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atom bomb baby
Scott Brennan
Alicia Sullivan
23.05.2020 Washington, DC / Arlington, VA
"I am no longer of this world. I am a dilapidated monument of humanity, alone, frightened and vulnerable, I fight for survival. They are everywhere. . . cold and deadly, but I live."
35 Jahre alt, geschieden und gerade noch so am Leben. Scott führt derzeit das Weiße Haus an, wo er den Menschen so etwas wie Hoffnung und Normalität bietet. Es ist nicht einfach, sich um ein Haufen voller Menschen zu kümmern, die den Sinn ihres Lebens verloren haben und auf der Suche nach ihrem alten Ich sind. Der Texaner im besten Alter flog extra aus Los Angeles ein, wo er einst mit seiner Ex-Frau lebte, um seinen Plan zu verfolgen. Stellt sich heraus, dass ein paar Leute so etwas wie eine Chance in seinem Plan sehen und ihm das Vertrauen schenken. Scott weiß nicht, ob seine Frau und ihre beste Freundin noch leben. Er glaubt aber nicht an deren Tod, denn seine Philosophie ist einfach festzuhalten - solange er sie nicht tot gesehen hat, sind sie nicht tot. Obschon der Mann kein geborener Anführer ist, versucht er das Bestmögliche für jeden zu erzielen.
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#1
Es mussten jetzt ganze zwei Tage her gewesen sein, als eine gigantische Explosion seine Aufmerksamkeit zumindest erhaschen konnte. Obschon ein großer Grund zur Sorge bestand, setzte Scott keineswegs seinen Kopf über einen blinden Aktionismus. Er hatte zwar keine Ausbildung als Sprengstoffexperte genossen, noch kannte er sich wirklich mit den feinen Details aus, aber die Explosion wich von einer typischen Handgranate stark ab. Wenn er nach Gefühl gehen musste, und das tat er letztendlich aus, musste etwas Größeres im Spiel gewesen sein. Das mulmige Gefühl lag in seinem Bauch. Die Explosion erreichte das Weiße Haus nicht, zum Glück, dafür hatte Scott aber die Erschütterung nicht vergessen. Der Major kam erstmals aus seinem Zimmer gelaufen, dieses Mal trug der einstige Kampfsoldat seine Kampfmontur mit ein paar Modifikationen, weil er genau jetzt dem Übel auf dem Zahl fühlen wollte. Wenn noch so eine Explosion passierte, die dann genau hier stattfinden könnte, wäre er für den Fauxpas verantwortlich. All seine Instinkte rieten ihm dagegen, er solle keineswegs einen Fuß in die Richtung der Explosion setzen, weil seine Leute ihn hier brauchten. Sollte aber ein erneutes Flammenmeer passieren, welches das Weiße Haus verschlingt, gäbe es keine Leute mehr. Sie zählten auf ihn, deshalb wagte Scott den Sprung in die unbekannte Tiefe. Entweder brach er sich dabei die Beine oder er landete auf den Knien.
Mit einem NSG auf dem Kopf, einem typischen Nachtsichtgerät, weil dort draußen die Sonne noch keineswegs einen Funken von sich zeigte, spazierte Scott am Flur entlang und marschierte die Treppen runter. Viele hätten das Weiße Haus von außen als gigantisch bezeichnet, in Wirklichkeit war das Weiße Haus von innen relativ überschaubar. An den einigen Ecken standen noch Baustellen, selbst der besagte Schutzraum musste noch gehörig aufgeräumt werden. Die Büchse der Pandora konnte seiner Meinung nach noch warten, denn die schwere Detonation, die gefühlt neben seinem Schlafzimmer passierte, bereitete ihm Sorgen.

Hier risikierte er nichts, zumindest keine Leute, indem er das auf eigene Faust erforschen gehen wollte. Der Helikopter lag vorerst still, immerhin brauchten seine Leute das bisschen Ruhe. Natürlich war die Ruhe ein wenig gestört worden, schließlich machten sich viele einen Kopf und Scott blieb mit seinen Theorien bedeckt. Keine unnötige Unruhe verbreiten, Sicherheit und Ruhe ausstrahlen - so wie seine Ausbildung es ihm vermittelte. Wenn er als Leader anfing, sich um den Kopf und Kragen zu reden, waren alle verloren. Pokerface. Mit der taktischen Unterjacke und einer Feldweste, die er angelegt hatte, um möglichst das nötigste Zeug für seinen Solo-Auftritt mitnehmen zu können, dass er brauchte, stand Scott an einem Humvee. Erst kürzlich wurde das militärische Gefährt auf Vordermann gebracht. Gut geschützt, das angebrachte MG auf dem Dach funktionierte nach ein paar Tests makellos. Lange blieb der Leader aber nicht unbemerkt, sicher, schließlich hatte man auch sofort die ansässige Ärztin zur Kenntnis gesetzt, dass der Anführer aus seinem Zimmer kam und sich für etwas vorzubereiten schien. Scott, der gerade die Fahrertür schloss, erblickte die sich annähernde Ärztin des Weißen Hauses. Der Fuhrpark war beleuchtet, so konnte sie ihn übersehen. Nur wollte er bestimmt nicht mit Stadionlichtern durch Washington fahren und alles auf sich ziehen, was hungrig oder untot war. Die Leute hier machten einen guten Job, indem sie die Untoten bei Sichtkontakt aus der Ferne eliminierten oder Stichwaffen aus nächster Nähe benutzten. Das Weiße Haus wuchs, genau das sollte weiterhin so bleiben.

"Ich wollte keine Unruhe verbreiten.", sagte der Leader als aller erstes entschuldigend, weil ein paar Lichter wieder im Weißen Haus brannten. Er kam sich vor, wie ein Teenager der zur späten Stunde aus dem Haus schlich und kurz vor dem Erwachen der Eltern zuhause sein wollte. All das nötige Zeug für einen kleinen Trip lag auf der Rückbank des Humvees. Mittlerweile hatte Scott einen stärkeren Bartwuchs, der besagte Drei-Tage Bart fehlte, auch die Haare waren inzwischen nicht mehr das, was er einst zu pflegen schien. "Wenn ich das bisschen Gewissheit schaffen kann, indem ich nachschauen gehe, ist es das Richtige. Die nächste Detonation könnte hier stattfinden.", gewiss hätte Scott noch zwei, drei Leute mitnehmen können. Leute zu entbehren wurde allerdings immer schwieriger. Menschen waren wertvoll, besonders diejenigen, die hier leben und bauen. Wenn es die nicht mehr gäbe, würde sein Konzept ins Stocken geraten. Er brauchte Menschen, damit sie wieder zueinander fanden und das taten, was Menschen schon immer bei jeder Krise taten - zusammenleben, überleben, wachsen. "Solange ich weg bin, hast du hier das Sagen.", damit erklärte Scott zusätzlich, dass eine Ärztin dort draußen nichts zu suchen hatte. Leute mit derartigen Qualifkationen waren extrem rar. Sollte ihr etwas passieren, wären sie erheblich geschwächt. Es war verrückt, sich alleine dorthin zu begeben, aber auch enorm riskant Leute mitzunehmen. Beide Optionen gefielen ihm nicht, doch er entschied sich für das kleinere Übel.

Everyone wants someone they can hold and love. Someone who will be there to help pick up the pieces when everything falls apart
Alicia Sullivan, auch bekannt als Doktor Sullivan oder Ali wurde am 23 April 1987 in New York geboren. So ist sie heute 33 Jahre alt und eine ausgebildete Ärztin, wie auch ihrer Mutter vor ihr. Auch wenn sie nicht weiß ob, ihr Verlobter noch lebt, weigert sie sich, ihren Verlobungsring abzuziehen oder die Hoffnung auf zu geben, dass Joker und auch ihren älteren Bruder irgendwo am Leben sind ... Es trieb sie alleine immer weiter in Richtung Süden, nachdem sie alle aus ihrer Gruppe verloren hat. Alleine und mit wenig Hoffnung noch jemanden, lebend zu finden, traf Alicia dann auf Scott Brennan und wurde ein Teil der Gruppe, die sich im White House niederlässt.
Offline
#2
Genau zwei Tagen war es her, als ein lauter Explosion die Ärztin aus dem Schlaf gerissen hatte, die Erschütterung hatte das ganze Gebäude beben lassen und noch immer konnte man den dunkeln Qualm aus Arlington erkennen. In der Nacht waren die Flammen noch deutlich am Himmel zu sehen, da es keine Feuerwehr mehr gab, die sich diese annehmen konnte. Alicia wäre vermutlich dumm, wenn sie gesagt hätte, dass sie diesbezüglich nicht beunruhigt war. Immerhin wieder erwischte sie sich dabei, wie sie durch die Glasscheiben des White Houses blickte und einzuschätzen versuchte, wie groß die Gefahr war, die von der Nachbarsstadt ausging. Sie hatte keine Ahnung, was die Explosion ausgelöst hatte, doch das Gefühl, dass alles nur noch schlimmer werden würde, wie es eh schon war, das ließ die junge Frau nicht los. Und sie war nicht die einzige Person, die das dachte. Jedes Mitglied der kleinen Gruppe, die sich hier einbefunden hatte, war beunruhigt. Die Nerven lagen wohl ein wenig blank und jeder – inklusive Alicia – blickte zu Scott für eine Lösung. Zwar hatte der Marine nie wirklich die Führung des White Houses übernehmen wollen und doch hatte er diese Rolle durchaus bekommen. Und die Brünette musste zugeben, dass sie den Major und seine Entscheidung vertraute – selbst dann, wenn er vollkommen bescheuerte Sachen entschied, wie das heute.
Die Brünette hatte gerade wieder an ihrem Fenster gestanden, hatte die lodernden Flammen in der Ferne beobachtet, als es an der Türe hinter ihr klopfte und eines der Männer eintrat. Als sie seinen Worten lauschte, hatte Alicia einen ruhigen Gesichtsausdruck und stieß nur leise ein Seufzen von sich. Natürlich musste Scott sich das Ganze aus der Nähe angucken wollen. Eigentlich hatte sie nichts anderes von dem Major erwartet und insgeheim nur darauf gewartet, bis er sich in die Gefahrenzone warf. Sie war mit Männer, wie Scott aufgewachsen, hatte ihr Leben mit ihnen verbracht und wusste, dass sie alles tun würden, um die Menschen zu schützen, die sich auf sie verließen. Wie die Gruppe sich auf Scott verließ. Nur das Scott auch gut vergaß, dass er nicht alleine für die Gruppe zuständig war, denn auch die Sullivan fühlte sich für die Menschen verantwortlich, die sich hier versammelt hatten. Und sie fühlte sich auch gelegentlich für Scott verantwortlich, der ihr mittlerweile ein guter Freund geworden war. Zumindest nachdem sie eine ganzen Weile nur zu zweit unterwegs gewesen waren. Sie vertraute seinen Instinkten, seine Handlungen und doch wusste sie auch, dass er ihre Sorgen mittlerwiele zumindest Gehör gewehrte.

Alicia griff nach ihre Jacke und im gleichen Atemzug hatte sie ihren kleinen Ärztekoffer in der Hand, ohne den sie niemals weg ging. Weiterhin mit einem ruhigen Blick, betrat sie den Flur und ging nach unten. Sie wusste, dass die Menschen hier nur in Panik ausbrechen würden, wenn die Fassade brechen würde, die man sich in den letzten 10 Monate aufgebaut hatte. Sie hatte es oft genug gesehen, bevor sie auf Scott getroffen hatte und ihre Ausbildung als Ärztin und Erziehung als Militärstochter half ihr dabei. Manche tuschelten vermutlich, dass die junge Frau gefühlskalt war. Wenn sie wüsste, wie sehr sie sich irrten. Tränen und Unsicherheit hielt Alicia für den Momente zurück, wo sie hinter verschlossene Türe war. Da wo meist nur Scott sie finden würde, wenn überhaupt.

Der ruhige Blick änderte sich nicht, als sie nach draußen trat und den Humvee erblickte, den Scott gerade fertig machte. Alicia hob nur leicht eine Augenbraue an und trat näher an dem Gefährt heran, während sie ein wenig Wind auf ihre Haut genoss und Scott die Fahrertüre schloss. Natürlich hatte er sie bemerkt und wenn die Situation kein so ernsteres wäre, dann hätte die Sullivan sicherlich auch über den Blick gelacht, den Scott gleich bekam. Er erinnerte sie durchaus an einem Teenager, der von seiner Mom bei was unanständigem erwischt wurden war. Die dunkeln Seen der Ärztin trafen die von dem Major, während sie die Arme vor ihre Brust verschränkte. „Das ist dir nicht so gelungen, Major.“, sprach sie ruhig aus und fragte sich, währenddessen ob sich ihre Mutter auch so vorgekommen war, wenn sie Joker bei seinem Unfug erwischt hatte. „Ich glaube, es muss an deiner Kampfmontor liegen, dass die Leute beunruhigt.“ Sie erreichte Scott nach nur wenigen Schritten und sah ihn weiter ruhig an, als er sich erklärte. Nicht, dass er es wirklich tun musste. Sie konnte ihn verstehen, immerhin hatten sie hier Menschen, die sie schützen wollten.
„Pustekuchen.“, sprach sie dann schließlich aus, als der Major deutlich machte, dass sie dort zu bleiben hatte. „Du gehts da nicht alleine raus.“ Auch wenn Scott sich selbst als entbärlich sah, sah Alicia es anders. Scott gab den Menschen im White House Hoffnung. Hoffnung auf eine Zukunft, wo die Menschheit nicht ausgelöscht werden würde, durch was auch immer die Menschen draußen tötete. „Also, entweder nimmst du mich mit und wir ziehen das zusammen durch und du bewegst deinen Hintern wieder rein und suchst dir ein paar fähige Begleiter aus. Vorher lasse ich dich nicht gehen, Scott.“ Sowohl der Blick mit dem sie den Major ansah, wie auch ihr Ton sollte ihm mittlerweile deutlich machen, dass die Ärztin keine Scherze machte. Sie brauchte Scott hier. Da wo er die Gruppe führen konnte und so egoistisch wie das klingen vermochte, brauchte sie Scott, damit sie jemanden hatte, den sie vertrauen und vielleicht einen kleinen – und seltenen - Moment der Schwäche zulassen konnte.

"I am no longer of this world. I am a dilapidated monument of humanity, alone, frightened and vulnerable, I fight for survival. They are everywhere. . . cold and deadly, but I live."
35 Jahre alt, geschieden und gerade noch so am Leben. Scott führt derzeit das Weiße Haus an, wo er den Menschen so etwas wie Hoffnung und Normalität bietet. Es ist nicht einfach, sich um ein Haufen voller Menschen zu kümmern, die den Sinn ihres Lebens verloren haben und auf der Suche nach ihrem alten Ich sind. Der Texaner im besten Alter flog extra aus Los Angeles ein, wo er einst mit seiner Ex-Frau lebte, um seinen Plan zu verfolgen. Stellt sich heraus, dass ein paar Leute so etwas wie eine Chance in seinem Plan sehen und ihm das Vertrauen schenken. Scott weiß nicht, ob seine Frau und ihre beste Freundin noch leben. Er glaubt aber nicht an deren Tod, denn seine Philosophie ist einfach festzuhalten - solange er sie nicht tot gesehen hat, sind sie nicht tot. Obschon der Mann kein geborener Anführer ist, versucht er das Bestmögliche für jeden zu erzielen.
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#3
Im Grunde konnte er keinem Recht machen, ganz gleich wie sehr der Major es probierte, denn am Ende des Tages hatte jeder seinen eigenen Kopf. Scott verurteilte Alicia deswegen nicht, wenn sie ihn mild anzählte und ein Ultimatum stellte. Jetzt fragte sich der Mann im besten Alter schon, wer hier das Sagen eigentlich hatte. Eigentlich könnte die Frau das Weiße Haus anführen, sollte er jemals in die ewigen Tiefen des Todes verschwinden. Endgültig, verstand sich. Schwarzmalerei hatte erst einmal gar keinen Platz in seinem Plan, der Major traf somit eine recht schnell Entscheidung. "Alles klar", waren seine ersten Worte klar und deutlich, bevor er Alicia so gesehen auch schon an sich band. "Dann würde ich gerne auf deine Unterstützung zählen.", jemand anderes bekäme dann das Kommando, vielleicht die nächste Person mit dem nächst höchsten Rang im Hause. Scott glaubte aber heimlich nicht mehr an Ränge und andere Mannschaftsgrade. Manchmal brauchten die Leute aber genau das, es gab ihnen das Gefühl von Sicherheit und Ordnung, ganz zu schweigen von der Normalität. Darauf baute der Major letztendlich; Normalität. Manche haben vergessen, woher sie kamen, was sie vorher taten, wie sie vorher waren und warum sie sich von ihrem vorherigen Ich trennten, Scott wollte sich bis heute noch in den Spiegel schauen und keine Entscheidung bereuen, die er per Bauchgefühl traf. Verstand über blinder Aktionismus, anders wollte er es nicht handhaben.
Scott hatte noch genügend Platz im Humvee, er würde allerdings nur Alicia brauchen. Der Major sprach weiter. "Ich weiß nicht, was das genau für eine Explosion war, aber mit Sicherheit stärker als der übliche Sprengstoff.", sprach Scott auf dem Fahrersitz offen über das "Phänomen" vor zwei Tagen. Granaten hatten keine derartige Reichweite. Das, was vor zwei Tagen in die Luft ging, besaß weitaus mehr Gewicht. Er war hauptsächlich glücklich, dass sie nicht im Radius von der Explosion waren, doch sein Glücksgefühl endete mit weiteren Gedanken schnell. Wenn genau so etwas nochmal passierte, nur in der Nähe vom Weißen Haus, wäre er verantwortlich. Die Quelle musste er ausfindig machen gehen, zumindest aus der Ferne einen Blick erhaschen und dann eine Entscheidung treffen.

Mit dem Humvee durch die verlassenen Straßen von Washington zu fahren hatte was von Kunst. Scott musste tatsächlich das 4x4 Gefährt durch viel Geröll, Fahrzeuge und Barrikaden manövrieren. Es erforderte Fingerspitzengefühl. "... bin mir auch nicht sicher, warum man heutzutage noch Sprengstoff in dem Ausmaß braucht. Meine andere Vermutung war, dass das ein Blindgänger war. Es gibt unzählige Sprengköpfe in den Staaten vergraben.", so kam Scott schon mal der Waffe etwas näher. Keine Granate, kein Dynamit, es war das Spielzeug der großen Jungs. Je näher sie dem Ort kamen, desto sichtbarer wurden die Lichtpunkte. Aus den Lichtpunkten wurden schließlich Flammen. Da es keine Feuerwehr mehr gab, die sich darum kümmerte, würden die Flammen gewiss noch eine Weile intakt bleiben und sich weiter durch die Umgebung fressen. Zu ihrem Glück gingen die Flammen in die entgegengesetzte Richtung und somit nicht nach Washington.
Scott schlug sachte die Bremse an, um das Auto zum Stillstand zu zwingen, bevor er das Nachtsichtgerät aufsetzte und einen klareren Blick gewann. Eine Brücke, der Übergang aus Washington raus, wurde vernichtet. Keine Chance. Mit der Vermutung lag Scott wohl richtig, also warnte er die Ärztin. "Mh...", allein schon der Ton versprach absolut nichts Gutes, Scott schob sein NSG über die Augen auf die Stirn und begann einen Umweg zu starten. "Ich hätte auf eine Atombombe geschätzt, gerade wegen dem Schaden. Wir werden nicht zu nah ran fahren, sonst laufen wir Gefahr wegen den Strahlungen. Ich will nicht wissen, wie viele Untoten sich in der Nähe befinden und welche Menge an Strahlungen sie absorbieren.", pure Horrorvorstellung. Normale Untote waren schlimm genug, verstrahlte Untote hingegen machten alles komplizierter. Kleinere Strahlungsmengen waren nicht mal das Problem, doch eine Horde mit Strahlungen besaß einen ganz anderen Geschmack. Scott wollte gewiss nicht auf Tuchfühlung mit ihnen gehen. Die Flammen und die Explosion würden die Untoten vorzeitig unterhalten, somit wäre das Humvee noch die relativ unattraktive Veranstaltung auf dem Event. Scott und Alicia würden nur dafür sorgen, dass sie den Punsch verteilten, während die anderen auf der Party tanzten.

Auf halbem Wege über die Francis Scott Key Memorial Bridge wurde es bereits komplizierter, denn die Untoten auf dem Highway waren teils entflammt und ein anderer Teil spazierte munter fröhlich weiter zum eigentlichen Tatort. Dem Major fiel ein, dass er vor drei Tagen aus der Richtung kam. Einen Tag später und er wäre wohl mit der Bombe in die Luft geflogen. Aus dem Grund alleine hätte der Major schlucken können. Tat es aber nicht. "Weiter rein werden wir nicht.", ohne die passende Ausrüstung würden sie qualvoll sterben. Scott hatte selbst aus der Distanz genug gesehen, um zu wissen, dass sie Glück im Unglück besaßen und es nicht weiter provozieren sollten. Jetzt würde wohl auch ein Großteil der Untoten aus Washington dorthin spazieren, gegebenenfalls in den Krater hinein, sodass sie sich selbst ausschalteten und die Stadt sicherer wurde. Vorerst. Scott tauschte mit der Frau einen Blick im Auto aus, die kleine Lampe über ihren Köpfen im Auto leuchtete schwach. "Es ist bislang das aufregendste Ereignis überhaupt. Eine Wiederholung davon brauche ich allerdings nicht.", gefühlt waren sie noch sicher in der Distanz, Scott könnte einen Ticken weiter reinfahren. Ihm erschloss sich aber der Sinn nicht. Die Flammen waren sichtbar, sie würden aber auch alsbald selbstständig erlöschen, dann gab es die Untoten und die entsprechenden Strahlungen. Würden sie einmal krank werden, dann war's das. Endgültig. "Ich habe genug gesehen.", sagte der Major im Auto abschließend über die Explosion. Kaum zu glauben, aber wahr - es handelte sich tatsächlich um eine Atombombe.

Noch bevor Scott den Rückwärtsgang einlegte, um dann den Kopf über die Schulter zu drehen, damit er raus fahren konnte, waren im Rückspiegel schon überraschend viele Untote erschienen. Das mussten wohl die Nachzügler sein. Mit jedem weiteren Moment ploppten mehr Köpfe auf, durchfahren wurde problematischer. "Verdammt", sagte der Major und nahm die nächstbeste Lösung: nach vorne, weiter vorne. Er nahm die rechte Spur raus, um einen gehörigen Umweg zu machen. Hin und wieder schob der Major mit dem Humvee ein paar Untoten weg. Wäre er den Weg zurückgefahren, dann hätte er einen ganzen Teppich an Leichen unter dem Auto gehabt und dann hätten sie laufen müssen.

Everyone wants someone they can hold and love. Someone who will be there to help pick up the pieces when everything falls apart
Alicia Sullivan, auch bekannt als Doktor Sullivan oder Ali wurde am 23 April 1987 in New York geboren. So ist sie heute 33 Jahre alt und eine ausgebildete Ärztin, wie auch ihrer Mutter vor ihr. Auch wenn sie nicht weiß ob, ihr Verlobter noch lebt, weigert sie sich, ihren Verlobungsring abzuziehen oder die Hoffnung auf zu geben, dass Joker und auch ihren älteren Bruder irgendwo am Leben sind ... Es trieb sie alleine immer weiter in Richtung Süden, nachdem sie alle aus ihrer Gruppe verloren hat. Alleine und mit wenig Hoffnung noch jemanden, lebend zu finden, traf Alicia dann auf Scott Brennan und wurde ein Teil der Gruppe, die sich im White House niederlässt.
Offline
#4
Es jedem Recht machen war etwas, dass man sowieso niemals erreichen konnte, weswegen Alicia es schon gar nicht versuchte. Sie konzentrierte sich lieber auf ihren Job. Und darauf, Scott davon abzuhalten solch dumme Entscheidungen zu treffen, wie einen Alleingang durchzuführen. Wofür waren denn Freunde sonst da? Wenn er zur Hölle fahren wollte, dann würde sie verdammt nochmal neben ihm im Bus setzen. Ein Nicken war zu erkennen, als Scott auch tatsächlich einwilligte, sie mitzunehmen und die Brünette deutete ein leichtes Lächeln an. „Gut.“, sagte Alicia und ging einmal um den Humvee herum, damit sie ihre Tasche verstauen und ebenfalls einsteigen konnte. Es mochte zwar komisch klingen, aber Normalität war für sie schon fast schon das hier. Zumindest innerhalb der letzten 10 Monate war es Normalität geworden. Und seit sie Scott kannte, gehörte er eben mit dazu. Und die Leute, die sich schon im White House eingefunden hatten? So langsam gehörten sie ebenfalls dazu. Wer hätte gedacht, dass ihre Geschichten irgendwann hier im weißen Haus einen Neuanfang finden würden? Die Sullivan zumindest nicht. Und doch war sie froh darum, Scott gefunden zu haben und auch darüber die Chancen zu haben, dem Major bei seinen Zielen, andere Menschen, wieder ein normales Leben zu geben, zu helfen. Es gab ihr wenigstens ein gutes Gefühl und half ihr Sachen zu verdrängen, die sie nicht mehr in ihrem Kopf haben wollte. Es war immerhin ein Ziel.

Die dunkeln Augen der Ärztin richteten sich auf die Straße, als Scott losfuhr und sie lehnte sich in dem Sitz zurück. Irgendwas in ihrem Magen sagte ihr, dass dies hier keine so gute Idee war und doch zwang sie diese kleine Innere Stimme zur Ruhe, während sie die Beine übereinander schlug. Sie richtete ihren Blick auf Scott, als dieser sprach und nickte zustimmend. „Ich kenne mich nicht mit Bomben und ähnliches aus, aber ich würde vermuten, dass wir Glück hatten.“, sagte sie, während sie mit dem Stirn runzelte und schließlich die Unterlippe zwischen den Zähnen zog. „Das hätte böse ausgehen können.“ Sie hatte genügend Gewaltopfer gesehen um sich vorzustellen, welche Ausmaß diese Explosion gehabt haben wird. „Keiner in der direkten Umgebung wird das überlebt haben.“, murmelte sie, mehr zu sich selbst, als zu Scott. Er kannte das vermutlich. Noch mehr als sie es tat. Immerhin hatte er in seiner Laufbahn bei den Marines mehr gesehen, als sie jemals sehen wollte. Mit dem Ausbruch der Seuche hatte sich alles verändert und doch blieb Alicia fest bei ihre Meinung.
Die braunen Seen richteten sich wieder auf die Staße und erneut nickte die Dunkelhaarige. Ein Blindgänger würde durchaus Sinn machen. Wie hätten sie auch nur erahnen können, was genau, noch vor ihnen liegen würde? Die Ausmaßen der Explosion waren ihnen noch unbekannt, auch wenn die Flammen und der Qualm doch recht deutlich das Zeugnis etwas Größerem war. „Ja, aber wenn dem so ist, was genau, war der Auslöser dafür?“, fragte Alicia mit gedämpfter Stimme, obwohl man sie wohl kaum außerhalb des Wagens belauschen konnte. Hin und wieder sah sie den ein oder anderen Toten, während Scott die Straße weiter entlang fuhr. Jedes Mal versuchte sie das Gesicht genauer zu sehen. In der Hoffnung jemand zu erkennen, denn sie kannte? Alicia wusste es noch nicht einmal mehr so genau. Die zierlichen Finger drehten an dem Ring, der noch immer ihrem linken Ringfinger schmückte. Ein Tick, den sie schon vor dem Ausbruch hatte, wenn sie unsicher oder nervös war. Tja, manche Sachen legten man eben nicht ganz ab, oder? Sie blickte weiterhin aus dem Fenster, betrachtete das Tanzen der Flammen, die immer deutliche wurden und sich langsam aber sich in Arlington ausbreiteten. Irgendwann würden sie ausgehen, sofern sie nicht noch mehr Futter bekamen und bis dahin konnte man nur hoffen, dass der Wind den brennenden Tod nicht in Richtung Washington lenken würde. Bisher hatten sie überraschend viel Glück gehabt.

Als der Humvee schließlich zum stehen kam, richtete die Dunkelhaarige sich im Sitz etwas auf und blickte hinaus in die Dunkelheit. Sie sah die Flammen, sah die Verwüstung... aber nicht den vollen Ausmaß dessen. Es fiel ihr schwer nicht die Autotüre zu öffnen und rauszugehen, damit sie nach Verletzten gucken konnte, die vielleicht überlebt hatten. Alicia spannte den Kiefer leicht an und drehte ihren Ring noch etwas hektischer, als sie den Ton des Majors neben ihr vernahm. „Eine Atombombe?“, wiederholte die junge Ärztin und runzelte leicht mit der Stirn. „So nahe am White House dran?“ Sie schüttelte leicht mit dem Kopf, bevor sie sich durch das Gesicht fuhr. „Wir müssen in ein Krankenhaus.“ Selbst wenn es keine Atombombe war, wollte die Ärztin keine Riskien eingehen. „Selbst wenn eine Strahlung nicht bei uns besteht oder es doch keine Atombombe war, ich will kein Risiko eingehen.“ Immerhin könnten die Untoten die Strahlung mit sich rumschleppen oder auch Menschen, die einfach außerhalb der schützenden Mauern des White Houses gewesen sind, könnten verstrahlt sein. Sie brauchten Jodtabletten. Vorsicht war ja bekanntlicherweise besser als Nachsicht.
Alicia blickte einen Moment lang zu Scott und neigte ihrem Kopf zur Seite, als er wieder den Humvee zum fahren animierte. Sie hörte immer wieder eines der Untoten an dem Wagen kamen und wieder an dem kalten Metall abprallten, während sie ob Scotts Worte nickte. Nein, weiter rein wäre Selbstmord. Da stimmte die Arztin ihm vollkommen zu. „Da sagst du was.“, stimmte sie seinen Worten überein, während sie nickte. Sie musste auch nicht unbedingt mehr davon sehen und ihr war auch eine Wiederholung dessen auch nicht sonderlich lieb. „Wie ist der jetzige Plan?“, fragte Alicia leise, während sie ihren Blick aus dem Fenster lenkte und ihre Position auf ihrem Sitz änderte. Die Stirn legte sich wieder in Furchen, als sie im halbdunkeln etwas zu sehen gedachte.
Scotts Fluchen lenkte sie jedoch für einen Moment lang ab und sie blickte hinter sich. „Na großartig...“, murmelte die Brünette als sie die Zombies sah, die in Richtung der Flammen und somit über die Brücke kamen, die sie und Scott nehmen wollten. „Erinnere mich daran, das nächste Mal jemanden mit zu schleifen, der uns den Weg frei machen kann...“ Sie schüttelte wieder mit dem Kopf und richtete ihren Blick wieder nach vorne auf die Straße, nur um laut „Scott!“ zu sagen, als ihnen etwas vors Auto trat, dass einfach riesig war... doch es schien zu spät zu sein. Die Front des Humvees kam gegen dem monsterartigem Ding und schon gab es ein lauten Knall...

"I am no longer of this world. I am a dilapidated monument of humanity, alone, frightened and vulnerable, I fight for survival. They are everywhere. . . cold and deadly, but I live."
35 Jahre alt, geschieden und gerade noch so am Leben. Scott führt derzeit das Weiße Haus an, wo er den Menschen so etwas wie Hoffnung und Normalität bietet. Es ist nicht einfach, sich um ein Haufen voller Menschen zu kümmern, die den Sinn ihres Lebens verloren haben und auf der Suche nach ihrem alten Ich sind. Der Texaner im besten Alter flog extra aus Los Angeles ein, wo er einst mit seiner Ex-Frau lebte, um seinen Plan zu verfolgen. Stellt sich heraus, dass ein paar Leute so etwas wie eine Chance in seinem Plan sehen und ihm das Vertrauen schenken. Scott weiß nicht, ob seine Frau und ihre beste Freundin noch leben. Er glaubt aber nicht an deren Tod, denn seine Philosophie ist einfach festzuhalten - solange er sie nicht tot gesehen hat, sind sie nicht tot. Obschon der Mann kein geborener Anführer ist, versucht er das Bestmögliche für jeden zu erzielen.
Offline
#5
Es musste nicht unbedingt eine Atombombe sein, Scott hatte jedoch den Krater nur per Augenmaß einschätzen können und allein der Schaden sprach für so eine Bombe. Er kannte nicht wirklich etwas anderes, was für so einen Schaden verantwortlich sein könnte. Das alles schmeckte ihm nicht. Ihre Frage, wie denn sein Plan war, beantwortete Scott mit einem sachten Schnauben. "Der Plan ist, dass es keinen Plan gibt.", erwiderte der Major beinahe lapidar. Was sollte er anstellen, den Krater untersuchen gehen? Nicht ohne der passenden Ausrüstung. Außerdem wollte er nicht in den Krater steigen und unter einem Dutzend von Untoten begraben werden. Noch während der Autofahrt versuchte der Major eine bessere Aussage zu formen, damit die Ärztin nicht im Dunkeln tappte, aber ihm fiel wirklich nichts Besseres ein. Blindgänger gingen nun einmal hoch, früher oder später, manchmal brauchte es einen kleinen Schubser und dann detonierten sie. Ob es sich hier wirklich um einen Schubser oder eine mutwillige Sprengung handelte wusste der Major nicht, zugegeben, das wollte Scott auch nicht so genau wissen. Sie hatten Glück im Unglück, die Bombe hätte genau jetzt losgehen können und sie wären mittendrin statt nur dabei gewesen. "Ich versuche es positiv zu sehen, Alicia. Es hätte schlimmer sein können, denn Luft nach unten wird's immer geben. Wir leben, es hat keinen von uns getroffen - das ist das Wichtigste.", so versuchte er zumindest die Lage ein wenig entspannter zu halten. Gewiss hatte jeder im Weißen Haus von der Explosion mitbekommen, also wären die Nachrichten, dass sich die Bombe weiter weg vom Weißen Haus entfernt aufhielt, milder als ein 'Wir müssen weg, hier sind zu viele Bomben'. Jetzt fragte sich Scott heimlich, ob sie nicht gerade über ein weiteres Minenfeld fuhren.

"Die Bombe hat das schon getan.", erklärte Scott bezüglich des Freimachens der Wege. Der Lärm, das Feuer, all das hat die Aufmerksamkeit der Untoten geweckt, so schnell kämen sie nicht mehr aus dem Krater und generell zogen die Flammen sie zu sich. Jeder wusste, dass die Untoten in die Flammen laufen und elendig verbrennen würden. "Wir gucken nur zu, dass wir---", Warnung ihrerseits! Der Humvee rammte das unbekannte Etwas, was der Major nur durch den kleinen Lichtkegel, welches vom Auto abgeworfen wurde, bruchhaft sah. Das wirkliche Problem an der Geschichte war, dass das Etwas von innen heraus implodierte. Erschreckendes Rütteln. Was zum, hatte er gerade einen Untoten mit einer C4-Weste angefahren? Scott musste das Lenkrad reißen und stabil halten, damit das Fahrzeug ja nicht das tat, was er nicht haben wollte. Letztendlich trug das Auto beide nur gefühlte paar Meter. "Komm schon.", fluchte der Major tonlos über die Situation. Absterbende Geräusche kamen vom Motor, Scott sah den Rauch allmählich aufsteigen und das versperrte ihm zusätzlich die Sicht. Ausgerechnet hier. Scott befürchtete, dass zumindest ein paar Untoten in der Umgebung von dem Crash erfuhren. Alicia ohne eine wirkliche Sichthilfe, die sie selber haben konnte, wäre praktisch ein offenes Ziel. Der Major fuhr gleich an den Straßenrand, wenigstens etwas weiter weg von der Brücke von gerade eben. "Ich setze mein Nachtsichtgerät auf und du legst eine Hand auf meine rechte Schulter. So weiß ich, dass du bei mir bist.", erklärte der Major in wenigen Schritten was er vorhatte. Scott hatte mit dem NSG nicht nur die Sicht, er besaß die Skills für die Task. Eine kleine Entschuldigung schob Scott am Ende doch mit rein. "Tut mir leid, dass ich dich so 'degradiere'. Ist nicht mein Stil.", das wirkte wie eine schüchterne Erklärung, dass er, der nicht als Frauenfeind galt, mehr von Alicia hielt als er manchmal offen sagte.

NSG angeschaltet, aufgesetzt und die Tür aufgestoßen, sodass er gleich zur Beifahrertür marschierte und diese für die Frau öffnete. "Wir werden uns ein sicheres Gebäude suchen und bis zum Morgengrauen warten.", führte der Major verhalten aus. Ihm würde sicherlich die Saft für einen ganzen Nachtmarsch fehlen, immerhin wurde das NSG mit Batterien betrieben und er wollte die Frau bestimmt nicht wegen einem groben Schnitzer verlieren. Vier Augen waren immer noch besser als zwei. Ihm gefiel der Laden gleich eine Straße weiter, er schien zwei Stöcke zu besitzen, also könnten sie sich bisschen Luft verschaffen. "Gehen wir.", mit gehobener Waffe und die Hand an seiner Schulter ging der Major als führende Spitze voraus.
Das Erreichen vom besagten Laden stellte keine Probleme dar, zu ihrem Glück, sodass sie problemlos in das Geschäft eintreten konnten. "Ich will nicht wissen, was das von vorhin war.", entkam ihm laut gedacht von den Lippen. Untote explodierten heutzutage auch noch? Gut zu wissen, das brauchte er nicht, neben den potenziell verstrahlten Untoten. Die Hoffnungen, dass es sich um ein einzigartige Exemplar handeln könnte, waren enorm gering. Wenn es eins davon gab, gab es in der Regel mehrere. Das gefiel ihm überhaupt nicht. Hier würden sie etwas ausharren. Scott nahm das NSG wieder ab, wollte Energie sparen. "Hat sich angefühlt, als wäre ich gegen eine gefüllte Blase gefahren, die dann den Inhalt beim Aufplatzen verteilte.", natürlich machte er sich Gedanken. Das, was aber in der symbolischen Blase befand, wollte er nicht aus nächster Nähe betrachten oder damit auf Tuchfühlung gehen wollen. Viele waren zu neugierig. Seine Instinkte rieten ihm dazu, dass er lieber das Weite zu suchen hatte. Er war kein Wissenschaftler, das Untersuchen von Anomalien der Natur überließ er den weitaus helleren Köpfen.

Ihm fiel auf, dass sie in einem Klamottenladen waren. Die nächste Sommerkollektion würde wohl ins Wasser fallen. Scott nutzte die Treppe als Sitzgelegenheit. "Alles in Ordnung?", die wohl wichtigste Frage in seinem Kosmos, wenn Freunde involviert waren. Man hörte an seiner Stimme heraus, dass er sich um ihr Wohlergehen kümmerte. Noch eine Entschuldigung lag auf seinen Lippen.

Everyone wants someone they can hold and love. Someone who will be there to help pick up the pieces when everything falls apart
Alicia Sullivan, auch bekannt als Doktor Sullivan oder Ali wurde am 23 April 1987 in New York geboren. So ist sie heute 33 Jahre alt und eine ausgebildete Ärztin, wie auch ihrer Mutter vor ihr. Auch wenn sie nicht weiß ob, ihr Verlobter noch lebt, weigert sie sich, ihren Verlobungsring abzuziehen oder die Hoffnung auf zu geben, dass Joker und auch ihren älteren Bruder irgendwo am Leben sind ... Es trieb sie alleine immer weiter in Richtung Süden, nachdem sie alle aus ihrer Gruppe verloren hat. Alleine und mit wenig Hoffnung noch jemanden, lebend zu finden, traf Alicia dann auf Scott Brennan und wurde ein Teil der Gruppe, die sich im White House niederlässt.
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#6
Es war eindeutig, dass Scott in der Dunkelheit mehr erkennen konnte, wie die Ärztin auf seinem Beifahrersitz, also nickte sie leicht, als der Soldat sprach. Planlos zu sein stand dem Blonden nicht, also wartete sie ab, ob ihm vielleicht nicht doch noch was einfallen würde. Sie hatten Leute, die sich auf ihnen verließen. Menschen, die sich ein normales Leben zurückwünschten, ein Leben, den Scott sich auch vorgestellt hatte. Normalität, ohne Zombies. Auch Alicia wünschte sich ein solches Leben zurück und war durchaus bereit an jede erdenkliche Grenze zu gehen, damit sie dieses auch umsetzen konnten. Seit sie sich getroffen hatten, hatte es eine Art stille Vereinbarung zwischen ihnen gegeben, dass sie sich gegenseitig den Rücken freihalten würden und die Sullivan war durchaus froh, dass sie ihn hatte. Scott mochte vielleicht ein recht einfacher Mann sein, aber er war einer, auf dem man sich stets verlassen konnte. „Positivität ist Anbetracht eines Kraters ziemlich suboptimal, Scott.“, erwiderte sie und blickte ihn mit einem ziemlich ernsten Ausdruck an. „Wenn das wirklich eine Atombombe gewesen ist, dann haben wir keine Ahnung, wie die Reichweite der Strahlen ist...“ Sie presste ihre Lippen fest aneinder und drehte den Ring an ihrem Finger noch ein bisschen. „Hier in der Nähe wird es doch wohl irgendwo ein Krankenhaus geben, den wir für Jod durchsuchen können. Vielleicht auch für andere Medikamente.“ Die Ärztin erinnerte sich noch zu genau daran, wie die Krankenhäuser zu den ersten Gebäuden gewesen waren, die gefallen waren. Die Krankheit hatte sich dort schnell ausgebreitet, ohne das sie etwas dagegen hätte tun können. Sie waren unvorbereitet gewesen.

Ähnlich wie sie unvorbereitet auf das waren, was nun als nächstes geschehen sollte. Der Humvee kollidierte mit etwas, dass gleich im nächsten Augenblick platzte und alles rüttelte. Alicia verzog das Gesicht, als die Windschutzscheibe von Blut und Gedärme getroffen wurde, andere Körperteile schienen auf dem Dach zu prallen. Sie brauchte einen Moment um wirklich zu realisieren, was da gerade geschehen war. Das Ding war doch viel zu groß um ein Mensch gewesen zu sein... oder? Sie versuchte ihre Atmung kurz zu regulieren, als der Humvee zum Stehen kam und lehnte ihren Kopf für einen Moment an die Kopfstütze des Wagens. „Verdammt...“, murmelte sie und öffnete ihre Augen wieder um zu Scott zu schauen. Er schien genauso wenig begeistert von der jetzigen Situation zu sein, wie sie es war. Er begann zu sprechen und Alicia verdrehte gleich die Augen, ob seiner Entschuldigung. „Ernsthaft, Scott, irgendwann trete ich dir in deinen hübschen Hintern, wenn du dich weiterhin für so was entschuldigst.“, gab sie zu verstehen und winkte ab, während sie sich abschnallte. „Lass uns einfach gehen, bevor wir noch mehr explodierende Wesen um uns haben.“ Sie wartete, bis Scott bei ihr war, bevor sie ausstieg und ihre Hand gleich auf seiner Schulter legte. Dabei griff sie noch nach ihren Ärztekoffer, ohne den sie nirgendwohin ging. Kurz nickte sie, bevor sie sich von Scott einfach führen ließ und wortlos mit ihm durch die Nacht ging,

Viel konnte sie nicht sehen, dadurch das die Straßenlaternen nicht mehr funktionierten, aber sie vertraute die Bewegungen des Mannes vor ihr und auch ihr Gehör. Dennoch konnte Alicia nicht sagen, dass sie sich wirklich wohl in ihre Haut fühlte gerade. Rauch hing dicht auf den Straßen, vom Feuer konnte sie nichts mehr hören, aber sie wusste auch, dass es weit genug weg war. Für's Erste zumindest. Sie folgte Scott in das Geschäft und zog die Türe leise hinter ihnen beide zu. Erst drin ließ sie von Scott ab und blickte sich um. Überall hingen Klamotten und es schien ruhig zu sein. Keine der Untoten kam ihnen hier aus der Ecke entgegengesprungen. Vielleicht hatten sie ja doch Glück gehabt. Oder eher Glück in Unglück. „Was auch immer es war... es war groß.“, gab Alicia auf die Worte des Blonden zurück und ließ sich leise neben ihm auf der Treppe fallen. „Ich würde es zumindest nicht untersuchen wollen.“ Sie verzog leicht das Gesicht, bei dem Gedanken von dem Humvee und wie es wohl nun aussehen würde. Sie hatten wohl Glück gehabt, dass der Wagen militärisch gepanzert gewesen war, sonst hätten sie noch schlimmeres als einen kleinen Schreck davon getragen.
Sie hob ihren Blick an, damit sie Scott ins Gesicht schauen konnte und schenkte ihm ein kurzes Lächeln. „Bis auf nem Schreck ist alles gut.“, gab die Brünette beruhigend zu und legte ihre Hand sanft auf seinem Arm. „Alles gut. Und bei dir?“ Es schien als müssten sie wohl die Nacht hier verweilen. Sicherlich nicht Alicias Lieblingsidee, aber besser als in der Nacht herumzuirren. Gerade, wo sie sich hier kaum auskannten.

"I am no longer of this world. I am a dilapidated monument of humanity, alone, frightened and vulnerable, I fight for survival. They are everywhere. . . cold and deadly, but I live."
35 Jahre alt, geschieden und gerade noch so am Leben. Scott führt derzeit das Weiße Haus an, wo er den Menschen so etwas wie Hoffnung und Normalität bietet. Es ist nicht einfach, sich um ein Haufen voller Menschen zu kümmern, die den Sinn ihres Lebens verloren haben und auf der Suche nach ihrem alten Ich sind. Der Texaner im besten Alter flog extra aus Los Angeles ein, wo er einst mit seiner Ex-Frau lebte, um seinen Plan zu verfolgen. Stellt sich heraus, dass ein paar Leute so etwas wie eine Chance in seinem Plan sehen und ihm das Vertrauen schenken. Scott weiß nicht, ob seine Frau und ihre beste Freundin noch leben. Er glaubt aber nicht an deren Tod, denn seine Philosophie ist einfach festzuhalten - solange er sie nicht tot gesehen hat, sind sie nicht tot. Obschon der Mann kein geborener Anführer ist, versucht er das Bestmögliche für jeden zu erzielen.
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#7
Scott wusste nicht so genau, ob er jetzt noch in der Nähe von einem Krankenhaus sein wollte, gerade weil sie keine Ahnung von den Strahlungen besaßen. Wenn er sich herantrauen wollte, dann höchstens mit einem Geigerzähler und einem besagten ABC-Anzug. All das, was sie nicht besaßen. Er konnte vor allem schlecht einem Untoten die Ausrüstung abnehmen, die bestimmt mit der Seuche in Berührung geraten war, nur um dann selber an der Krankheit zu leiden. Scott war nicht so weit gekommen, damit er letztendlich seinen Frieden mit dem Tod macht, wenn er noch alles rauszögern konnte. Die Rückkehr zum Weißen Haus würde sich jetzt verzögern, doch kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken. Der Operations Officer seufzte ein wenig über die Situation, nickte einmal abgeklärt auf ihre freundliche Gegenfrage. "Alles gut. Ich habe so ein Ding noch nie gesehen. Hoffentlich setzt sich der Trend nicht durch...", aber die Wahrscheinlichkeit, dass solche Untoten aus der Mode kamen, sehr gering. Scott hatte stets mit den Untoten gerechnet, die er inzwischen schon kannte; langsam, nicht intelligent genug. Wenn er jetzt noch explodierende Untote sehen durfte, die sich in der Nähe aufhielten, wollte er alsbald ein paar Nachforschungen stellen. Es gefiel ihm nicht, aber er konnte die Augen schlecht verschließen und alles passieren lassen. Hatten sie neue Feinde, dann mussten sie sich genügend informieren. Nur mit reichlichen Informationen über den Gegner konnten sie präventiv vorgehen, er wollte keine Leute aufgrund fehlender Informationen verlieren. So hatte er damals in seinem Job agiert, sie gingen als Team hinein und sammelten Intel. Die gesammelten Informationen waren ausschlaggebend für den Erfolg, so etwas vergaß man nicht.
Problem an der gesamten Geschichte war nur, dass er keine Ahnung von dem Zeug besaß. Sie hatten auch keine Forscher oder anderweitige Experten im Haus, die sich explizit mit den Untoten befassten. Die Fragerunde über ein Heilmittel hatte schon lange aufgehört, Scott machte sich darüber keine Gedanken. Das überließ der Operations Officer ohnehin jenen, die eine Akdemie besuchten und entsprechende Zertifikate besaßen. Alles da drüber gehörte nicht zu seinem Gebiet. Würde ein Forscher ihm sagen, dass er seine Hilfe bräuchte, wäre er lediglich der Mann für die Sicherheit. "Wir müssen allerdings los. Die Untoten tragen die Strahlungen mit sich. Ich weiß zwar, so weit ich das einschätzen kann, dass geringe Mengen an Strahlung nicht lebensgefährlich werden, aber ein ganzes Heer voller verseuchter Untoten ist nicht unbedingt das, was ich gerne vor meiner Haustür hätte.", sprach der Operations Officer seinen Gedanken offen aus, wischte sich einmal über die Wange entlang und hielt die Stimme für Alicias Ohren bestimmt unten. Ihnen fehlte die Ausrüstung. Im Nachhinein wurde ihm erneut bewusst, dass sie für solche Situationen nicht per se vorbereitet waren und weitere Ausrüstung eine Notwendigkeit war. Gut... eine Atombombe hatte Scott nun wirklich nicht erwartet, falls es denn eine war. Man konnte nur spekulieren und Scott ging hier von der schlimmsten Art des Sprengstoffes aus. Es gab - seines Wissens nach - kein stärkeren Sprengstoff als eine Atombombe; wer konnte sich auf eine Atombombe vorbereiten, besonders zu heutigen Gezeiten erschien eine Atombombe wie eine Unmöglichkeit und dennoch detonierte sie, für seinen Geschmack, viel zu nah am Weißen Haus. Zungenschnalzen, Scott zuckte dann sachte mit den Schultern und warf das Gewehr mit einem Lupfer weiter höher auf seine Schulter. Hätte er nur der Frau ein NSG mitgebracht, jedoch hatten sie nur eines zur Verfügung und er musste die Frau wohl oder übel durch die Nacht führen. Je länger sie hier ausharrten, desto eher könnten die verstrahlten Untoten oder so ein "Spezialist" hierher finden. Auf den Tod zu warten war nie sein Plan, er hatte seinen Nachbar sterben gesehen und wünschte das keinem. "Es gefällt mir nicht, dich in Gefahr zu bringen, Alicia, jedoch müssen wir weiter.", während er das Gewehr von den Schultern nahm, die Sicherung zum Glück aktiviert, bis jetzt, bevor der Special Operations Officer weiterführte. "Ist ein wenig unangenehm, wenn ich ehrlich bin. Es gefällt mir nicht, andere Leute unnötig in Gefahr zu bringen.", klang wie eine Rechtfertigung, als würde sich der Mann jetzt kleinere Vorwürfe machen, da sie mit ihm hier steckte und fast komplett nackt stand. Er hatte ein NSG, sie nicht. Dabei wollte er ihre Fähigkeiten nicht runterspielen. In aller erster Linie hatte Scott immer daran geglaubt, dass sie im Weißen Haus besser aufgehoben wäre. Hier draußen eine so wichtige Fachkraft aus Spiel zu setzen war einfach desaströs. Wem konnte er aber die Freiheit verbieten? Sie hatten alle ihren eigenen Willen, was auch gut so war, denn für jeden einzeln zu entscheiden stellte sich der Brennan ziemlich schwer vor.

"Wie vorhin, okay? Hand auf meiner Schulter, so dass ich sicher gehen kann, dass du da bist.", immerhin hatte Scott leuchtende Augen und wusste sich in der Dunkelheit zu manövrieren, besonders mit Alicia an seiner Seite, so hatten sie auch den Vorteil gegenüber den Untoten. Das glaubte er wenigstens. Die Untoten waren genauso blind, allein auf das Gehör konnten sie sich nicht verlassen. Das, was sie nicht sahen, konnten sie sich auch nicht packen. Jetzt hoffte er nur, dass die Batterien lang genug hielten. Der Mann streckte ihr seine starke Hand aus, die sie ergreifen konnte, damit er sie hochzog und man aus dem Teufelskreis entkommen konnte. Waldmannsheil.

Everyone wants someone they can hold and love. Someone who will be there to help pick up the pieces when everything falls apart
Alicia Sullivan, auch bekannt als Doktor Sullivan oder Ali wurde am 23 April 1987 in New York geboren. So ist sie heute 33 Jahre alt und eine ausgebildete Ärztin, wie auch ihrer Mutter vor ihr. Auch wenn sie nicht weiß ob, ihr Verlobter noch lebt, weigert sie sich, ihren Verlobungsring abzuziehen oder die Hoffnung auf zu geben, dass Joker und auch ihren älteren Bruder irgendwo am Leben sind ... Es trieb sie alleine immer weiter in Richtung Süden, nachdem sie alle aus ihrer Gruppe verloren hat. Alleine und mit wenig Hoffnung noch jemanden, lebend zu finden, traf Alicia dann auf Scott Brennan und wurde ein Teil der Gruppe, die sich im White House niederlässt.
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#8
Auch wenn es vermutlich nicht klug wäre, ein Krankenhaus oder ähnliches aufzusuchen, war Alicia der Meinung, dass sie auch nicht genau sagen konnten, wie weit die Reichweite der möglichen nukleare Killzone reichte. Sie wollte nicht, dass jemanden aus ihre Gruppe durch eine radioaktive Vergiftung starb. Sie sah aber auch Sinn in Scotts Zögern und ließ das Thema erst einmal auf sich berühren. Sobald sie wieder im White House angekommen waren, dann konnten sie sich darum kümmern und sich etwas einfallen lassen. Wie sie es bisher immer getan hatten. Eine Lösung gab es doch eigentlich immer, selbst wenn sie ein nicht direkt vor der Nase stand. Auch wenn sich die Rückkehr nun als etwas problematisch gestaltete, nachdem sie den Humvee an diesem … Ding verloren hatten, das Alicia nicht beschreiben konnte. „Wenn sie nun auch noch durch die Explosion mutieren...“, fing die Sullivan an. „... dann will ich nicht wissen, was noch alles auf uns zukommen wird.“ Sie schüttelte leicht mit dem Kopf und strich sich einige Strähnen hinterm Ohr zurück.
Eigentlich konnte ja niemand wissen, was da vor sich ging, denn diese Untoten war kein Gebiet, welches die Sullivan jemals untersucht hatte oder jemals untersuchen wollte. Deren Psyche und die Handlungsgründe verstehen, wollte sie nicht, denn sie war sich bisher ziemlich sicher gewesen, dass diese Menschen keine mehr hatten. Sie war sich noch nicht einmal mehr sicher, ob sie überhaupt noch Ähnlichkeiten mit Menschen besaßen. Also, schob sie diese Gedanken weit von sich und blickte zu dem Special Operations Officer, den sie schon in einer recht kurzen Zeit als Freund angesehen hatte. Erneut nickte die Dunkelhaarige, als sie wahrnahm, wie Scott meinte, sie müssten wieder los. Das hier war also doch nur ein kleiner Verschnaufpause. „Ich würde auch gerne eine Vergiftung meiden.“, stimmte sie dem Blonden zu und deutete ein Lächeln an. „Vor allem, weil wir nichts haben, was uns davor schützen kann.“ Etwas, was auf die nächste 'Einkaufsliste' kommen wird, die Alicia denen schrieb, die außerhalb des White Houses plündern gingen. Sie mussten vorsorgen, nun wo sie das Problem direkt vor der Haustüre hatten und Niemand die Reichweite direkt erkennen konnte. Nukleare Strahlungen konnte man nun eben nicht in Neonfarben im Himmel erkennen... leider.
Dann rechtfertigte Scott sich, was in Alicias Augen beinahe so schlimm war, wie seine Versuche sich zu entschuldigen. Die Brünette stupste Scott kurz an und sah ihn direkt ins Gesicht. „Hör jetzt auf damit, Scott.“, sprach sie leise aus und schüttelte mit dem Kopf. „Du musst dich nicht rechtfertigen oder erklären, ich habe entschieden, dass ich mitkomme und jetzt gehen wir beide nach Hause.“ Sie schenkte ihm ein leichtes Lächeln, was ihn hoffentlich beruhigte. „Ich weiß, welche Gefahr dadraußen ist und hab kein Problem damit mich dem zu stellen.“ Immerhin hatte sie ja auch vor Scott alleine überlebt. Man eignete sich Taktiken an, man lernte weiter und Alicia machte ihm keinen Vorwurf aus seinen Entscheidungen, also sollte er das auch nicht tun. Sie vertraute Scott und seine Entscheidungen. Und das sollte er auch tun – zumindest in Alicias Augen.
Sie griff nach seiner Hand, damit sie sich erheben konnte, und legte ihre Hand auch schon auf seiner Schulter. „Das ist eindeutig, eines diese Momente, wo ich froh bin, nicht so klein zu sein, dass ich deine Schulter nicht erreichen könnte.“, sprach sie leise aus, in der Hoffnung, die Stimmung zwischen ihnen wieder etwas zu lockern. Die dunkeln Augen der Ärztin suchten die hellen von Scott und sie schenkte ihm ein weiteres Lächeln. „Also, los, würde ich sagen. Lass uns nach Hause.“

"I am no longer of this world. I am a dilapidated monument of humanity, alone, frightened and vulnerable, I fight for survival. They are everywhere. . . cold and deadly, but I live."
35 Jahre alt, geschieden und gerade noch so am Leben. Scott führt derzeit das Weiße Haus an, wo er den Menschen so etwas wie Hoffnung und Normalität bietet. Es ist nicht einfach, sich um ein Haufen voller Menschen zu kümmern, die den Sinn ihres Lebens verloren haben und auf der Suche nach ihrem alten Ich sind. Der Texaner im besten Alter flog extra aus Los Angeles ein, wo er einst mit seiner Ex-Frau lebte, um seinen Plan zu verfolgen. Stellt sich heraus, dass ein paar Leute so etwas wie eine Chance in seinem Plan sehen und ihm das Vertrauen schenken. Scott weiß nicht, ob seine Frau und ihre beste Freundin noch leben. Er glaubt aber nicht an deren Tod, denn seine Philosophie ist einfach festzuhalten - solange er sie nicht tot gesehen hat, sind sie nicht tot. Obschon der Mann kein geborener Anführer ist, versucht er das Bestmögliche für jeden zu erzielen.
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#9
Wie könnte er sich nicht entschuldigen, Scott würde zwar keine Nächte oder Schlaf daran verlieren, solange sich keiner verletzte oder schlimmeres, doch die Risiken unterschätzten auch viele heute noch. Man musste sich nur vor Augen halten, dass der jetzige Zustand vor knapp einem Jahr ins Leben gerufen wurde und die Motoriken nicht bei jedem Menschen voll und tief saßen. Scott hatte die Schattenseiten des Zusammenbruchs sehen dürfen, glücklicherweise überwogen aber die guten Seiten im Weißen Haus. Menschen wurden wahnsinnig wenn sie dachten, dass sie alles verloren hatten. Die Tatsache, dass er vor einer Weile zwei Teenager aus Notwehr erschießen musste, nur um das eigene Überleben zu sichern, löste weiterhin einen kalten Schauer aus, den Scott nie gänzlich losschütteln konnte. Was wäre, wenn Barbara oder gar Carrie in einer ähnlichen Situation wären? Mit Alicia war das Spiel gleich. In aller erster Linie war Alicia eine Ärztin, mit ihrer Funktion schätzte sie das Leben. Er konnte sich nicht vorstellen, dass sie einem Menschen ohne weiteres das Leben nahm. Ihre Hände waren nicht dafür geschaffen, das Leben zu nehmen, sondern um Leben zu retten und zu erhalten. In seinen Augen hatte er diesbezüglich eine falsche Entscheidung getroffen, die Ärztin hätte mit allen Mitteln im Weißen Haus bleiben sollen. Zu seinem Glück wollte Alicia nicht unbedingt auf dem Thema rum reiten, Frauen konnten manchmal sehr hartnäckig sein. Seine Theorie, oder eher Philosophie, über Frauen war relativ einfach gespickt; Frauen musste man nicht verstehen, sie waren dazu da, dass man sie liebte. Das hatte er nicht einmal Carrie sagen können... doch der Special Operations Officer wusste ganz genau, dass er nicht auf taube Ohren gestoßen wäre. Carrie hatte so eine Seite an Scott stets interessant gefunden, leider kam diese nie oft genug zum Tragen. "Alles klar.", bestätigte der Brennan auf der anderen Seite zustimmend, sie würden zurück nach Hause kehren. Nach Hause. An den Gedanken und das Gefühl, dass das Weiße Haus so gesehen ihm gehörte, obwohl er vor dem Ausbruch noch nie als der wichtigste Mann in Amerika galt, fehlte noch die Gewohnheit. Alles mit der Zeit. Scott half der Frau auf die Beine, die mit einem Spruch für eine lockere Stimmung sorgen wollte. "Sobald ich dich hätte tragen müssen, wärst du genauso groß wie ich.", so der Mann im schlechten Witz aus dem Hause Brennan weiter und konnte dabei ein mattes Lächeln nicht verbergen, immerhin flackerte draußen das Feuer. Man hätte meinen können, dass das Feuer gerade paar Block weiter entfernt brannte. Hoffentlich würde sich das Feuer nicht bis zum Weißen Haus fressen, man wusste es nie so genau. Atombomben hatten eine verheerende Wirkung mit Langzeitfolgen.

Über die so genannten Spezialisten machte sich Scott vorerst keine Sorgen. Vorerst. Sollte sich der Trend wirklich durchsetzen, würde er Nachforschungen stellen und die effektivste Methode herausfinden wollen. Nachdem die Ärztin auf ihre Beine gekommen war, linste Scott einmal durch das NSG hindurch und erkannte bis dato keine Untoten. Sie waren bestimmt vom ganzen Feuer und dem Lärm so angetan gewesen, so wie dem Gestöhne von ihren Artgenossen, dass Scott und Alicia nicht unbedingt interessante Gäste auf einem Festival voller Untoten waren. Scott ließ die Hand der Frau los, hatte es um ein Haar die Hand der Frau länger gehalten als wirklich nötig. "Tut mir leid.", fiel ihm nun doch zynisch von den Lippen, weil er doch wusste, dass sie das mehrfache Entschuldigen von Scott nicht unbedingt als notwendig empfand. Spörtliche Spitze seinerseits, Scott ging voraus und bleib dicht an der Brünette stehen. Aus der Entfernung sah der Humvee beschädigt aus, so etwas würde er bei Nacht nicht warten können, geschweige denn wieder zum Laufen bringen, denn was auch immer aus diesem Untoten sprang .... er brauchte definitiv die Soße nicht auf seiner Haut, in den Augen oder gar in sich. "Es wird bald hell, möglicherweise in dreißig, vierzig Minuten. Wir werden etwas länger brauchen.", richtig liegen durfte Scott in etwa, denn der Himmel lichtete sich langsam. Beinahe schleppend. "Spurten werden wir nicht, also Energie einteilen und wachsam bleiben.", so der Mann weiter und trat letztendlich aus der Tür hinaus. Lieber blieb er dreißig, vierzig Minuten in Bewegung als darauf zu warten, dass verstrahlte Untoten an ihnen vorbeizogen und alles verseuchten. Allein die Route, die sie nehmen mussten, wäre ein großer Umweg. Spätestens in paar Stunden wären sie, je nach Pensum, im Weißen Haus. Noch so einen Trip wollte sich Scott sparen. "Gehen wir.", gesagt, getan. Scott führte die Frau aus dem Bekleidungsgeschäft und hatte somit auch den letzten Sommerschlussverkauf für beendet erklärt. Die Straßen waren auf dieser Seite ruhig, ruhiger als hinter ihrem Rücken, was Scott als kleinen Teilerfolg buchen ließ. Keine Hektik, Scott hoffte nur auf einen schnellen Sonnenaufgang. Vier Augen waren besser als zwei, aus dem Grund spurte Scott nicht.

"Wir werden die Francis Scott Key Memorial Bridge nutzen. Es soll auch ein MedStar Georgetown University Hospital nach der Brücke geben.", wäre das eine Anlaufstelle für Alicia? Sie wollte schließlich in ein Krankenhaus, Scott hielt die Lautstärke seiner Stimme für ihre Ohren gedacht. Medizinische Ausrüstung suchen, das Nötigste mitnehmen. Bei all dem Chaos während des Ausbruchs könnte noch etwas vorhanden sein, was sie für ihre Arbeit gebrauchen könnte. Die Entscheidung überließ er Alicia, so wären sie zumindest nicht vollkommen 'leer' rausgefahren. Die Wahl war einfach, lieber ein Krankenhaus anstatt Strahlung.
Langsam und sicher zeigte der Himmel mehr Licht, gerade als sie die besagte Brücke erreichten und überqueren wollten. Aus dem Grund zog Scott sein NSG vom Kopf.



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