Ob Charly nun glücklich sein sollte, dass sie zu den nur knapp 30% gezählt hatte, die tatsächlich während ihres Dienstes einmal in die missliche Lage gekommen waren, ihre Dienstwaffe abfeuern zu müssen? Fraglich… denn auch wenn sie nun wusste, wie es war auf einen Menschen zu schießen – es machte es trotzdem kein bisschen einfacher. Niemals – zumindest nicht für sie. Damals war es nur ein glatter Durchschuss gewesen – nicht tödlich, aber verdammt nochmal… es hatte den Dreckskerl aufgehalten, der dabei gewesen war einen bewaffneten Raubüberfall auf eine Tankstelle auszuführen. Heute war das anders.

Auch heute funktionierte sie einfach, als sie zielte und ganz genau darüber nachdachte, wann sie welche Kugel an diese Mistkerle verschwendete. Nicht darüber nachdenken, dass es keine Übung war – sondern der Kerl, welcher gerade mit blutigem Hemd zusammengeklappt war, vermutlich nie wieder aufstehen würde. Zielen. Schießen. Kopf einziehen. Erneut zielen – und einfach alles andere ausblenden. Charly fluchte leise, als Ross im nächsten Moment aus seiner Deckung sprang und Gangster-gleich den nächsten Kugelhagel auf die Angreifer prasseln ließ – nur dass es ihr damit genau ins Sichtfeld sprang. Neben sich vernahm sie die Stimme von Marcus und blickte nur kurz mit ernster Miene zu ihm, während sie einmal tief Luft holte. “Als hätte man mit den Zombies nicht schon genug Probleme… was?“ - doch das knappe, freudlose Grinsen verging Charly dann auch schneller wieder, als es sich auf ihre Lippen gelegt hatte, als Ross seine One-Man-Show beendet hatte und plötzlich wieder ein Schwall Kugeln um ihre Ohren flog, der die Brünette reflexartig den Kopf noch etwas mehr einziehen ließ.

Einer der Querschläger erwischte die Fensterscheibe am Gebäude neben ihnen, die in gefühlte tausend Splitter zerfiel und unangenehm auf sie herunter prasselte – doch fürs Jammern blieb ihnen keine Zeit. Nun ergriff Marcus die Initiative – und Charly? Nutze sein Ablenkungskommando, um ihre Gegner wieder ins Visier zu nehmen, während sie selbst einen kurzen Sprint zum nächsten Wagen hinlegte, nur kurz stoppte um zwei… drei Schüsse abzufeuern (von welcher einer tatsächlich ein Volltreffer war – ein zweiter zumindest ein passabler Streifschuss am Hals einer der Idioten, welcher mit der Zeit für sie arbeiten würde. Hoffentlich verblutete er!!) und dann selbst weiterhechtete. Den Bruchteil einer Sekunde zu langsam, wie sie leider feststellte, kaum dass sie sich auf dem Asphalt abrollen wollte und dabei einen stechenden, brennenden Schmerz an ihrem Oberschenkel verspürte, der die Brünette laut auf fluchen ließ. “FUCK“ - es brannte wie die Hölle, noch bevor sie den rot durchtränkten Stoff ihres Hosenbeins entdeckte und erkannte, dass einer der Bastarde offensichtlich Glück gehabt hatte.

Mit einem Zischen untersuchte sie vorsichtig die Wunde – stellte erleichtert fest, dass es nur ein Streifschuss und kein (womöglich durchaus schneller tödlicher Durchschuss war) – bevor sie abwäget, was sie nun tun sollte. Eine kurze Bedenkzeit, bevor sie zu dem Entschluss kam, dass sie erstmal die Angreifer beseitigen oder zumindest vertreiben mussten – ansonsten wäre der Streifschuss nämlich bald ihr geringstes Problem. Also biss Charlene die Zähne zusammen, rollte sich über das Schienbein ihres lädierten Beins ab und presste sich dann mit dem anderen wieder hoch, um sich zumindest halbwegs aufzurichten und gegen die Deckung zu lehnen. Sie checkte einmal ihr Magazin - zwei Schuss übrig - und besann sich darauf, dass sie nur noch zwei weitere besaß. Danach würde es ganz schlecht aussehen für sie…

Das Magazin glitt mit einem leisen Klicken zurück in die Beretta… und dann hatte Charly auch schon ihr nächstes Ziel vor Augen. Zielen… und Schießen - ging sie in Gedanken ihr ganz persönliches Mantra immer wieder durch und versuchte nicht an ihr blutendes Beim zu denken oder den nächsten Maskierten, der tot zusammensackte. “Heute ist der letzte Tag, an dem du Fremde überfällst…“, zischte sie stattdessen wütend, während sie auch schon den nächsten Dreckskerl ins Visier nahm und den lauten Knall des nächsten Schusses schon gar nicht mehr wirklich wahrnahm. Das leere Magazin landete auf dem Asphalt eben ihr – das Nächste wurde mit einem Klicken in die Pistole geschoben… und weiter ging es, bis keiner mehr übrig wäre – oder sie tot..

Johnny
STRICTLY 4 MY N.I.G.G.A.Z.
I WON'T REST TILL MY ROAD DOGS FREE; AND I'MMA BOMB FIRST!
Von der Wiege bis ins Grab, Marcus hatte politisch aktive Eltern und repräsentiert ihre Haltung bis aufs Äußerste. Hellhäutige Menschen sind privilegierte Nichtsgönner, die in der Regel alle anderen, die nicht ihre Hautfarbe teilen, unten sehen und halten wollen. Dank seiner Denkweise, die man ihm schon recht früh in den Kopf pflanzte, hat Marcus nicht besonders viel in seinem Leben erreicht und ist in der Denkweise gefangen. Von einem Job zum nächsten, nie wirklich zufrieden oder glücklich gewesen, dafür jedoch die Unterstützung seiner Eltern und Freunde gehabt. Leider hat er sein Potenzial nie erkannt, die Talente für einen wirklich ernsthaften und langfristigen Job nie gefunden, Marcus überlebte den Zusammenbruch mit Ach und Krach. Die ersten Untoten jagten ihm eine Heidenangst ein, er hatte eine gefühlte Ewigkeit für seine ersten Kills gebraucht und musste, so wie viele andere auch, in das neue Leben rein wachsen. Erst mit dem Beitritt zu den Highwaymen, einer Gruppe trainierter und anheuerbarer Schläger mit paramilitärischen Strukturen, schien Marcus seinen wirklichen Platz in der Welt gefunden zu haben. Dort lernte er Zusammenhalt und kehrt von seiner Denkweise, dass alle anderen eine Rasse nicht respektieren würden, langsam ab. Mit dreißig Jahren ist Marcus noch lange nicht weise, hat aber bereits jetzt schon die Schnauze voll und atmet vermutlich nur noch aus Prinzip. Keineswegs lebensverneinend, auch nicht fatalistisch, doch in gewisser Weise übersättigt. Marcus ist überwiegend gereizt, er hat keinen Nerv für die kleinen Dinge und möchte nur den nächsten Tag erleben. Gesund und munter. In der Gruppe versucht man ihm noch so etwas wie eine funktionierende soziale Ader beizubringen. Die Versuche bislang liebreizend, noch funktioniert es nicht gänzlich. Aber Marcus schätzt den Einsatz und versucht der Gruppe etwas zurückzugeben, denn, zugegeben, ohne diese Leute wäre Marcus vermutlich bereits tot und ein Gefühl für Ehre besitzt der Afro-Amerikaner immer noch. Jetzt oder nie, sterben oder atmen, so lautet seine Devise.
Offline
#8
Schlechter Tag für einen Überfall, die Highwaymen versuchten potenzielle Bedrohungen aus der Entfernung zu beobachten. Sie waren keine Arschlöcher, sie zogen keine unschuldige Menschen durch den Dreck und zogen sie hinterher komplett aus, doch diese Schwachmaten mit ihren komischen Masken nahmen den Mund heute zu voll. Ross sah aus dem Augenwinkel eine verwundete Charly, er versuchte tatsächlich während des Schusswechsels zu ihr zu sprinten und sich das anzusehen, doch der Kugelhagel erlaubte es ihm nicht. Marcus hingegen holte sich den letzten von den Irren, er war durch die Kugeln verwundet in den Mini-Supermarkt verschwunden. Tatsächlich hatten Charly und er die Irren gemeinsam besiegt, Ross traf zumindest eine Person. "...B-Bitte!", flehte der verwundete Irre unter der Maske lauthals, lehnte sich mit dem Rücken an ein leeres Regal und streckte die Handfläche zu dem Afro-Amerikaner aus, der durch die gläserne Tür wie ein Terminator kam. "Nicht!", schrie dieser nochmal gedämpft unter der Maske, Marcus sendete sein stählernes Projektil durch die Handfläche in den Kopf hindurch und verteilte das Blut samt Hirn. "Daran hättest du vorher denken müssen.", sagte er unbetroffen, ließ sich nicht von den flehenden Worten berühren, bevor er noch eine Kugel zur Sicherheit nachschickte. Sicher war sicher. Ross kam in der Zwischenzeit bei Charly an, um die Wunde per Augenmaß zu kontrollieren. "Sieht nicht allzu schlimm aus..", dabei hörte man deutlich heraus, dass Ross absolut keine Ahnung hatte. Es könnte schlimmer sein als es aussah, solche Fälle soll es auch geben. Marcus kam inzwischen aus dem Markt heraus, spuckte abfällig zu Boden und markierte somit den Spott für diese Hurensöhne deutlich. Erst schossen sie wild, danach zogen sie sich zurück und flehten. Einer von ihnen konnte entkommen. Gut für ihn. Falls er zurückkehren sollte, wäre es ohnehin das letzte Mal.

Die junge Frau konnte er wohl nicht wegschicken, geschweige denn gehen lassen, worauf Marcus den nächsten Entschluss fasste. Dank des Anblicks ihrer Wunde. "Wir werden das Safehouse nutzen. Da kannst du dich auskurieren, dort dürften wir ein Pflegeset besitzen.", erklärte der Reed und nickte mit dem Kinn zum Haus rüber, so dass Ross sich zu bewegen hatte. "Ich gehe schon mal alles vorbereiten, was wir brauchen...", für seine Verhältnisse doch sehr fürsorglich. Die Schüsse waren bestimmt auch eine weitere Essensglocke für die Untoten, die würden alsbald die Straßen belegen und die toten Körper als kurzen Snack haben, bevor sie früher oder später weiter zogen. Marcus wollte die Frau nicht ohne Erlaubnis berühren, also spazierte er dafür kurz zum Auto und holte sein Sturmgewehr raus. Das Auto unbrauchbar, keiner würde den Reifenwechsel noch jetzt unternehmen wollen. "Wir haben Alkohol da und bisschen Verbandszeug.", so Ross am Türrahmen weiter, bevor Marcus die Frau in das Safehouse lotste und die Tür zufiel. Gut beleuchtet, es sah wenigstens angenehm. Marcus zeigte auf den Stuhl und dort durfte sie Platz nehmen, später, wenn sie wollte, ginge auch die Couch als Rast. "Soll ich das übernehmen?" - "Geh die Magazine nachladen.", weitere Überraschungen ohne volle Magazine wären sehr schlecht. Ross nickte, war stiller als sonst, um sich dann der Task zu widmen. Marcus hatte das Alkohol und Verbandszeug auf dem Tisch bereit, glotzte die Wunde am Bein an. Für sein Empfinden war das nichts, was sie mit dem Zeug hier zu bereinigen wussten. Glück im Unglück. "Alles klar.", Marcus wollte das Verbandszeug nicht an ihrer Jeans anbringen. Der Afro-Amerikaner setzte klärend nach, so dass sie nicht dachte, dass er hier etwas komplett Blödes von ihr verlangte. "Ich werde mich umdrehen?", wahrscheinlich wäre es das Beste? Marcus nickte danach selbstverständlich, fügte dann doch lieber die bevorzugte Korrektur an. "Denke aber, dass du das alleine hinkriegst. Falls nicht, dann findest du mich im Nebenzimmer.", ... also folgte er Ross und wollte ihm bei dem Füllen der Magazine aushelfen.

Leises Flüstert, Ross wollte die Frau nicht stören und ganz sicher nicht dabei gehört werden. "Wird sie's schaffen?", was für ein kleiner Welpe, Marcus zog die Augenbrauen zusammen und zuckte mit den Achseln. "Klar, sie leidet ja nicht an einem Hirntumor. Ist nicht so wild, also mach dir nicht ins Hemd...", Kugel für Kugel drückte Marcus alles in das Magazin hinein, stand zum Tisch und Ross selber saß erschöpft. "Okay...", besorgte Blicke, er versuchte sich auf seine Aufgabe zu konzentrieren. Marcus sah hin und wieder über die Schulter, wagte sich jedoch nicht in den Raum. Respekt, Anstand, er kannte das alles. Er kam nicht aus einem schlechten Elternhaus, seine Eltern waren, so wie andere es empfanden, nicht das, was sich viele vorstellten. Ross rief aus dem Zimmer für Charly bestimmt, weil er sich schlecht fühlte. "Tut uns leid, dass wir dich in die Lage brachten.", versöhnliche Töne, er seufzte angestrengt und schüttelte den Kopf. "Diese Ficker kamen mehrmals vorbei, wurden erst heute erst richtig gewaltsam. Bin froh, dass wir sie los wurden." - "Wir?", sofort tadelte Marcus ihn. "Ich und Charly haben die Drecksarbeit gemacht, du hast fast all deine Kugeln verschossen. Das nächste Mal, wenn ich dich so schießen sehe, töte ich dich als erstes.", aus seinem Mund klang das gar nicht mal so abwegig, Marcus glotzte den Weißen recht ernst an. Ross verstummte, starrte lieber auf die vollen Magazine. "Sie hätte sterben können. Du hast zwei Maschinenpistolen und tötest nur ein Bambi. So geht das nicht, Ross. Wenn es darauf ankäme, dass man sich auf dich verlassen muss, musst du da sein.", ... fast wie ein älterer Bruder, mit mehr Aggressivität in der Stimme. Ross brauchte das, er durfte sich nicht auf seine zwei Maschinenpistolen und andere verlassen. Charly hätte mehr Wunden abkriegen können, was dann? Er hätte mit dem Gewissen leben müssen. Kopfschütteln, Enttäuschung lag in seiner Mimik. Scheiß auf Ross, dieser Depp verstand es nicht. Lieber den Coolen spielen, das ginge klar, konnte er bestens, doch alles andere entpuppte sich als Rohrkrepierer. Themenwechsel von Ross, anscheinend akzeptierte er es. "Wir haben auch paar Sachen zum Essen hier, falls du das willst...", stille Wut im Gesicht des Reeds, er fühlte sich übergangen. Ross sah konsequent weg. Vielleicht würde ihm der Gewehrkolben ins Gesicht ganz gut tun, einfach mal die Birne aufweichen, damit mehr Windungen dort drinnen zustande kamen. Dämlicher Spasti.

Keri
Talk to my Hand...
"Life isn't about waiting for the storm to pass, it's about learning how to dance in the rain."
Ist schon scheiße, wenn um einen herum die Welt langsam den Bach runter geht und man nichts anderes tun kann, als zuzuschauen und seinen eigenen Arsch zu retten… nicht? Dabei war Charly bis vor wenigen Monaten noch guter Dinge, dass sie endlich ihr Glück gefunden hatte. Einen spannenden Job als Detective bei der Homicide Unit des PPD, kurz davor ihre große Liebe Wesley zu heiraten … ja… und dann kam dieser Virus – und plötzlich übernahmen die Zombies ihr geliebtes Philly! The Walking Dead war ein Witz gegen das, was Charlene plötzlich erwartete – und zu allem Überfluss verschwand dann nicht nur Wesley, als hätte ihn plötzlich der Erdboden verschluckt – nein, sie verlor auch den Kontakt zu ihrem Bruder Dexter, kurz nachdem sie beschlossen hatten sich zu treffen, um dann gemeinsam einen Plan zu schmieden wie es weiter gehen würde… nun ist sie also auf der Suche… nach Wes… nach Dex - nach einer gottverdammten Idee, wie sie noch etwas positives an dieser verfluchten Apokalypse finden soll!
Abwesend
#9
Es war eine Erleichterung, als das Kugelgewitter endlich ausklang. Ein letztes Grollen, während Charly noch mitbekam, wie Marcus einem der Maskierten nachlief – bevor ihr Blick erneut über die Toten glitt, die nun auf dem Asphalt lagen. Der Krieg schien vorbei - und sie hatten gewonnen! Auch… wenn es sich nicht wirklich wie ein Sieg anfühlte. Überhaupt fühlte es sich irgendwie unwirklich an. War das tatsächlich? Ihr Werk? Hatten sie diese Menschen auf dem Gewissen? Klar, rein logisch betrachtet wusste Charly, dass diese Idioten sich ihr Grab selbst geschaufelt hatten, als sie sich dazu entschlossen hatten die beiden Männer und sie zu überfallen. Trotzdem änderte es nichts daran, dass der Brünetten nun flau im Magen wurde, als sie die Erkenntnis einholte: Sie hatte Menschenleben auf dem Gewissen… und zwar nicht nur die von irgendwelchen untoten Zombies… Echte, atmende, lebende Menschen. Verdammt… ihr wurde schlecht, als sie sich schließlich wieder auf den Boden sinken ließ und übers Gesicht fuhr. Womöglich lag es aber auch an dem Streifschuss… an dem verlorenen Blut und dem nun abflauenden Adrenalin.

Aus dem Supermarkt erklang ein Schuss… und noch einer – beide ließen Charly unvermittelt zusammenzucken, nun da sie nicht mehr einfach nur funktionierte und sich auf ihre Aufgabe konzentrierte. Doch noch bevor die Gedanken daran, was dort gerade im Markt passiert war, zu bildliche Formen in ihrem Kopf annehmen konnten, war schließlich Ross vor ihrer Nase aufgetaucht… und zum ersten Mal war Charlene tatsächlich froh über das Gequatsche des Möchtegern-Heldens, dass sie wenigstens etwas abzulenken vermochte. Sie verzog ihr Gesicht zu einem schiefen Grinsen, als er ihre Verletzung mit ‘fachmännischem Blick‘ inspizierte und schob dann ein knappes, “Nur’n Kratzer…“ hinterher, auch wenn sie es eigentlich besser wusste – weil derlei Kratzer in der heutigen Zeit auch schnell mal tödlich enden konnten – allein schon, wenn dieser Scheiß sich entzündete. In jeder Notaufnahme hätte man ihr vermutlich erstmal großzügig Antibiotika verschrieben, zusammen mit einer Packung Schmerztabletten. Gut, auf letzteres konnte man auch verzichten, wenn man die Zähne zusammenbiss – aber nun da sie noch einmal einen ausgiebigeren Blick auf die Wunde warf, fragt Charly sich doch, ob das nicht eigentlich genäht gehörte…

Doch noch bevor sie diesen Gedanken weiter ausführen (sich vielleicht fragen konnte, wo sie nun entsprechendes ‚Nähzeug‘ herbekommen konnte – ganz zu schweigen von Betäubungsmitteln…) stieß ohnehin Marcus wieder zu ihnen und erklärte seinen Plan, in ein Safehouse zu gehen – was Charly wohl in jeder anderen Situation erst Mal stutzig gemacht hätte – aber mal ehrlich: hatte sie gerade noch eine andere Wahl, als froh zu sein über dieses ‚Angebot‘ und die Hilfe? Dieser Marcus und sein Kumpel Ross hätten sie ja schließlich auch einfach sich selbst überlassen können? Und das an diesem Tag schon mehr als nur einmal… Ihr Gesichtsausdruck sah zwar nicht sonderlich begeistert, sondern immer noch ein wenig grüblerisch aus, als der Blonde sich schon mal in Richtung Gebäude aufmachte, aber allein das Charly schwieg sagte im Grunde schon mehr als genug. Sie blickte auch dem Dunkelhäutigen für ein, zwei Sekunden nach, als dieser zurück zu dem Wagen lief, mit dem sie gekommen war – bevor sie schließlich die Zähne erneut zusammen biss und sich an dem PKW neben ihr wieder hoch auf die eigenen Beine zog.

Es war wohl kaum zu übersehen, dass dieses Prozedere mehr als unangenehm war – vor allem nun, da das abflauende Adrenalin die Schmerzen erst recht durchkommen ließ – aber die Brünette murrte trotzdem nicht, verzog allerhöchstens das Gesicht, bevor sie mit leicht humpelndem Gang in Richtung des Safehouse los lief und Ross damit folgte – der sie mit seinen Informationen bereits wieder erwartete. Ein Nicken ihrerseits folgte – ebenso wie ein einsilbiges “Ok“ - was selbst für Charlene äußerst wortkarg erschien. Doch die? Fürchtete gerade mehr von der Übelkeit überrollt zu werden, als einen unfreundlichen Eindruck zu hinterlassen… und so ging sie letztlich auch ohne einen weiteren Blick an den Blonden zu verschwenden (den hatte sie nämlich stur vor sich auf den Boden gerichtet – immer schön dahin, wo der nächste Schritt hingehen würde) weiter. Erst als sie in einer Art Wohnzimmer angekommen war, blieb sie schließlich wieder stehen und sah auf – nur um nun Marcus‘ Deuten in Richtung des Stuhls mit einem Nicken zu bestätigen.

Ross war für seine Verhältnisse (soweit Charly dass nach dem kurzen Kennenlernen bereits beurteilen konnte) schon verdammt ruhig und zurückhaltend – auch wenn er seine Hilfe noch einmal anbieten wollte und sich dann doch von Marcus zum Magazine laden abschieben ließ (ohne Meckern wohlgemerkt!). Selbst er, der bisher die Feinfühligkeit einer Kartoffel gezeigt hatte, schien wohl zu begreifen, dass nun nicht die Zeit für dumme Sprüche oder dergleichen war, was Charly ihm tatsächlich hoch anrechnete! Sie ließ sich derweil erleichtert auf den Stuhl sinken, holte kurz tief Luft, während sie ihren Kopf leicht in den Nacken legte und die Augen für ein paar Momente schloss – nur um dann wieder auf- und in Marcus‘ Gesicht zu blicken, als dieser erneut mit ihr sprach. “Ich krieg das schon hin…“, versicherte sie ihm - musste sie ja irgendwie… - und sah dann auf die Flasche Hochprozentiges und das Verbandsmaterial. Es wird schon halb so schlimm werden…, redete auch sie sich dann nochmal in Gedanken gut zu, während nun auch Marcus in den Nebenraum verschwand um ihr die nötige Privatsphäre zu geben… denn ja: um den Streifschuss vernünftig zu verarzten, würde sie sich wohl von der Hose trennen müssen (die ohnehin bald durch eine Neue ersetz werden musste, so wie sie nun aussah… blutig, auf Höhe der Schusswunde aufgerissen und auch sonst die besten Tage schon hinter sich).

Trotzdem wandte sich ihr Kopf aus einem Reflex heraus noch einmal in Richtung der Tür zum Nebenraum um, bevor sie Knopf und Reißverschluss ihrer Jeans öffnete und sich dann ungelenk aus den Hosenbeinen zu schälen begann – wobei da natürlich vor allem das mit der Wunde leises, schmerzvolles Zischen aus ihrem Mund lockte, bis sie es über den Streifschuss hinweg geschafft hatte. Erleichtert sank sie wieder zurück auf den Stuhl…. holte noch einmal tief Luft und griff dann auch schon nach der Schnapsflasche – während aus dem Nebenraum Ross‘ Stimme erklang. Gut, nun verdrehte Charly doch kurz die Augen – antwortete aber nichts, sondern öffnete stattdessen die Flasche… und nahm dann einen großen, kräftigen Schluck von der klaren Flüssigkeit, die sich mit einem Brennen ihre Kehle hinab zu fressen schien. Sie schüttelte sich kurz und verzog angewidert das Gesicht – sich daran erinnernd, warum sie normalerweise keinen Alkohol trank… erst recht nicht dieses widerliche, hochprozentige Zeug! Aber in diesem Augenblick? Fühlte sie sich doch irgendwie nach ein wenig Betäubung, denn Charlene ahnte bereits, dass es kein Zuckerschlecken werden würde den Streifschuss zu verarzten.

Das Hintergrundgemurmel von Ross und Marcus? Spielte dabei tatsächlich nur noch die zweite Geige – auch wenn Charlys Bewusstsein hier und da ein paar Fetzen aufschnappe, während sie sich zu einem zweiten Schluck zwang – die Brünette sogar kurz leise auflachte, als sie hörte wie Marcus seinen Kumpel zurechtwies … der das alles wohl nicht so ganz ernst zu nehmen schien (obwohl Marcus vollkommen recht hatte!) – oder es einfach gekonnt zu verdrängen versuchte. Ihr sollte es egal sein – spätestens morgen würde sie hier abhauen und die beiden dann vermutlich eh nie wieder sehen. Aber Marcus? Würde sich wohl noch länger mit dem Möchtegern-Gangster herumärgern dürfen und tat der Dunkelhaarigen dafür sogar fast ein wenig leid. Ein dritter und letzter Schluck folgte, während sich die angenehme Wärme des Alkohols in ihrem Magen auszubreiten begann und damit zumindest das flaue Gefühl zu vertreiben wusste. Überhaupt merkte Charly langsam diese Empfindung… wie wenn man in Watte gewickelt wurde – etwas, dass sie sonst immer verabscheut hatte! Wenn der Kopf langsam nebliger wurde und die Sinne nicht mehr ganz so geschärft waren… das, was sie immer und um jeden Preis zu verhindern versucht hatte – nur heute nicht. Drei Schluck mussten reichen, beschloss sie – es war der schmale Grad zwischen dem Wunsch, die bevorstehenden Schmerzen etwas erträglicher zu machen und der abgrundtiefen Abneigung sich auf diese Weise berauscht zu fühlen. Ein letzter Blick auf die klare Flüssigkeit in der Flasche, die so trügerisch unschuldig hin und her schwappte… dann brachte die den Flaschenhals über ihrer Wunde in Position und begann sie langsam zu kippen, bis schließlich ein kleines Rinnsal seinen Weg hinaus und über ihren Oberschenkel fand…

“FUUUUCK!!! VERDAMMTE SCHEISSE NOCH EINS BRENNT DAS…“ - ihre Worte waren eindeutig ein Ventil… denn selbst drei Schlucke Schnaps hatten sie nicht darauf vorbereiten können: Hochprozentiges auf einer offenen Wunde, die sich plötzlich anfühlte, als stände sie in Flammen. Charly fluchte weiter vor sich hin, wenn auch wieder etwas leiser – als die Flasche schon wieder in der Senkrechten war und sie wie ein Maikäfer zu pumpen begann, um den Schmerz irgendwie weg zu atmen… Hatte vermutlich etwas von Presswehen… nur das Charlene sich auf das bevorstehende Ereignis sicher nicht freute! Als sie sich wieder halbwegs unter Kontrolle hatte, griff sie nach einer Packung mit sterilen Kompressen – riss diese auf und nahm dann die Erste, um sie nun ebenfalls in Schnaps zu tränken und dann vorsichtig um die Schusswunde herum zu reinigen. Es blutete noch immer (oder wieder?) aber zum Glück schon bei weitem nicht mehr so schlimm wie zuvor… trotzdem war das Stück Gaze schnell blutrot eingefärbt und wurde dann auch schon durch das nächste ausgetauscht. Derweil biss Charly die Zähne aufeinander, um nicht schon wieder wie ein Rohrspatz loszuschimpfen – reinigte aber eisern weiter die Wunde, bis sie schließlich auch die letzte blutige Kompresse zur Seite legte und sich nun einen Verband mit Wundkompresse aus dem Sammelsurium an Verbandszeug heraussuchte – sowie eine in Zellophan eingepackte Mullbinde, um sich daraus dann (unter erneutem Fluchen und Zischen) schließlich einen Druckverband anzulegen.

Sie würde damit sicherlich keinen Schönheitswettbewerb gewinnen – aber verdammt nochmal! Es erfüllte eindeutig seinen Zweck und stillte die Blutung. Alles andere? War Charly gerade auch (gelinde gesagt) scheiß egal… Sie war einfach nur froh, dass sie nun wieder atmen konnte ohne das Gefühl sich gleich übergeben zu müssen, weil sich ihr Magen vor Stress und Schmerzen so zusammenzog. Und… sie wollte gerade einfach nur noch die Augen zu machen – diesen furchtbaren Tag vergessen und morgen hoffentlich wieder in einen besseren starten. Dass nebenan noch immer die beiden Kerle waren? Ignorierte sie dabei einfach gekonnte, als sie sich mit einem leisen Huff schließlich wieder zum Stuhl hoch zog, dann doch nochmal eine Sekunde zögerte – nach der Schnapsflasche griff und einen Vierten, großen Schluck davon nahm – bevor sie sich samt Flasche vorsichtig humpelnd zum Sofa bewegte und dort dann wieder sinken ließ. Eines stand für sie fest: noch beschissener konnte dieser Tag eigentlich gar nicht mehr werden!



Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Nach oben