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wish i could turn back time
Barbara Massey
Scott Brennan
17.04.2019 Haus der Masseys
Please don't waste your breath, I'm not wasting mine. I got things to do, Let's not waste time.
Auf den ersten Blick würde die 35-jährige Barbara Massey, von ihren Freunden 'Babs' genannt, wohl wirken wie die typische Vorstadt-Ehefrau. Die gelernte Sanitäterin lässt sich allerdings nichts gefallen und scheut sich auch nicht, sich die Hände schmutzig zu machen, um das zu tun, was eben getan werden muss. Außerdem ging ihre Ehe schon eine ganze Weile, bevor die Toten wieder anfingen aufzustehen, in die Brüche, womit sich dieser Punkt auch erledigt hätte. Zusammen mit ihrer besten Freundin, ihren Kindern und ein paar derer Freunde zog sie los, um in dieser ungemütlichen Welt zu überleben. Von der ehemaligen Gruppe ist aber mittlerweile, nachdem Barbara vor einigen Wochen auch noch ihre beste Freundin aus den Augen verlor, nicht mehr viel übrig. Genauer gesagt, ist die Blondine seit einigen Wochen alleine unterwegs. Babs gibt alles, um weiterhin zu überleben, da es ihr Ziel ist, ihre Kinder eines Tages wieder in die Arme schließen zu können und auch ihre beste Freundin Carrie würde sie gerne in Sicherheit wissen.
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#1
wish i could turn back time
to the good old days




Die Kids waren schon länger nicht mehr in dem Alter, in dem man abends mit der Mutter auf dem heimischen Sofa saß und gemeinsam irgendwelche Kinderfilme guckte. Gut, es gab Abende, da saß Babs mit ihrer Tochter und einem Eimer Popcorn vor der Glotze und sie zogen sich seichte Liebesfilme rein. Doch anscheinend war heute nicht einer dieser Tage. Soweit sie wusste, war Cecily in ihrem Zimmer und hatte Besuch von Lincoln. Netter Bursche, Barbara konnte ihn gut leiden.
Es war noch nicht mal zehn Uhr und ins Bett wollte sie noch nicht, also gab es an diesem Abend nur sie, ihre Couch und eine Kuscheldecke. Babs hatte sich ein wenig durch die Kanäle gezappt und war dabei irgendwann bei einer True-Crime-Doku hängen geblieben war. Gut möglich, dass sie schon ein wenig weg genickt war, als sie plötzlich ein Klopfen an der Vordertür hören konnte. Es war eigentlich viel zu spät für irgendeinen unangekündigten Besuch. Trotzdem - plötzlich war die Blondine wieder hellwach. Eingebildet hatte sie sich das Klopfen nicht, oder? Barbara setzte sich auf und schlüpfte in ihre Pantoffeln, bevor sie sich auf den Weg zur Haustüre machte.
Babs warf einen Blick durch den Türspion. Sie hatte keinen Bock auf irgendwelche Nachbarn, die.. nachts weiß Gott etwas von ihr wollten. Aber es war nichts dergleichen. Durch den Spion konnte die Blonde eindeutig Scott erkennen. Scott! Wahrscheinlich hatte sie die Türe schon lange nicht mehr so schnell oder schwungvoll geöffnet, wie das gerade der Fall war.
"Du bist zurück!", stellte sie das Offensichtliche fest, was aber nichts an ihrer Freude änderte. Barbara wusste nicht genau, was Scott tat, denn darüber durfte er mit 'Normalos' nicht sprechen. Doch sie wusste, dass jeder Einsatz sein letzter sein konnte, auch wenn das jetzt wohl melodramatisch klang. Etwas, worüber die Blondine lieber nicht nachdachte, auch wenn das natürlich leicht dahingesagt war.

Aber Scott war zurück und das (augenscheinlich) in einem Stück. Babs drückte ihn zur Begrüßung an sich. Sie wusste, dass man in der Nachbarschaft bereits über sie tuschelte und sie fragte sich, ob dieser Moment, diese unschuldige Umarmung zwischen zwei Freunden wohl wieder ungewollte Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde. "Komm' rein", forderte sie ihren Freund auf und machte eine einladende Handbewegung. "Seit wann bist du wieder zurück?", wollte sie daraufhin sofort wissen.
In der Annahme, dass Scott ihr Folgen würde, machte sich die blonde Frau auf den Weg zum Kühlschrank, um diesen um zwei Flaschen kühles Bier zu erleichtern. Eine davon hielt sie Scott unter die Nase und ja, sie wusste, dass er quasi nie Alkohol zu sich nahm, aber hey, das hier war doch eine berechtigte Ausnahme, oder? "Lass' uns feiern, dass du zurück bist", meinte sie und versuchte es mit einem unschuldigen Augenaufschlag. Wahrscheinlich war sie darin nicht so gut wie Cecy, die ihren Onkel Scott sowieso immer um den Finger wickeln konnte, aber sie sollte das doch auch drauf haben, mit dem um den Finger wickeln.


"I am no longer of this world. I am a dilapidated monument of humanity, alone, frightened and vulnerable, I fight for survival. They are everywhere. . . cold and deadly, but I live."
35 Jahre alt, geschieden und gerade noch so am Leben. Scott führt derzeit das Weiße Haus an, wo er den Menschen so etwas wie Hoffnung und Normalität bietet. Es ist nicht einfach, sich um ein Haufen voller Menschen zu kümmern, die den Sinn ihres Lebens verloren haben und auf der Suche nach ihrem alten Ich sind. Der Texaner im besten Alter flog extra aus Los Angeles ein, wo er einst mit seiner Ex-Frau lebte, um seinen Plan zu verfolgen. Stellt sich heraus, dass ein paar Leute so etwas wie eine Chance in seinem Plan sehen und ihm das Vertrauen schenken. Scott weiß nicht, ob seine Frau und ihre beste Freundin noch leben. Er glaubt aber nicht an deren Tod, denn seine Philosophie ist einfach festzuhalten - solange er sie nicht tot gesehen hat, sind sie nicht tot. Obschon der Mann kein geborener Anführer ist, versucht er das Bestmögliche für jeden zu erzielen.
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#2
wish i could turn back time
to the good old days




Jede Rückkehr in das eigene traute Heim besaß gewisse Vor- und Nachteile. Vorher hatte Carrie ihn erwartet, manchmal schlief sie viel später, weil sie ihn nicht verpassen wollte. Immer wieder durch die Haustür zu kommen und zu gehen weckte Erinnerungen, Bilder, von einer lieblicheren Zeit. Wenigstens war das Haus äußerst ordentlich und hygenisch gehalten, viele Personen wären nach einer Trennung in ein Loch gefallen und hätten wohl oder übel das Umfeld ein wenig gehen lassen. Scott hatte viel zu viel Disziplin, doch auch er besaß eine gewisse Hilfe mehrere Wohnblocks weiter. Viel hielt der Special Operations Officer nicht von Los Angeles, die Luft gefiel ihm nicht, die ganze Hektik und all dann der entsprechende Glamour auf einem bestimmten Hügel mit den weißen großen Buchstaben. Er hätte es gerne gehabt, wenn er die texanische Landschaft sah. Manche sahen darin nur eine langweilige Ödnis, Scott jedoch fühlte sich allein bei den Bildern im Kopf heimisch. Seitdem Carrie wortlos gegangen war, hatte Scott bereits über einen Umzug nachgedacht. Es gab nichts, was ihn hier noch hielt. Wahrscheinlich wäre er nicht einmal nach Corpus Christi zurückgezogen, da die Gefahr, dass er auf Carrie treffen konnte, als viel zu groß galt. Scott hatte das Gefühl, dass Carrie ihn im Moment nicht sehen wollte, zumal Scott nicht wie ein Stalker wirken wollte. Die paar Anrufe im Wind haben gereicht, sie hatte nie abgehoben und stets solange klingeln lassen bis der Brennan die Beenden-Taste drückte.

Zuhause brannte in der beinahe schon überteuerten Küche alle Lichter, selbst die Lichter über dem Herd, auch wenn er sie nicht benutzte, während Scott auf sein verschlüsseltes Handy blickte. Ein Mobiltelefon aus seinem Beruf, so konnte man ihn per se nicht sofort orten, gerade weil die Nummer für andere unsichtbar war. Er dachte daran, sie anzurufen, zumindest ein letztes Mal, weswegen Scott mehrmals die Kontakte überflog. Letztenendes entschied sich Scott dazu, das nicht zu tun. Er wollte Carrie nicht hinterher rennen, sondern ein klärendes Gespräch suchen. Sie von ihrer Entscheidung abzubringen brachte ihm persönlich nichts, Scott würde in dem Falle nur egoistisch handeln und das war überhaupt nicht sein Stil. Carrie würde schon wissen was sie tat, das machte sie immer, weswegen er an ihrer Entscheidung nicht zweifelte. Ihm gefiel nur die Art und Weise nicht. Respektieren tat er es trotzdem.
Zugegeben, er hatte bei der Rückkehr beinahe mit Barbaras Ankunft gerechnet. Sie besaß selbst den Ersatzschlüssel. Allein vom 'Geruch' her war hier schon eine Weile keiner mehr, man merkte wenn jemand im Haus vor kurzem stolzierte. Scott zumindest tat dies. In seinem Berufsfeld stand eine gesunde Rückkehr nicht im Vertrag, es gab auch keine versprochene Lebenesversicherung. Sein Trip in die Volksrepublik China hatte einige Fragen aufgeworfen, da sie es mit einem ungewöhnlichen Feind zutun hatten. Die Beschaffung der Informationen waren ein Erfolg, selbst wenn Scott selber noch zum Großteil im Dunkeln tappte und sich nicht in die Angelegenheiten mitmischen durfte, die hinter den Schreibtischen saßen und teure Anzüge trugen. Er wusste das Nötigste, die ganzen Teufeln in den Details gehörten anderen. Scott wollte nur wissen, ob sein verletztes Teammitglied den ungewöhnlichen Angriff überlebte. Allein bei der Rückreise sah sein Kamerad recht angeschlagen aus, ein wirklich starkes Fieber und die anhaltenden Übelkeiten hatten ihn zugesetzt.

Sein recht spätes Erscheinen bei Barbara hatte der Mann vorher ankündigen wollen. Ihm waren auch die ganzen Gerüchte innerhalb der Nacharbarschaft nicht entgangen. So lächelten zwar alle, doch hatten bereits Stift und Papier hinterrücks fest im Griff und dann tauschten sie untereinander Briefe aus. Hier kochte jeder nur mit Wasser, Scott hatte mit Barbara kein ernsthaftes Gespräch zu dem Thema gehabt. Sie waren stets erwachsen genug gewesen, es als Humbug abzutun. Er tat dem allem nur wenig Gefallen, wenn er sich mit den Kids von Barbara noch besonders gut verstand und die Nachbarn deswegen stark gefüttert wurden. Wäre wohl Barbaras Mann nie in ihrem Leben gewesen, hätte man meinen können, dass die Tochter zu Scott gehörte. Leute redeten solange wie der Wind wehte. Sachtes Anklopfen, das Licht von draußen noch zu erkennen - keiner schien wohl im Haushalt zu schlafen, also konnte sich der Mann diesbezüglich beruhigen. Hochgekrempelte Arme, dunkles Hemd und eine schwarze Hose dienten als ein ausgelassener Dresscode für die Nacht, ein mattes Lächeln auf seinen Lippen begleiteten den Mann bei der Reaktion der blondierten Frau. "Tut mir leid, dass ich so spät erscheine, vor allem so unangekündigt.", erwiderte Scott entschuldigend auf ihre Aussage, dass er zurück sei. Atmend und lebendig. Scott umarmte Barbara mit einer ähnlichen Wärme bevor er in das Haus kam.

Nicht viel hatte sich verändert. Zum Glück. Scott war ein Mann der Routine, er hatte gerne seinen geregelten Ablauf und wollte nicht viel zu viele Veränderungen haben, weil Veränderungen bedeuteten Umstellungen und größere Umstellungen waren mit unnötigen Aufwänden verbunden. Die größte Umstellung seines Lebens hatte bereits den Lauf genommen, hielt noch an. "Fast eine Woche. Ich wollte den Anfang von meinem Urlaub etwas langsamer angehen, vielleicht werde ich aber auch vorzeitig beenden. Bin mir da noch nicht sicher.", erklärte der Mann im besten Alter, hinterher begann er sachte zu schmunzeln und sah der blondierten Frau entgegen. Nach einem solchen Auftrag musste der Körper und Geist runterfahren, sich regenerieren, danach gab es noch andere Einsätze. Notfalls würde er den Urlaub kurzfristig beenden, wenn man ihn wirklich bräuchte. Außerdem konnte er der Frau nicht wirklich am Rockzipfel hängen, sie hatte eigene Probleme. Sollte Barbara Hilfe brauchen, würde sie mit hoher Wahrscheinlich fragen. Freundschaftsdienst für Freundschaftsdienst ohne Schulden, Scott half der Frau gerne aus. Sie brauchte das mehr als er, glaubte Scott zu wissen, zumal er sein Leben ohne Carrie zu managen wusste. Die Umstände waren - für seine Verhältnisse - noch frisch. Folgsam ging der Mann hinterher, ließ den Blick schweifen und das obwohl er die Einrichtung so langsam in- und auswendig kannte.

Barbaras Angebot, dass er mit ihr ein Bier trinken sollte, entlockte dem Mann ein amüsiertes Schnauben. Er gab ihr einen Blick, welcher belehrend wirkte, doch die sportliche Natur hinter seiner Mimik nicht zu übersehen. Um ein Haar hätte er gefragt, ob sie sich Sorgen um machte, ob sie bereits schon an sein Ableben dachte. Unfair. Wäre alles unfair gewesen, also nahm er die kühle Flasche ein wenig verzögert an sich und wollte nicht unhöflich wirken. Beide wussten um seine nicht ganz so starke Trinkfestigkeit Bescheid. Scott mochte zwar irgendwo irische Wurzeln haben, doch er teilte deren Trinkfestigkeit nicht. Wirkliche Eskapaden gab es ebenso wenig. Hin und wieder ein Tropfen waren nicht wild, Carrie hatte ihn einmal bei so einem BBQ ein wenig gedrängt und danach waren alle spaßiger unterwegs. Er hatte zudem eine wirklich gute Unterhaltung mit Barbaras Mann geführt, sie kamen schnell auf einen Nenner und Scott konnte ihn alsbald auch einen Freund nennen. Schade, dass Barbara dasselbe durchmachte wie Scott. "Wie geht es euch?", wollte der Mann wissen und köpfte seine kühle Flasche präzise. Das Zischen bestätigte sein Tun, kalter Dunst stieg aus der Flasche empor, während er nur einen minimalen Schluck trank und nichts überstürzte. So ein Bier würde ihn nicht umhauen, dafür definitiv steigend aus seiner Rolle tragen.

Ihr Augenaufschlag geglückt, Scott würde auch nur bei einem Bier bleiben. Selbstrespekt und Disziplin trotz Urlaub. Ihm war das Befinden der Familie Massey wichtig. Mit seinem Status hatte Scott genügend finanzielle Mittel vorhanden, daran würde es niemals scheitern. Trotz seines Geld, obwohl man ihn nicht als Millionär abstempeln konnte, lebte Scott bescheiden. Die gehobene Einrichtung Zuhause hatte er getan, um Carries Vorstellungen und Wünschen nachzugehen, womit sie sich sehr zufrieden gab, damals, als sie noch glücklicher miteinander waren.
"Falls ihr etwas braucht, es spielt auch absolut keine Rolle was, dann... Du weißt schon.", er unterstrich die Wichtigkeit, er fühlte sich gegenüber der Familie ein wenig berufen und versuchte sie in allen Belangen zu unterstützen. Scott war gerne hier, er sah Barbara und die Kinder gerne, da machte er keinen Hehl draus. Solange er ein gern gesehener Gast war, wollte er helfen. Barbara hatte es bei ihm nicht anders getan.


Please don't waste your breath, I'm not wasting mine. I got things to do, Let's not waste time.
Auf den ersten Blick würde die 35-jährige Barbara Massey, von ihren Freunden 'Babs' genannt, wohl wirken wie die typische Vorstadt-Ehefrau. Die gelernte Sanitäterin lässt sich allerdings nichts gefallen und scheut sich auch nicht, sich die Hände schmutzig zu machen, um das zu tun, was eben getan werden muss. Außerdem ging ihre Ehe schon eine ganze Weile, bevor die Toten wieder anfingen aufzustehen, in die Brüche, womit sich dieser Punkt auch erledigt hätte. Zusammen mit ihrer besten Freundin, ihren Kindern und ein paar derer Freunde zog sie los, um in dieser ungemütlichen Welt zu überleben. Von der ehemaligen Gruppe ist aber mittlerweile, nachdem Barbara vor einigen Wochen auch noch ihre beste Freundin aus den Augen verlor, nicht mehr viel übrig. Genauer gesagt, ist die Blondine seit einigen Wochen alleine unterwegs. Babs gibt alles, um weiterhin zu überleben, da es ihr Ziel ist, ihre Kinder eines Tages wieder in die Arme schließen zu können und auch ihre beste Freundin Carrie würde sie gerne in Sicherheit wissen.
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#3
wish i could turn back time
to the good old days




Barbara hatte heute Abend gewiss nicht mehr mit Besuch gerechnet - und schon gar nicht hatte sie erwartet, dass Scott bei ihr aufschlagen würde. Es war allerdings eine Überraschung der guten Art. Nicht, dass sie etwas Besseres vorgehabt hätte. Ihr Abend hatte daraus bestanden, dass sie sich durch das Abendprogramm gezappt hatte und nichts gefunden hatte, was sie so richtig fesselte. Was das anging, war Scott sozusagen ihre Rettung.
Sie ging gar nicht darauf ein, als er sich für sein spätes Aufkreuzen erschien. Natürlich, sie mochte Scott, so wie er war, aber von Zeit zu Zeit konnte er auch ein wenig.. steif sein. Als ob es irgendein Problem gewesen wäre, dass er so 'spät' hier auftauchte. Na ja, sie Blondine kannte da so einige Nachbarn, die sicher anderer Meinung gewesen wären, aber das spielte für sie keine Rolle. War sie nicht ohnehin unten durch, weil sie ihre Ehe nicht hatte retten können?
Babs horchte auf, als Scott erzählte, dass er schon seit fast einer Woche zurück war. Als er dann allerdings meinte, er würde seinen Urlaub möglicherweise frühzeitig beenden, warf sie ihm einen skeptischen Blick zu. Sie wusste ja, dass er pflichtbewusst war, aber ein wenig ausspannen musste mit Sicherheit auch mal sein - vor allem, wenn man so einen Job wie Brennan hatte. Scott wusste wahrscheinlich schon anhand ihres Blickes, was sie von seinen Worten hielt.

Seine Reaktion amüsierte sie, was zu einem Schmunzeln führte. Barbara wusste, dass Scott so gut wie nie Alkohol trank. Sie selbst war da etwas lockerer, nicht, dass sie sich jeden Abend betrunken hätte oder so, aber gegen ein gepflegtes Bier (oder auch ein, zwei mehr) unter Freunden gab es doch nichts einzuwenden, sollte man meinen.
Während er nachhakte, wie es ihnen ging, kramte Barbara in einem der Schubladen nach einem Flaschenöffner. Man hätte möglicherweise etwas anderes erwartet, aber im Gegensatz zu Scott hatte sie keine solchen eleganten Tricks parat, wenn es darum ging, ein Bier zu öffnen. "Ach, du weißt schon", meinte sie und versuchte, es möglichst beiläufig klingen zu lassen. Er hatte selbst eine Scheidung hinter sich und Babs wollte ihn nicht mit ihrem Drama belasten. Sie wusste natürlich, dass ihre Antwort genau so gut war wie gar keine Antwort.
Die Blondine musste grinsen, als sie sah, wie zaghaft ihr Gegenüber von seinem Bier nippte. Sie hatte ja gar nicht vor, ihn abzufüllen, wenn es das war, was er fürchtete - wobei sie nichts gegen eine etwas redseliger Version von Scott gehabt hätte. Und sie wusste nun mal auch, dass Alkohol ihn in dieser Hinsicht ein wenig auftauen ließ.

Ach, der gute, alte Scott. Kaum zurück von seinem Einsatz, machte er sich Sorgen um sie und ihre Familie. Babs liebte Carrie, so viel war sicher, doch manchmal konnte sie gar nicht anders, als zu denken, dass Scott immer etwas Besseres verdient hätte - nicht, dass sie es einem der beiden um die Ohren geknallt hätte. Das war nicht ihre Sache.
Die Blondine griff nach Scotts Hand und drückte sie ein wenig. "Das weiß ich doch", antwortete sie lächelnd und es war die Wahrheit. Sie wusste, dass sie sich immer auf Scott verlassen konnte. Sie selbst war zwar ein wenig chaotischer und weniger diszipliniert als er, aber auch Scott konnte immer zu ihr kommen.
Sie ließ ihn wieder los und schnappte sich eine Wolldecke von ihrem Sofa. In der einen Hand hielt sie ihr Bier, während sie die Decke über die Schulter auf der anderen Seite hängen ließ. "Lass uns auf die Veranda gehen, was meinst du?", schlug sie dem anderen vor. Es war April, aber das Wetter war ziemlich mild und warum das nicht ausnutzen? "Cecy wird völlig aus dem Häuschen sein, wenn sie erfährt, dass du wieder da bist", plapperte sie munter weiter. "Sie hat gerade Link da", fügte sie als noch hinzu, als Erklärung, warum sie nicht hier unten war.

"I am no longer of this world. I am a dilapidated monument of humanity, alone, frightened and vulnerable, I fight for survival. They are everywhere. . . cold and deadly, but I live."
35 Jahre alt, geschieden und gerade noch so am Leben. Scott führt derzeit das Weiße Haus an, wo er den Menschen so etwas wie Hoffnung und Normalität bietet. Es ist nicht einfach, sich um ein Haufen voller Menschen zu kümmern, die den Sinn ihres Lebens verloren haben und auf der Suche nach ihrem alten Ich sind. Der Texaner im besten Alter flog extra aus Los Angeles ein, wo er einst mit seiner Ex-Frau lebte, um seinen Plan zu verfolgen. Stellt sich heraus, dass ein paar Leute so etwas wie eine Chance in seinem Plan sehen und ihm das Vertrauen schenken. Scott weiß nicht, ob seine Frau und ihre beste Freundin noch leben. Er glaubt aber nicht an deren Tod, denn seine Philosophie ist einfach festzuhalten - solange er sie nicht tot gesehen hat, sind sie nicht tot. Obschon der Mann kein geborener Anführer ist, versucht er das Bestmögliche für jeden zu erzielen.
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#4
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Sein Fluch war es, dass er zwei Kriege auf einmal zu führen hatte. Sobald seine Vorgesetzten in den schicken Anzügen nach ihm fragten, musste Scott so gesehen alles stehen und liegen lassen. Kampfmontur überziehen, Panzerungen anbringen, alle Schusswaffen nochmal gründlich warten und anschließend wurden sie über das gebrauchte Gebiet abgeworfen. Früher ging Scott relativ naiv in seine Berufung; Geld machen, sich und Carrie finanziell absichern, danach würde er schnellstmöglich Urlaub kriegen und bei jedem Urlaub seine Zeit mit ihr nutzen. Nach jedem Einsatz musste Scott die dunkelsten Facetten der Realität an sich ran lassen, um zu verstehen, wie dumm eigentlich seine Gedanken waren. Eine Beförderung winkte ihm zu, er nahm sie an, danach kamen die Hoffnungen, dass er bei der CIA wohl etwas mehr Luft bekam. Falsch gedacht. Die Luft, die er zum atmen hätte brauchen können, wurde ihm von weiteren Einsätzen genommen. Sie gehörten zu einer verdeckten Einheit, einer Abteilung, die es offiziell nicht wirklich gab. Seit seinen jüngsten Rückkehr stellte Scott eine andere Familie auf seine Agenda in den Top 3 und schämte sich für einen derartigen Einsatz nicht. Viele Leute interpretierten seine Hingabe falsch, nur die wenigsten Leute würden wohl den wahren Grund hinter seinem Tun für die Familie Massey sehen. Barbara zählte zu den stärkeren Frauen, Stärke war schließlich keine Männersache. Ganz gleich wie Barbara es beiläufig zu klingen lassen versuchte, Scott und sie wussten um die Wichtigkeit. Trennungen waren nie einfach, egal wie wenig Zeit man mit einer Person verbrachte. Es ging darum, wie tief die Verbindung zu dem Menschen war. Die verbrachte Zeit ist ein Bonus.

Ihr Drücken an seiner Hand signalisierte ihm, dass sie in dem Sinne ehrlich handeln würde. Barbara versteckte sich nicht, nicht ihm gegenüber, wo sie sich in der Hinsicht sogar stark ähnelten. Scott erzählte auf seiner Arbeit auch nicht jedem x-beliebigen Kollegen, was er gerade durchmachte. Sie waren nicht für jeden ein offenes Buch. Scott nickte einmal stumm, bejahte ihren Vorschlag auf die Veranda zu gehen, worauf er den ersten Schritt tätigte und auf die Veranda ging. Keine Überraschung, dass das Mädchen nicht nach unten stürmte. Sie hatte Besuch, Scott kramte in seinem Kopf nach und fand die besagte Akte zu dem genannten Burschen. "Guter Junge.", sagte der Mann über den Jungen, er hatte ihn hin und wieder sehen dürfen, Lincoln wirkte nicht wie ein Junge von seinen Hormonen gesteuert. Man wusste nie so genau, wie sich Jungs in dem Alter gegenüber Mädchen verhielten. Dasselbe Spiel galt auch andersrum. Er hatte letztendlich auch eine Verantwortung gegenüber der Tochter und dem Sohn von Barbara. "Sie wird schnell erwachsen.", fiel ihm um ein Haar wehleidig von den Lippen, er blickte in seine Flasche hinein und hätte schwören können, dass das Mädchen bis vor Kurzem noch nicht wirklich mit Jungs zu tun hatte. Nun kam sie langsam in das Alter hinein, wo gerade so etwas interessant wurde. Interessant für den Körper, für die Gefühle, möglicherweise für eine kurze oder lange Zukunft. Um genau das runter zu spülen trank Scott einen größeren Schluck aus der Flasche. Scott hatte in gewisser Weise ein paar väterliche Gefühle für sie entwickelt, genauso wie für den Sohn. In seinen Augen hätte Cecy für immer ein kleines Mädchen bleiben sollen, dass sich eben nicht um sowas hätte kümmern müssen. Noch war sie blutjung, doch mit jeder weiteren Zahl auf dem Konto verging die Zeit schneller... und ehe man sich versah, war man schon zu alt für gewisse Dinge. Das brachte ihn ins Grübeln, Scott sah dennoch wieder zu der Frau mit der Decke um ihren Schultern zurück.

Er konnte die Stimmen von oben hören, das Zimmer von den Beiden nicht allzu weit entfernt. Gedämpft, recht ruhig. Nicht auffällig verdächtig. Scott glaubte, dass Barbara ihre Kinder ohnehin gut erzieht. Wohlerzogen und gebildet. Abklopfender Zeigefinger an der Flasche, er wiederholte das Klopfen in größeren Abständen. Was sollte er der Frau sagen, sie waren wieder nach langer Zeit vereint. In seinem letzten Einsatz hätte Scott schwören können, dass er nicht zurückkehrte. Es war das erste Mal seit langer Zeit, dass er so etwas wie einen Funken Angst verspürte. Angst war wie ein Tumor, er wuchs entweder in Sekunden, Minuten oder Stunden an, das hing alles von den Umständen ab. Scott hatte Angst gehabt, dass er die Frau nicht mehr wiedersehen würde. Sie, die Kinder. Er wusste nur nicht, dass er genau die Angst auf sich warten ließ. Sie wuchs, so wie es ein Tumor tun musste, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Noch ein Schluck, die Flasche näherte sich dem Ende. "... hatte mir überlegt, dass ich vielleicht zur Kasse von Cecy beisteuern könnte. Ich mein, falls sie jemals aufs College geht. Jeden Monat einen bestimmten Betrag, zu ihrem Geburtstag noch etwas mehr.", so der Mann an das gelehnte Geländer der Veranda, Scott bunkerte seine Finanzen sicher und hatte nie überteuerte Ausgaben. Das Haus gehörte ihm, er bezog sogar eigenständig Strom und konnte den Rest selbstständig an das Stromwerk verkaufen gehen, sodass er nochmal sparte und etwas zurück bekam. Mit seinen Investitionen lag Scott so gesehen goldrichtig. "Sollte sie es nicht tun, dann könnte sie es für einen Führerschein benutzen. Sie kommt langsam in das besagte Alter.", gemischte Gefühle wohnten ihm bei. Das matte Lächeln unter dem kleinen Licht gaben dem sprechenden Mann einen fast nostalgischen Touch. Vor einer Weile holte er sie von der Schule ab, inzwischen kannte sie den Weg alleine. Zeit war ein ... mysteriöses sowie furchterregendes Konstrukt.
Cecy noch ein Auto aufdrücken käme wohl übertrieben. Scott hatte in seiner Garage zum Beispiel ein Wunschauto stehen, welches er nur im Sommer benutzt. Dafür hatte der Mann etwas ausgeben müssen, doch es lohnte sich. Jeder Sommer war ein Erlebnis. Den Genuss reguliert einsetzen, nicht übermässig. Alles hat seine Grenzen. Bei all dem Thema rundum die Tochter klang Scott wie der Vater von ihr, das fiel ihm in dem Moment nicht auf.



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